Sonntag, 28. Oktober 2012

Gmunden, Langwies und Obersee, 1986

Von Stainach-Irdning bin ich weiter ins Salzkammergut gefahren. Soviel ich weiß, stehen dort heute noch die meisten 5007er Anlagen.

In Gmunden habe ich nur die Fahrdienstleitung besucht:

Befehlswerk, Fdl, Gmunden, 30.8.1986

Auf dem Eigenbau-Stellpult der ÖBB ist die Anzeigelampe für die Vorsichtstellung des Vorsignals z ausgefallen:

Stellpult, Fdl, Gmunden, 30.8.1986

Bei der Darstellung der Anlagen in der Fahrdienstleitung hat sich der Zeichner (wie auch auf allen anderen Bahnhöfen der Salzkammergutbahn!) besondere Mühe gegeben, die Lage von Befehlswerk und Stellpult genau anzugeben:

Detail Stellpult, Fdl, Gmunden, 30.8.1986

Die Blockbelegung Richtung Schärding im oberen Bild stammt übrigens vom linken der beiden Züge, die hier in Gmunden kreuzten:

1141.27 und 1141.08 mit Personenzügen, Gmunden, 30.8.1986

Hier noch ein Bild des Bahnhofs:

Bahnhof, Gmunden, 30.8.1986

In Langwies stand ein Mittelstellwerk samt Stellpult, das sich – sogar inklusive der Relaissätze – auf einem Foto abbilden ließ:

Sicherungsanlage, Langwies, 30.8.1986

Am Stellpult sind diesmal die Tasten fast ausschließlich unten angeordnet und nicht, wie in Gmunden, im Gleisplan:

Stellpult, Langwies, 30.8.1986

Detail Stellpult, Langwies, 30.8.1986

Hier sieht man noch einmal die Hebelbank samt Blockapparat. Die rechte umgelegte Knagge verschließt ziemlich sicher den sichtbaren Schlüssel für einen Gleissperrschuh eine Einfahrt – die oberen Knaggen sind die Fahrstraßenknaggen. Unten in der Mitte befindet sich noch die Knagge für die Nachtsperre, wo rechts außen das entsprechende Schloss angebracht is

Hebelbank und Blockapparat, Langwies, 31.8.1986

Hier sieht man die Vorderseite eines Relaissatzes für die Steuerung des Signal R. Links befinden sich drei Tastenrelais, daneben (A/B/C) die drei Relais für die "Isolierschiene", im rechten Bereich dann die Fahrstraßen- und Signalrelais (danke für Detailinfos an Martin Aigner):

Langwies, 31.8.1986

Der nette Bahnhof sieht noch fast original aus:

Langwies, 31.8.1986

Zuletzt war ich am Blockposten Obersee, der damals noch besetzt war und Formsignale hatte:

Obersee, 31.8.1986

DIe Hebelbank habe ich leider etwas unscharf erwischt. Im Aufsatz auf der Hebelbank befanden sich zwei Magnetsperren, die über Tasten entsperrt werden konnten, wenn der ZG-Block das zuließ:

Hebelbank, Obersee, 31.8.1986

Hier sieht man oben die Relaissätze des ZG, rechts unten die Relais für die isolierte Schiene und links die kleine Anzeige des ZG:

Relaissätze und ZG62-Anzeige, Obersee, 31.8.1986

Etwas später fur noch ein Eilzug durch:

1141.08 mit E707, Obersee, 31.8.1986

Kommentare:

  1. Der Bahnhof Langwies ist auch insofern interessant, als dort noch das letzte Gebäude eines Wärterstellwerkes der Salzkammergutbahn steht, wie es für diese Strecke charakteristisch war. Befehlswerk (Schubknopfapparat) in der Fahrdienstleitung, 5007er im eigenen Stellwerksgebäude direkt daneben oder gegenüber.
    1983 ging das letzte Wärterstellwerk dieser Art in Bad Ischl außer Betrieb.
    (Quelle: Christian Hager, Die Eisenbahnen im Salzkammergut. Verlag Ennsthaler, 2. Aufl. Steyr 1992)

    AntwortenLöschen
  2. Sicherungsanlage Langwies: Da Langwies nur zwei Hauptgleise und keinen Gleisperrschuh hat, sind die vier Knaggen oben für die Fahrstraßen: Einfahrt/Ausfahrt von/nach Ebensee Gl 1 bzw. Gleis 2, auf der anderen Seite von/nach Mitterweißenbach.
    In der Mitte unten ist die Knagge für die Nachtsperre zu sehen. Wird sie umgelegt, bekommt man den Schlüssel rechts frei, an dem übrigens noch ein anderer Schlüssel hängt.

    Weil ich neugierig war, habe ich heute den Fdl in Langwies angerufen. Der Bahnhof hat jetzt elektrische Weichen, der mechanische Verschluß und das Blockwerk dürften aber nach seiner Beschreibung im wesentlichen unverändert ein. Auch die Knagge und den Schlüssel für die Nachtsperre gibt es noch.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ... na da hab ich mich bei den Knaggen schön verzählt. Klar braucht man schon allein 4 Knaggen für E/A auf 2 Gleisen von 2 Seiten → korrigiert! Und natürlich besonderen Dank für Ihre Neugier - und auch an den unbekannten Fdl!

      Löschen
  3. Warum gab es in Gmunden in der Fdl ein Signalstellpult? Wurden die Signale nicht von den jeweiligen Endstellwerken aus gestellt?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Natürlich wurden sie in den Endstellwerken gestellt. Aber folgende Betätigungen sind Aufgabe des Fdl, wie man an den Tasten auf dem Pult sieht:

      a) Einschalten und Ausschalten (wenn nötig) der Ersatzsignale
      b) Richtungswechsel des ZG
      c) Auf diesen Anlagen auch Festlegen der Vorsignale in der Haltstellung, wenn nötig.

      Dafür gab es dieses Pult als Stellpult. Vor allem war es aber natürlich ein Anzeigepult.

      Löschen