Freitag, 24. September 2021

Das Stellwerkmuseum in Letschin im Oderbruch, 2020 - ein Rundgang mit Bildern, Folge 2

Nach (zu) langer Zeit folgt hier endlich ein weiteres Posting zu Letschin mit Bildern von Robert Herzog. Das Thema sind diesmal, wie angekündigt, Hebelbänke mechanischer Stellwerke – wobei Einheitsstellwerke fast nicht vertreten sind, sondern hauptsächlich das, was in Deutschland "Altbauarten" genannt wird.

Die erste Hebelbank ist aber denn doch ein Einheitsstellwerk, und zwar vom Wärterstellwerk Rotes Luch. Links ist auf der Hebelbank eine typische Signalwinde zu sehen, dann Einzelhebel und dazwischen ein Doppelsteller. Über dem Hebelersatzschloss ganz rechts sind zwei neuere Schlüsselsperren angebracht und rechts daneben ein Signalhebel für ein Lichtsignal in Form eines Fahrstraßenhebels mit aufgesetzen elektrischen Hebelsperren. Hinter der Hebelbank ist der Blockapparat und darunter die Fahrstraßenhebel zu erkennen, am Blockaufsatz gerade noch einige Spiegelfelder:

Einheitsstellwerk ex Wärterstellwerk Rotes Luch, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Hinter diesem Tisch mit verschiedensten Fernsprechern ist noch einmal das Wärterstellwerk Rotes Luch zu erkennen:

Fernsprecher, Einheitsstellwerk ex Wärterstellwerk Rotes Luch, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Den Blockapparat habe ich hier herausvergrößert – auf dem detailreichen Bild sind die Aufschriften und Zusatzeinrichtungen am Blockaufsatz gut zu erkennen:

Einheitsstellwerk ex Wärterstellwerk Rotes Luch, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Auch die nächste Anlage ist ein Einheitsstellwerk, diesmal vom Blockposten Obersdorf (b. Müncheberg):

Einheitsstellwerk ex Blockposten Obersdorf (b. Müncheberg), Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Nun beginnen wir aber mit den Altbauarten. Die erste Anlage ist eine der Bauform Jüdel 6000, vermutlich aus Sachsen:
Am ersten Bild ist die ganze Anlage zu sehen, mit der im Wesentlichen in Deutschland üblichen Anordnung mit (Siemens-)Blockapparat und Fahrstraßenhebeln links und daneben der eigentlichen Hebelbank. Die Signalhebel sind allerdings hier am entfernten Ende vom Blockapparat angebracht, was wohl lange Signalschieber zu den Blockfeldern und evtl. Blocksperren erfordert:

Jüdel 6000, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Die Fahrstraßenhebel stehen steil nach oben, die Antriebsstangen führen senkrecht nach unten in den Kasten mit den Blocksperren:

Jüdel 6000, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Vom anderen Ende ist hier die Hebelbank aufgenommen. Die ersten drei Hebel sind Signalhebel, zwei davon haben die Jüdel-typischen Knäufe an den Hebelenden. Beim ersten Hebel ist eine später angebrachte Hebelsperre zu erkennen. Hinter den Signalhebeln befindet sich eine Reihe von Weichen- und Riegelhebeln:

Jüdel 6000, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Zwischen den letzten Hebeln befindet sich ein Hebelersatzschloss – die Bedeutung der Aufschriften müsste mir jemand erklären. Der Fahrstraßenhebel daneben liegt "nur so" auf der Hebelbank herum:

Jüdel 6000, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Das nächste Exponat ist ein Stellwerk der Bauform Gast aus Spremberg, mit darauf aufgebauten Hebeln der Bauart Bruchsal J aus Forst (Lausitz). Das erste Bild zeigt den Blockapparat und darunter die Fahrstraßenhebel:

Gast ex Spremberg mit Hebeln Bruchsal J ex Forst (Lausitz), Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Fahrstraßenhebel und eine Andeutung der Blocksperren sieht man auf diesem Bild:

Gast ex Spremberg mit Hebeln Bruchsal J ex Forst (Lausitz), Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Erst hier sieht man die Reihe der Hebel genauer, darunter ein Doppelhebel für den Riegel der Weiche 1:

Gast ex Spremberg mit Hebeln Bruchsal J ex Forst (Lausitz), Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Eine Hebelbank der Bauart Stahmer sehen wir als nächstes. Sie stammt vom Wärterstellwerk W25 des Leipziger Hauptbahnhofs:

Stahmer ex Leipzig Hbf W25, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020


Stahmer ex Leipzig Hbf W25, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Nächster Hersteller: Zimmermann & Buchloh, das Stellwerk stammt aus Rehfelde und ist leider nicht so gut zu erkennen:

Zimmermann & Buchloh ex Rehfelde, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Ebenfalls von Zimmermann & Buchloh ist diese Hebelbank des Stellwerks Tiefensee:

Zimmermann & Buchloh ex Tiefensee, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Eigenlich keine Hebelbank, sondern ein Blockapparat eines Stellwerks in Forst (Lausitz), das wohl mit einem Schlüsselwerk versehen war, ist hier zu sehen:

Felderblock ex Forst (Lausitz), Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Eine unbekannte Einheits-Hebelbank (oder Teile davon) ist hier zu sehen:

Einheitshebel, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020


Einheitshebel, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Und zuletzt sieht man hier ein Sammelsurium von Hebeln verschiedenster deutscher Hersteller auf einem Einheitsuntergestell vereinigt:

Hebel, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Das war eine weitere Folge aus Letschin – das nächste Mal geht's dann um elektromechanische Stellwerke!

Donnerstag, 8. April 2021

Das Stellwerkmuseum in Letschin im Oderbruch, 2020 - ein Rundgang mit Bildern, Folge 1

In Letschin im Oderbruch – für Nicht-Ortskundige: fast genau östlich von Berlin knapp vor der Oder – befindet sich ein kleines Eisenbahnmuseum, das einen Schwung deutscher Stellwerke versammelt, vor allem aus dem östlichen Deutschland. Darunter sind eine Reihe mechanischer Hebelbänke, dann verschiedene elektromechanische Typen und dann noch an Relaistypen ganz alte Gs0-Stelltische sowie russische EZMG-Stellwerke. Robert Herzog hat mir mehr als 70 Fotos davon zukommen lassen, die hier mit ein wenig Text vorgestellt werden sollen.
Das erste Bild zeigt den Zugang zum Museum und im Freien aufgestellte Museumsstücke – den Kasten eines preußischem Abteilwagens; wichtige Signale: Ein Gleissperrsignal, ein Formhaupt- und -vorsignal samt Baken und Vorsignaltafel und dann noch je ein Hl-, Ks- und EZMG-Hauptsignal; und noch einiges mehr:

Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Hier sieht man noch einmal die Lichtsignale und daneben einen alten und einen nicht ganz so alten Zugzielanzeiger:

Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Im Rest dieses Postings sollen allerdings mechanische Sicherungsanlagen im Mittelpunkt stehen, und zwar (vor den Hebelbänken für das Fernstellen von Weichen) einfachere Einrichtungen zur Herstellung der Signalabhängigkeit, nämlich Schlüsselwerke.
Als erstes sehen wir hier ein Wandschlüsselwerk der alten Bauart, wie es in den "Einheitszeichnungen" beschrieben ist. Die waagrechten Schieber werden von den Schlüsseln der "eingehenden Informationen" bewegt, also häufig Weichenschlüsseln, aber evtl. auch Zustimmungsschlüsseln. Die senkrechten Schieber geben die abhängigen Schlüssel in den oberen Schlössern frei, die die "ausgehenden Informationen" repräsentieren. Das Schlüsselwerk stammt vom Stellwerk R2 in Lübbenau:

Wandschlüsselwerk gemäß Einheitszeichnung ex Stellwerk R2 Lübbenau, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Hier ist eine Zeichnung eines solchen Schlüsselwerks aus dem Buch "Erläuterungen zu den Einheitszeichnungen für Stellwerksteile", das die Reichsbahn 1927 herausgegeben hat:


Diese Schlüsselwerke mit kreuzenden Schiebern wurden übrigens vom Franzosen Paul Bouré erfunden, der sie als "serrure centrale" bezeichnete und in vielen Ländern patentieren ließ. In anderen Ländern wurde der Name beibehalten, so heißen ähnliche Konstruktionen noch heute in Österreich "Zentralschloss", in Schweden war ihr Name "centrallås" (lås = Schloss). Hier ist ein Diagramm aus dem US-Patent von Bouré, das auf der Webseite des US Patent Office heute noch zugänglich ist:

US-Patentzeichnung für Schlüsselwerk von Paul Bouré, US Patent Office, Patent 640,359 (heruntergeladen am 5.4.2021)

Das Schlüsselwerk im Museum ist eigentlich ein "Wandschlüsselwerk", was man an den Aufhängelaschen links und rechts oben sehen kann. Vermutlich aus Platzgründen wurde es aber unterhalb des Blockapparats montiert – und prinzipiell konnten die vertikalen Schieber auch direkt von den Riegelstangen von Blockfeldern festgehalten werden, sodass der Verschluss der Weichenschlüssel dann blockelektrisch erfolgte. Aber das ist hier trotz einer sehr ähnlichen Anordnung nicht der Fall: Die Blockfelder wirken nur mit den direkt darunter angeordneten Schlössern zusammen, die sich oberhalb des Schlüsselwerks befinden. Bei der Bedienung musste also ein Schlüssel aus dem oberen Schloss freigesperrt werden, um ihn dann direkt darunter im Schlüsselwerk einzusperren:

Wandschlüsselwerk und Blockapparat ex Stellwerk R2 Lübbenau, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Die doch sehr "rustikale" Bauart dieser alten Schlüsselwerke nach den Einheitszeichnungen wurde später – wann? – durch eine elegantere ersetzt, bei der die Schubstangen in einem Gehäuse liegen und alle Schlösser am unteren Rand montiert sind. Nur diese neueren Schlüsselwerke werden allgemein als "Einheitsschlüsselwerke" bezeichnet. Durch "Schaulöcher" kann man erkennen, ob alle nötigen Schlüssel für eine Fahrstraße umgesperrt sind – eine Annehmlichkeit, die z.B. die österreichische Variante nicht hatte.
In Letschin stehen drei dieser Einheitsschlüsselwerke, die man auf den folgenden Bildern sieht:

Einheitsschlüsselwerk ex Küstrin-Kietz, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020


Einheitsschlüsselwerk ex Fdl Rotes Luch mit aufgesetztem Blockapparat, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020


Einheitsschlüsselwerk von unbekanntem Bahnhof, Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Und zuletzt noch ein extrem einfaches Schlüsselwerk, wie es ähnlich auch heute noch an vielen Bahnhöfen mit Zugleitbetrieb verwendet wird, um Weichen von einem einzigen Zugführer-Schlüssel abhängig zu machen. Auch in Letschin gibt es so ein Schloss, das zeige ich aber erst später zum Abschluss der Museumspostings – hier ist eines der Sorte "Aus 2 mach 1": Wenn man die beiden Weichenschlüssel für die Grundstellung der Weichen 19 und 20 oben einsperrt (wie man es im Bild sieht) und den Schieber nach links zieht (auch wie im Bild), dann kann man unten den Schlüssel "19+ (20+)" freisperren – was man damit macht, ist mir allerdings nicht klar. Ich hätte erwartet, dass man ihn unter dem Fahrstraßenfestlegefeld einsperren kann, dort ist aber eigentlich kein Platz für ein weiteres Schloss ...
Die beiden oberen Schlüssel dürften übrigens die gleiche Form haben, da sich ihre Bezeichnung nicht unterscheidet. Der Bediener weiß also, wenn er beide Schlüssel in der Hand hat, nicht, wo er welchen einsperren soll – und es ist ja auch egal: Er muss eben nur beide Schlüssel haben, um den Schieber freizusperren – das reicht dann:

Einfaches Schlüsselwerk und Blockapparat der Einheitsbauart ex Seefeld (Mark), Eisenbahnmuseum Letschin, 2020

Damit beende ich das erste Posting mit den Bildern von Robert. Im nächsten Posting sehen wir dann richtige Hebelbänke mechanischer Stellwerke!

Mittwoch, 3. März 2021

Schwindegg, 2021 - Gast-Posting von Philipp Disselkamp

Ich hab die Freude, wieder einmal ein Gastposting veröffentlichen zu können: Philipp Disselkamp war in Schwindegg, wo ich vor zehn Jahren schon eimal Bilder des Stellwerks aufgenommen habe. Sehr viel hat sich seither nicht getan – noch immer gibt es Formsignale, noch immer steht das Krauss-Stellwerk, und es gibt einen Fahrdienstleiter, der das alles bedient. Das damals schon abgesägte Ladegleis ist nun ganz weg, und die Sperrsignale sind verschwunden, aber die "Anmutung" des ganzen Bahnhofs ist wie früher!

Aber nun soll Philipp zu Wort kommen!

Zuerst einmal ein Übersichtsbild des Stellwerks. Im Gegensatz zu 2011 zeigt sich der Blockkasten in Grün, es muss also vor nicht allzu langer Zeit eine Auffrischung der Farben stattgefunden haben. Die Maske auf den Signalkurbeln verrät, zu welcher Zeit der Besuch stattgefunden hat. Deshalb war leider auch nur dieses Übersichtsbild durch die Tür durch möglich.

Stellwerk, Schwindegg, Februar 2021

Man sieht, dass der Bahnhof zu einem reinen Kreuzungsbahnhof zurückgebaut wurde. Auf der Hebelbank zu finden sind die Hebel für das Vorsignal Vf, diejenigen der Weiche 9 – Weichen- und zwei Riegelhebel – und diejenigen der W1, auch wieder mit 2 Riegelhebeln. Sperrsignal und Gleissperre, welche 2011 noch vorhanden waren, sind verschwunden. Bei den Signalkurbeln hat sich, gegenüber 2011, nichts geändert, auch die „neuen“ alten Schilder sind noch vorhanden, genauso wie die bunten „Kindergarten-Schilder“ an den Signalkurbeln.
Obwohl, ein Bild habe ich noch. Hier ist der Blockkasten zu sehen. Das Bild ist direkt nach einer Zugkreuzung entstanden, deswegen sind beide Strecken belegt. Oben sind die Tastensperren zu sehen.

Blockapparat, Schwindegg, Februar 2021

Diese beiden Wecker befinden sich am Empfangsgebäude. Ob die noch funktionieren?

Wecker, Schwindegg, Februar 2021

Außenanlagen habe ich natürlich auch noch fotografiert:

Ausfahrsignale Richtung Mühldorf, Schwindegg, Februar 2021

Spannwerke, Schwindegg, Februar 2021

Spannwerke, Schwindegg, Februar 2021

In dem weißen Feld auf dem Gewicht ist die Länge des Drahtzugs angegeben sowie der Name des Elements, welches gestellt wird. Als Beispiel: Auf dem rechten Spannwerk sind zu sehen: W9 und die Länge des Drahtzugs, hier 379 m.

Spannwerke, Schwindegg, Februar 2021

Als nächstes bin ich zu den Ausfahrsignalen auf der Mühldorfer (Weidenbacher) Seite gelaufen. Dort angekommen, schob sich auch der 27038 in den Bahnhof. Hier sieht man auch, dass das Ladegleis nicht mehr vorhanden ist.

Zug 27038, Schwindegg, Februar 2021

Das Ausfahrsignal zeigt allerdings noch Halt, denn es steht eine Kreuzung an. Die Person in der Warnweste ist übrigens der Fahrdienstleiter, der hier gerade dabei ist, den Überweg über Gleis 1 zu sichern. Dazu wird auf dem Zwischenbahnsteig eine Kette gespannt.

Zug 27038, Schwindegg, Februar 2021

Nun kommt auch schon der Gegenzug, der 27027. Seit dem letzten Fahrplanwechsel fahren die Züge auf der Strecke München-Mühldorf unter der Linienbezeichnung RB40, bzw. einzelne Züge als RE4. Vor der Lok ist der Fdl zu sehen, dieser sichert gerade den Überweg zu Gleis 2.

Züge 27027 und 27038, Schwindegg, Februar 2021

Nach einem kurzen Gespräch mit dem Fdl bin ich noch einmal zu den Ausfahrsignalen auf der Mühldorfer Seite gelaufen. Leider ist dieses Bild leicht unscharf, ich zeige es hier aber trotzdem, da hier auch die Kameras der Zugschlussbeobachtungsanlage zu sehen sind (neben der Lok).

Class 66 mit "Chemiezug", Schwindegg, Februar 2021

Wer hört im folgenden Video die Geräusche des Stellwerks? :) Auch hier sieht man schön, dass das Ladegleis nicht mehr vorhanden ist. Lediglich an der Laderampe ist noch ein kleiner Gleisrest vorhanden.


Das war's von Philipp aus Schwindegg – schon alleine wegen der Class 66 sollte ich einmal eine kleine Reise dorthin unternehmen, dann könnte ich auch die anderen Bahnhöfe mit mechanischen Stellwerken besuchen und dokumentieren, was noch da steht!

Sonntag, 3. Januar 2021

Stellwerksproblem am EM55 in Hadersdorf, 2019

2019 gab es in Hadersdorf ein Problem mit einem Signal. Ich war damals auf Besuch bei meiner Mutter, und bei der Abfahrt von Hadersdorf schaute ich in der Fahrdienstleitung vorbei, wo zwei Signaltechniker schon seit Stunden versuchten, den Fehler einzugrenzen. Bei dieser Gelegenheit sind ein paar Fotos vom Innenleben dieses EM55-Stellwerks entstanden:

EM 55, Fdl Hadersdorf, 2019

EM 55, Fdl Hadersdorf, 2019

EM 55, Fdl Hadersdorf, 2019

EM 55, Fdl Hadersdorf, 2019

EM 55, Fdl Hadersdorf, 2019

... und eines vom Schaltplan, über dem der Signalmeister brütet:

Teilschaltplan des EM 55, Fdl Hadersdorf, 2019

Bald wird auch dieses Stellwerk abgebaut werden und der elektronischen Technik weichen müssen – die Ausfallszenarien werden dann andere sein.

Freitag, 1. Januar 2021

Neuigkeiten aus Hörpolding, 2021

Nachdem ich letztes Jahr im Juli schon einmal dort war, bin ich noch einmal nach Hörpolding gefahren, weil ich den Blockapparat aufnehmen wollte – und habe dabei erfahren, dass dort seit Dezember einiges anders ist: Die Züge fahren nun, ausgenommen bei Kreuzungen, planmäßig alle auf Gleis 3 (und nicht mehr auf Gleis 2 wie früher):

628 556, Hörpolding, 1.1.2021

Der Grund ist, dass dadurch Züge nicht mehr den Reisendenübergang überqueren, was eine Gefahrenquelle ausschließt (ob das eine örtliche Regelung und Entscheidung ist oder ob sich hier was am Regelwerk geändert hat, weiß ich nicht). Hier ist der Zug bei der Ausfahrt Richtung Traunreut zu sehen:

628 556, Hörpolding, 1.1.2021

Aber wie ist das in der Gegenrichtung? - da gibt es doch diese alte Formsperrsignal, das ich im Sommer aufgenommen habe:

Sperrsignal Hs 3, Hörpolding, Juli 2020

Muss es nun bei Ausfahrten jedesmal mit auf Sh 1 gestellt werden? Die Antwort: Nein, es darf einfach immer in dieser Stellung bleiben! – auch bei einer Einfahrt aus Richtung Traunstein, wie man hier an der Hebelbank für die Einfahrt oben sieht: Der Hebel für Hp 2 des Einfahrsignals (ganz links, teils hinter der Schnur der Jalousie) ist nach unten umgelegt, und zugleich auch der für das Hs 3 (der blaue Hebel zwischen den nach oben stehenden Ausfahrsignalhebeln). Ich unterstelle, dass dafür eine Abhängigkeit aus dem Verschlusskasten ausgebaut werden musste ...:

Einfahrt von Traunreut, Hebelbank, Hörpolding, 1.1.2021

Hier sieht man das Signal nun im Winter, wo es sich nun nach Jahrzehnten mehr oder weniger in Dauerstellung Sh 0 eines dauernden Sh 1 erfreuen kann:

Sperrsignal Hs 3, Hörpolding, 1.1.2021

Bald darauf fährt die 628er-Garnitur wieder zurück nach Traunstein. An den Ausfahrsignalen am Gleis 3 sind auch neue Ersatzsignale montiert worden, die aber noch mit blauen Plastikfolien verhüllt sind:

628 556, Ausfahrt nach Traunstein, Hörpolding, 1.1.2021

Und hier ist zuletzt noch der Blockapparat, wegen dem ich eigentlich dort war (ebenfalls von außen aufgenommen):

Blockapparat bei Einfahrt von Traunreut, Hörpolding, 1.1.2021