Mittwoch, 28. September 2016

Schweiz 1988: Elektro-Mechanische Mischung in Kreuzlingen

Hier sind einige Bilder aus Kreuzlingen. Der Fahrdienstleiter war nicht so freundlich wie alle anderen in der Schweiz, sodass ich in der Fahrdienstleitung nur ein Bild aufgenommen habe.

Befehlswerk, Fahrdienstleitung

Vor dem Bahnhofsgebäude habe ich diesen Traktor beim Rangieren erwischt:

TeIV 77 vor Bahnhof, Kreuzlingen, 22.8.1988

Als Stellwerk war noch eine mechanische Anlage im Einsatz. Die Weichen waren auch durchgängig noch mechanisch – etwa die Hälfte über Doppeldrahtzugleitungen, der Rest über Gestängeleitungen – angeschlossen, die Signale allerdings bis auf eine Ausnahme auf Lichtsignale umgerüstet.

Gleistafel und Weichenhebel, Kreuzlingen, 22.8.1988

Zur Verbindung mit dem Befehlswerk waren keine Blockfelder mehr vorhanden, sondern in einem gemeinsamen Gehäuse eingebaute Hebelsperren, die auf die Fahrstraßenhebel wirkten. Die Anzeige der beauftragten Fahrstraße erfolgte über Lampen:

Fahrstraßenhebel, Kreuzlingen, 22.8.1988

Hier sieht man einige Weichenhebel. Die beiden nach unten umgelegten Hebel sind Gestängeweichenhebel:

Weichenhebel, Kreuzlingen, 22.8.1988

Neben den Fahrstraßenhebeln befanden sich diese zwei Riegelhebel:

Riegelhebel, Kreuzlingen, 22.8.1988

Beim ersten Versuch eines Stellwerksfotos haben sich drei Wagen in den Vordergrund geschoben:

Stellwerk noch nicht so wirklich, Kreuzlingen, 22.8.1988

Das zweite Foto zeigt das Stellwerksgebäude nun aber in ganzer Schönheit, samt den Läutewerken der vier ausgehenden Strecken:

Stellwerk, Kreuzlingen, 22.8.1988

Leider unscharf ist dieses Bild von fünf Gestängeleitungen geworden:

Gestängeleitungen, Kreuzlingen, 22.8.1988

Und zuletzt sieht man hier noch das letzte Formsignal dieses Bahnhofs, das Rangiersignal R1:

Rangiersignal R1, Kreuzlingen, 22.8.1988

Dienstag, 20. September 2016

Schweiz 1988: Vier Fotos im Vorbeifahren

Auf der Fahrt nach Kreuzlingen habe ich einige Fotos aus dem Zug geschossen. Hier sind die vier, die vielleicht von Interesse sind.

Schrankenantriebe, Eschenz?, 22.8.1988

Sind diese zwei Schalter schon ein (Mini-)Stellwerk? Auf der Tafel darüber steht, mit Kreide geschrieben, "74344 F 21.40" und darunter "Streckensperrung", aber die zwei Kürzel danach – die jeweils mit E beginnen – kann ich nicht erkennen:

Schalter wofür?, Eschenz, 22.8.1988

In Tägerwilen stand noch eine Hebelbank, allerdings waren schon Lichtsignale vorhanden und die Weichen elektrisch angetrieben. Vor dem Stellwerksanbau sieht man ein dunkleres Asphaltrechteck, wo sich wohl früher der Schacht für die ausgehendenden Drahtzugleitungen befunden hatte.

Stellwerk, Tägerwilen SBB, 22.8.1988

Hier ist ein Detailausschnitt aus dem vorherigen Bild, auf dem man einige Details des Stellwerks etwas besser erkennen kann:

Stellwerk, Tägerwilen SBB, 22.8.1988

Und zuletzt noch ein Bild einer Entgleisungsweiche, vermutlich auch in Tägerwilen:

Entgleisungsweiche, Tägerwilen SBB?, 22.8.1988

Montag, 19. September 2016

Schweiz 1988: (Nicht ganz) einmaliger Fahrstraßenverschluss in Cham

Zwischen Rotkreuz und Zug liegt Cham, und dort habe ich eine – finde ich – erstaunliche Anlage aufgenommen. Der Gleisplan des Bahnhofs, den man auf dem folgenden Gleisbild sieht, ist nicht sehr aufregend: 3 Hauptgleise (Gleis 2, 3 und 4), direkt vor dem Ankunftsgebäude das Ladegleis 1 mit Güterschuppen, links ein Abstell- und ein Ausziehgleis, und auf der rechten Seite mündet noch ein Industrieanschluss mit einem eigenen Rangiersignal. Alle Signale sind Lichtsignale, die Ausfahrsignale sind, wie damals in der Schweiz bei kleineren Stationen weitgehend üblich, Gruppenausfahrsignale:

Gleistafel, Cham, 21.8.1988

Das folgende Bild zeigt die ganze Sicherungsanlage. In der Mitte sieht man die vier Hebel für die Hauptsignale – die natürlich nur mehr elektrisch ihre Lichtsignale steuern. Davor ist die Seilscheibe eines fünften Hebels zu sehen, der mit "Von Anschlussgleis E" beschriftet ist – er stellt also offensichtlich das Rangiersignal. Interessanter ist die Weichenbedienung: Die elektrischen Weichen werden wie in Grenchen Süd über umgebaute Fahrstraßenhebel gestellt, die links und rechts der Signalhebel angeordnet sind. Erstaunlich ist aber der Fahrstraßenverschluss: Sie befindet sich oberhalb der Hebelbank, in dem braunen Kasten:

Sicherungsanlage, Cham, 21.8.1988

Hier sieht man diese Fahrstraßenhebel – eher eine Art kleine Kurbeln – aus der Nähe. Mir scheint, dass dies eigentlich ein Freigabewerk einer Fahrdienstleitung war, das mit einem getrennten Stellwerk kommunizierte, mit eigenen Fahrstraßenschubstangen im Inneren für den gegenseitigen Ausschluss, aber ohne mechanische Verbindung zum Verschlussregister des Stellwerks. Wenn ich raten müsste, würde ich zuerst einmal denken, dass
  • früher das Stellwerk außerhalb der Weichenhebel noch wie üblich Fahrstraßenhebel hatte;
  • dass diese aber beim Umbau zu elektrischen Weichen entfielen (weil aus den Fahrstraßenhebeln Weichenhebel wurden?) und dafür aus irgendeinem anderen Bahnhof das Freigabewerk herangeschleppt und hier für den nun rein elektrischen Verschluss der Fahrstraßen umgebaut wurde.

Fahrstraßenverschluss, Cham, 21.8.1988

Obwohl ... das folgende Foto von der Rückseite der Anlage zeigt ziemlich sicher, dass es hier eine mechanische Verbindung der kleinen Kurbeln nach unten zu einem Verschlussregister gab – was bedeutet, dass die Anlage original schon so aufgebaut gewesen war: Was dann jedenfalls eine sehr außergewöhnliche Konstruktion ist – von obenliegenden Fahrstraßenhebeln bei einem mechanischen Stellwerk habe ich sonst noch nie etwas gehört oder gesehen oder gelesen!

Rückseite der Sicherungsanlage, Cham, 21.8.1988

Die Fragen lassen sich aber heute noch klären: Offenbar ist das Stellwerk als Museumsanlage erhalten geblieben! Ich habe zwar keine Webseite gefunden, die sie beschreibt, aber zumindest hier und hier sind Bilder zu sehen, die Folgendes zeigen:
  • das Verschlussregister ist nun hinter einer Plexiglasabdeckung sichtbar; 
  • auf der linken Seite sind wieder mechanische Weichenhebel (statt der umgebauten Fahrstraßenhebel) aufgebaut; 
  • und vor allem sieht man Verbindungsstangen vom Fahrstraßenkasten oben nach unten, die offenbar nicht elektrische Leitungen führen (womit ich auch spekuliert hatte), sondern eben mechanisch eine Bewegung übertragen – man hätte sicher nicht acht einzelne und genau senkrechte dünne Rohre für Drahtleitungen verwendet.
Und so einmalig ist die Anlage in Cham nicht: Auf der ersten der beiden Webseiten oben findet man Bilder von Hinwil, die einen gleichartigen Fahrstraßenverschluss zeigen – aber zurück nach Cham!

Hier sieht man die drei Weichenhebel auf der linken Seite (die heute wieder durch mechanische Hebel ersetzt sind), mit den aufgesetzten Hebelsperren. Nach unten verschwinden Stangen zu einem senkrecht angeordneten Verschlussregister – was auch für eine mechanische Verbindung mit den Kurbeln spricht, weil ja die Fahrstraßenschubstangen des Registers bewegt werden müssen:

Weichenhebel, Cham, 21.8.1988

Rotkreuz ist auf diesen Hebeln noch mit "th" geschrieben – im Gegensatz dazu steht es neben den Fahrstraßenkurbeln mit "t", sodass dort wohl später neue Schildchen angebracht wurden, aus welchem Grund auch immer:

Signalhebel, Cham, 21.8.1988

Signalhebel, Cham, 21.8.1988

Neben der Hebelbank stand ein Integraschalterwerk mit einem einzigen Schalter für eine Barriere. Der hauptsächliche Zweck war die Blockbedienung:

Schalerwerk, Cham, 21.8.1988

Irgendwo gab es diese kleine Steuerung für Fahrleitungsschalter. Der Verputz lässt mich vermuten, dass dieses Kästchen am Bahnsteig angebracht war – ein Umstellen durch Bahnfremde war durch die querliegende Blechschiene verhindert, die man mit einem Vierkant aufsperren und wohl ein Stück verschieben musste:

Fahrleitungsschalter, Cham, 21.8.1988

Leider ist das Bahnhofsfoto von der Gleisseite her am Abend unscharf geworden – ich zeige es dennoch, weil man sieht, dass damals noch in solchen kleinen Unterwegsbahnhöfen ein "Rangiertraktor" stationiert war, der zumindest den Postwaggon an einen durchgehenden Zug schieben konnte. Hier in Cham hat er wohl auch den oben erwähnte Industrieanschluss bedient (war der durchgehend elektrifiziert?):

Bahnhof, Cham, 21.8.1988

Das Foto von der Straßenseite ist dafür verwendbar:

Bahnhof, Cham, 21.8.1988

Freitag, 9. September 2016

Schweiz 1988: Maroggia-Melano

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Leider viel zu dunkel ist dieses Bild eines zweiachsigen "Traktors" geworden:

Bahnhof, Maroggia-Melano, 20.8.1988

Im selben Bahnhof habe ich dann das Integra-Schalterwerk aufgenommen. Richtung Melide war die Strecke schon "banalisiert", also für Gleiswechselbetrieb eingerichtet, was man an den beiden Einfahrsignalen auf dieser Seite erkennt. Aus Richtung Capolago gibt es aber nur ein Einfahrsignal, daher wurde die Strecke dort im Richtungsbetrieb betrieben:
Schalterwerk, Maroggia-Melano, 20.8.1988

Interessant sind hier die Signalbezeichnungen, die endlich einmal andere Fahrbegriffe als nur 1 und 2 zeigen: Die Einfahrsignale sind als A711/2/3 und A621/2/3 bezeichnet, können also jeweils die Fahrbegriffe 1 ("Freie Fahrt"), 2 ("Geschwindigkeits-Ausführung 40km/h") und 3 ("Geschwindigkeits-Ausführung 60km/h") anzeigen. Bei den Ausfahrsignalen finden wir B1,22/3 für die ersten beiden Bahnsteiggleise sowie B31/3 und B41/2 an den durchgehenden Hauptgleisen.

Hanspeter Thöni hat noch eine ganze Reihe von Anmerkungen:

Wenn man das Gleisbild etwas vergrössert, sieht man, dass bei den Weichen 1, 2 und 3 eine Art 'Keil' im Schenkel aufgemalt ist. Dieser 'Keil' bedeutet, dass dies eine 'Weiche besonderer Bauart' ist, welche mit 60km/h befahren werden kann. Das passt zu den möglichen Begriffen an den Signalen.

Dass rechts 'banalisiert' ist, sieht man auch an den Fahrstrassensignalschaltern: Auf dieser Seite gibt es keine roten Signalbuchstaben mehr, da es keine 'falschen' Fahrten mehr gibt. Wie es häufig vorkam, gab es im Stellwerk beim Umbau auf die Banalisierung zu wenig Platz für die Blockbedienung des neuen Blockes. Daher wurde ein mini-Domino montiert für die Blockbedienung.

Da kein Detailbild der linken Seite vorhanden ist, ist nicht zu sehen, welche Blockart dort vorhanden ist. Entweder das gleiche wie in Grenchen Süd, oder dann noch ein OH-Block (genannt Chrüzliblock). Gesichert ist nur, dass man ein Gleis ausser Betrieb nehmen bzw. sperren und dann auf dem anderen Gleis einspurig fahren konnte.

Das Runde über dem Schalter von Weiche 8/Ss ist eine Hilfssperre.

Auf dem Bild
oben mit dem ganzen Stellwerk sieht man links (unterhalb des Kalenders) ein Tableau, einzelne Lampen leuchten. Mit diesem Tableau wurde das Licht des Bahnhofes gesteuert, also Gleislampen, Perron-Beleuchtung, Publikumsräume usw. Heute wird auch das alles ferngesteuert bzw. ist automatisiert.

Schalterwerk, Maroggia-Melano, 20.8.1988

Bei der Rückfahrt über den Gotthard gingen schwere Gewitter nieder, meine Fotos bei Wassen wurden deshalb auch alle unscharf (und ich lasse sie hier weg). Vorher habe ich aber – ich denke, in Airolo – dieses Bild eines Sturzbaches über dem Bahnhof aufgenommen:

Stürzendes Wasser, Airolo?, 20.8.1988

Donnerstag, 8. September 2016

Schweiz 1988: Lugano

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Ganz woanders, auch sprachlich: Von der Standseilbahn in Lugano im Tessin habe ich dieses eine Bild geschossen:

Standseilbahn, Lugano, 20.8.1988

Das Stellwerk war eine klassische VES1912-Anlage:

Stellwerk, Lugano, 20.8.1988

Die Fahrstraßen-Signalschalter waren alle auf der rechten Seite angebracht:

Stellwerk, Fdl, Lugano, 20.8.1988

Über dem elektromechanischen Stellwerksapparat war später eine Integra-Gleistafel montiert worden:

Gleisbild, Lugano, 20.8.1988

Hier sieht man die Fahrstraßen-Signalschalter, links Richtung Lamone-Cadempino, rechts von und nach Melide:

Stellwerk, Lugano, 20.8.1988

Und zuletzt ein Bild des imposanten Ankunftsgebäudes:

Bahnhof, Lugano, 20.8.1988

Schweiz 1988: Rheinhafen in Basel

Am Rheinhafen in Basel sind die folgenden Bilder entstanden, die ich eher der Vollständigkeit halber hier poste. Auf den ersten beiden sieht man tatsächlich noch ein klassisches Umladen von Getreide mit einem Kran vom Schiff auf die Bahn:

Hafen, Basel, 19.8.1988

Hafen, Basel, 19.8.1988

Im Rangierdienst war die Diesellok Bm 4/4 18436 unterwegs:

SBB Bm 4/4 18436, Basel Rheinhafen, 19.8.1988

Hier sieht man wieder einen der Weichenhebel, die die SBB für ortsbediente Weichen aufgestellt hat:

Weichenhebel, Basel Rheinhafen, 19.8.1988

Mit Schwung wird er hier umgestellt:

Umstellen einer Weiche, Basel Rheinhafen, 19.8.1988

Die Rangiermannschaft war offenbar nicht unerfreut darüber, abgebildet zu werden:

Rangiermannschaft, SBB Bm 4/4 18436, Basel Rheinhafen, 19.8.1988

Den Lokführer habe ich allerdings nicht wirklich gut erwischt:

Triebfahrzeugführer, SBB Bm 4/4 18436, Basel Rheinhafen, 19.8.1988

Mittwoch, 7. September 2016

Schweiz 1988: Vorbeifahrten in Läufelfingen und sonst wo

Zwei Aufnahmen von SBB-Lokomotiven, wo auch immer aufgenommen:

SBB Ae 6/6 11417, 19.8.1988

SBB Ee 3/3 16425, 19.8.1988

Im Vorbeifahren habe ich das Integra-Schalterwerk in Läufelfingen erwischt:

Schalterwerk, Läufelfingen, 19.8.1988

Stellwerk, Läufelfingen, 19.8.1988

Und irgendwo – eventuell in Sissach – ist mir die folgende Ae 4/7 entgegengekommen.

Hanspeter Thöni hat noch ein interessantes Detail auf dem letzten Bild festgestellt: Bei der Weiche ist der Punkt, wo das Profil frei seit muss, nicht am gleichen Ort wie die Trennung der Gleisfreimeldung. Daher wurde zwei Pflöcke aufgestellt. Der gelbe kennzeichnet die Gleisfreimeldung, der rote ist das Sicherheitszeichen für die Profilfreiheit ... das entspricht genau der "kleinen" und "großen" Grenzmarke, wie sie in Österreich verwendet wurden.

Ae 4/7 11003, Sissach?, 19.8.1988