Montag, 21. Januar 2013

Zentralfriedhof, 1986

Am Zentralfriedhof gab es damals zwei Anlagen der Bauart 5007, ein Befehlsstellwerk auf der Simmeringer Seite sowie ein Wärterstellwerk für die Strecken Richtung Wolfsthal und zum Zentralverschiebebahnhof. Richtung Zentralverschiebebahnhof gab es eine Zustimmungsabhängigkeit, die interessanterweise nicht über die Fahrdienstleitung, sondern direkt zum Stellwerk lief.

Hier sieht man die Anlage des Befehlsstellwerks. Die Fahrstraßenknaggen sind kurios verteilt: Jene für Befehle zum Stellwerke liegen im oberen Schieberkasten, aber auch die für die Einfahrten beim Befehlsstellwerk ("von Abzw. Wien Aspangbahnhof"). Nur die Ausfahrstraßen Richtung Simmering und die Bahnhofssperre liegen im unteren Schieberkasten. Am Blockapparat befindet sich ganz rechts das Festlegefeld für die Fahrstraßen des Befehlsstellwerks, daneben liegen je eingleisiger Strecke ein Befehls- und ein Auflösefeld für die Fahrstraßen des Stellwerks:

Hebelbank und Blockapparat, Fdl, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Signal- und Blockbedienung, Fdl, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Leider habe ich nicht aufgeschrieben, wie das folgende Zugmeldesystem der achtziger Jahre hieß – kann mir jemand hier Nachhilfe geben?

Zugmeldesystem, Fdl, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Das folgende Bild eines Mini-Zentralschlosses zur Zusammenführung zweier Sperrschuh-Schlüssel ist leider unscharf:

Hebelbank und "Zentralschlösschen", Fdl, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Am Stellwerk 2 gab es nur zwei fernbediente Weichen, der Rest war schlüsselgesperrt:

Hebelbank und Gleisanzeiger, Stw.2, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Auf dem Signalpult sieht man zusätzlich zu den Signaltasten noch eine ZAGT, ZRGT und eine ZAT: Das sind wohl Zustimmungsabgabegruppentaste, Zustimmungsrücknahmegruppentaste (mit Haltwurf am Zentralverschiebebahnhof) und eine Zustimmungsanforderungstaste. Allerdings wundert mich, dass die ZAGT bei den Ausfahrsignalen angeordnet ist: Dort würde man eher eine Anforderungstaste erwarten (für die Ausfahrt Richtung ZVBf) – vielleicht war's auch genau umgekehrt oder noch anders. Leider habe ich dazu nichts in meinem Tagebuch notiert:

Signal- und Zustimmungsbedienung, Stw.2, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Außen am Stellwerk sieht man den Antrieb für einen Schranken:

Schrankenantrieb am Stw.2, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Und hier steht das kleine Stellwerk mit seiner handgefertigten Beschriftung. Der Wecker dient dazu, den Wärter vom Weichenstellen zum Telefon zu rufen:

Stellwerk 2, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Einen Güterzug hatte es von der Schnellbahn hierher verschlagen, vermutlich zur Weiterfahrt zum Zentralverschiebebahnhof:

1042.696 mit Güterzug, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Zum Schluss noch zwei Aufnahmen vom Bahnhof – er ist schon etwas marode, aber gerade deshalb strahlt er einen gewissen Charme aus. Dazu trägt auch bei, dass er noch eine alte weiße Namenstafel trägt:

Eingang zur Fahrdienstleitung, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Bahnhof, Zentralfriedhof, 29.11.1986

Kommentare:

  1. War der ferzubedienende Schranken vom Stellwerk 2 weit weg? War er ein Doppelschranken, hatte er ein Vorläutewerk oder hatte er nur Blinklichter?

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    1. Das sollte man alles aus den Bildern rauskriegen: Der SChranken war bei km 5,147 (sieht man auf dem Signalpult und auf dem Gestell, das die Kurbel trägt); laut dem Gleisplan bei sporenplan.nl war das Stellwerk ca. bei km 5,280 - daher ca. 130m Distanz.

      Am Gestell ist auch angeschrieben "VD 35 Sek." (VD=Vorläutedauer), also hatte er ein Vorläutewerk.

      Und auf der Darstellung am Signalpult und auch bei sporenplan.nl sieht man, dass er einschlägig war.

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