Montag, 24. November 2014

Gunskirchen, 1987

Gunskirchen hatte, wie der Nachbarbahnhof Lambach, einen klassischen Rankapparat. Hier sehen wir in der Fahrdienstleitung alle Knebel für Durchfahrten umgelegt, und wenn man genau hinschaut, sieht man, dass das Ba-Feld für die Ausfahrt Richtung links noch geblockt ist:

Befehlswerk, Fdl, Gunskirchen, 7.8.1987

Auf dem Signalpult ist das Ausfahrsignal schon zurückgefallen und der Streckenblock Richtung Linz belegt. Auch die anderen Blockpfeile sind alle belgt. Interessanterweise gibt es von Wels her keinen ZG, sondern offenbar nur einen Isolierabschnitt (trotz des Bahnhofabstandes von 8 km, allerdings mit einer dazwischenliegenden Blockstelle):

Signal- und Blockbedien- und -anzeigepult, Fdl, Gunskirchen, 7.8.1987

Hier sieht man am Signalpult am Stellwerk 2 den Gleisplan. Am Gleis 3 steht, obwohl es ein Hauptgleis ist, erstaunlicherweise kein Ausfahrsignal:

Signalpult, Stw.2, Gunskirchen, 7.8.1987

Signalpult, Stw.2, Gunskirchen, 7.8.1987

Am Gleisanzeiger stellt man dann fest, dass auch vom Gleis 1 keine Ausfahrten vorgesehen waren, obwohl dort ein Ausfahrsignal stand:

Gleisanzeiger, Stw.2, Gunskirchen, 7.8.1987

Im beengten Stellwerk konnte ich die ganze Anlage nicht gut aufnehmen:

Hebelbank, Gleisanzeiger und Blockapparat, Stw.2, Gunskirchen, 7.8.1987

Das Stellwerksgebäude war nicht sehr bemerkenswert:

Stellwerk 2, Gunskirchen, 7.8.1987

Am Weg zum Stellwerk 1 ist mir eine uralte Maschine entgegengekommen – leider habe ich sie zu dunkel erwischt:

1045.014, Gunskirchen, 7.8.1987

Die Stellwerksanlage am Stellwerk 1 unterschied sich kaum von jener auf der anderen Seite. Allerdings gab es hier zwei Ladegleise und ein Anschlussgleis. Weil nur eine einfache Gleisverbindung vorhanden war, waren zwar Ausfahrten von allen Gleisen möglich, Einfahrten aber nur auf die Gleise 2 und 4:

Signalpult, Stw.1, Gunskirchen, 7.8.1987

Die Weichen stehen hier alle in der Grundstellung:

Hebelbank und Gleisanzeiger, Stw.1, Gunskirchen, 7.8.1987

Kurz darauf findet zugleich eine Aus- und eine Einfahrt statt: Am Blockapparat sieht man, dass beide Be-Felder entblockt sind, die Ff-Felder sind schon beide geblockt:

Blockapparat, Stw.1, Gunskirchen, 7.8.1987

Die Einfahrt erfolgt ins Gleis 4, daher stehen nun einige Weichen gegen die Grundstellung:

Hebelbank und Gleisanzeiger, Stw.1, Gunskirchen, 7.8.1987

Hier sieht man die Details der Anzeige der zwei Fahrten. Für die Einfahrt steht das Signal A auf Frei, das Ausfahrsignal R4 am anderen Ende steht auf Halt, wie man am Vorsicht zeigenden Vorsignal erkennen kann. Der Isolierabschnitt II2 ist schon durch den Zug belegt:

Signalpult, Stw.1, Gunskirchen, 7.8.1987

Für die Durchfahrt am Gleis 2 steht das Ausfahrsignal H1 auf Frei:

Signalpult, Stw.1, Gunskirchen, 7.8.1987

Das Stellwerksgebäude sah praktisch identisch zu jenem am anderen Bahnhofskopf aus. Wozu zwei Dienstfahrräder, davon ein umgefallenes, hier vorhanden waren, müsste man noch erforschen:

Stellwerk 1, Gunskirchen, 7.8.1987

Wieder zurück am Bahnhof, habe ich diese Palette von neuen Weichenantrieben aufgenommen – die Stellwerke würden also nicht mehr lange überleben:

Die neuen Weichenantriebe, Gunskirchen, 7.8.1987

Und auch am Bahnhof sieht man Umbauarbeiten. Die abgeschnittene 1042.059 links steht am Gleis 4 und gehört wohl zu dem Zug, der überholt werden soll:

Bahnhof, Gunskirchen, 7.8.1987

Wo mir kurz darauf die 1020.001 entgegengekommen ist, kann ich leider nicht mehr feststellen – vielleicht traut sich einer meiner Leser, den Bahnhof zu identifizieren? Ergänzung 29.11.2014: Siehe die Kommentare, wo zwei Leser das Rätsel lüften!

1020.001, auf einem Bahnhof nahe Gunskirchen, 7.8.1987

Kommentare:

  1. @ 1020.001
    Es gibt ein paar Indizien, dass diese Aufnahme auch in Gunskirchen gemacht wurde.
    1) Die sehr ungewöhnliche Oberleitungskonstruktion mit verbundenen Doppelauslegern habe ich sonst noch nirgendwo gesehen (siehe Bild mit 1045.014).
    2) Der Gittermast gegenüber vom Schaltgerüst steht auch heute noch am selben Ort.
    3) Die Baumreihe, die Straße und Baustelle im Hintergrund passen auch zum Bild mit der 1045.014.

    Vergleichbare Bahnhöfe in der Nähe wären: Schwanenstadt, Marchtrenk und Hörsching. Bei diesen Bahnhöfen passt das alles nicht.
    Heute sieht's dort etwas anders aus, aber Gittermast, Bäume (hinter Lärmschutzwand) und Straße sind noch erkennbar. Die Halle im Hintergrund wurde wohl abgerissen. https://maps.google.at/maps?q=48.132922,13.946454&num=1&t=h&vpsrc=6&ie=UTF8&ll=48.132875,13.946449&spn=0.00204,0.002411&z=19&output=classic&dg=brw

    beste Grüße
    David Seemayer

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  2. Die Weichenverbindung 56/57 bei Stellwerk 2 muß damals neu oder noch gar nicht in Betrieb gewesen sein. Meiner Erinnerung nach hatte Gunskirchen vor dem Umbau nur eine einfache Weichenverbindung auf jedem Bahnhofskopf. Auf der Hebelbank erkenne ich zudem nur vier Weichenhebel.
    Das Ausfahrsignal R1 hätte nur einen Sinn, wenn ein aus Wels auf dem falschen Streckengleis (1) kommender Zug nach Bf-Gleis 1 einfährt und dann
    a) auf das richtige Streckengleis (2) über W 56/57 nach Lambach oder,
    was aber unwahrscheinlich ist,
    b) wieder auf das falsche Streckengleis (1) nach Lambach fährt.

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  3. Das gegenständliche Bild wurde sicher in Gunskirchen aufgenommen, und zwar von dem auf dem vorgehenden Bild zu sehenden Zug mit der 1042.059 aus.

    Dieser Zug kam als LP von Wels, wendete in Gunskirchen und fuhr dann um ca. 16.00 h weiter Richtung Linz. Deshalb auch Einfahrt auf Gleis 4, um das durchgehende Hauptgleis 2 freizuhalten, auf dem dann die 1020.01 mit ihrem Güterzug aufgenommen wurde.

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  4. Vielen Dank den Kommentierern - insbesondere den Daten zum LP trotz meiner dazu extrem mageren Infos!

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  5. Beim Text zum zweiten Bild muß es richtig heißen "... gibt es von Wels her keinen ZG ..", denn am Stellpult ist links Wels und rechts Attnang.

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    1. "Kopf verdreht" :-) ... danke, korrigiert!

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