Donnerstag, 31. August 2017

Fünf Bahnhöfe auf der Leobersdorfer und der Traisentalbahn, 1989

Ende April 1989 habe ich fünf Bahnhöfe südlich von St.Pölten besucht, deren Sicherungsanlagen ich in den nächsten Postings zeige:
Mit irgendeinem Pers hinter einer 2143 bin ich bei Regenwetter am Gerichtsberg angekommen:

2143 02x, Gerichtsberg, 30.4.1989

Die große Fahne für den 1. Mai war schon vorbereitet – davor steht die Sicherungsanlage des Mittelstellwerks:

Stellwerk, Fdl, Gerichtsberg, 30.4.1989

Der Bahnhof hatte auf beiden Seiten zweiflügelige Ausfahrsignale – formal sind das Gruppenausfahrsignale, aber weil es nur zwei Hauptgleise gab (Gleis 1 und 3), war die Signalisierung trotzdem eindeutig:

Stellwerk, Fdl, Gerichtsberg, 30.4.1989

Der Blockapparat ist für ein Mittelstellwerk etwas erstaunlich: Eigentlich würde ja ein einzelnes Ff-Feld je Seite reichen. Hier aber gab sich der Fahrdienstleiter selbst das Signal frei – die entsprechenden Felder waren nicht als "Befehlsabgabe" bezeichnet (denn da würde man sich ja selber "einen Befehl geben"), sondern fast nach der alten Nomenklatur als "Signalfelder". Die Ff-Felder sind ziemlich sicher Wechselstrom-Gleichstrom-Felder, die vom Zug durch das Blocken des Signalfeldes wieder aufgelöst werden (das erklärt auch, wieso ich auf dem weiter unten folgenden Foto des Bahnhofs keine Auflösetasten außen am Bahnsteig erkenne):

Stellwerk, Fdl, Gerichtsberg, 30.4.1989

Eine ganze Reihe von EKs wurde von hier überwacht:

Schrankenüberwachungen, Fdl, Gerichtsberg, 30.4.1989

Hier sieht man das kleine Gebäude, das für diese Kreuzungsstation am höchsten Punkt der Bahn ausreichte:

Bahnhofsgebäude, Gerichtsberg, 30.4.1989

Aus der Nähe habe ich das Ausfahrsignal H1-3 aufgenommen:

Ausfahrsignal H1-3, Gerichtsberg, 30.4.1989

Nach dem Marsch durch den kurzen Scheiteltunnel sieht man schon das Einfahrsignal A:

Gerichtsberg, 30.4.1989

Hier sind zwei Detailaufnahmen davon:

Einfahrsignal A, Gerichtsberg, 30.4.1989

Einfahrsignal A, Gerichtsberg, 30.4.1989

Beim Blick zurück zum Tunnelportal erkennt man an der rechten Schiene eine Spurkranzschmierung:

Tunneleinfahrt auf der Wittmansdorfer Seite, Gerichtsberg, 30.4.1989

Wieder zurück im Bahnhof habe ich noch diese Vermessungsmarke aufgenommen (und ich habe gerade verstanden, wieso diese Marken so "ungerade" Höhen angeschrieben hatten: Sie wurden zuerst montiert, danach eingemessen und erhielten zum Schluss das nach der Vermessung angefertigte Schild mit der nivellierten Höhe):

Höhenmarke, Gerichtsberg, 30.4.1989

Zuletzt hat mich diese 2143 wieder in Richtung St. Pölten mitgenommen:

2143 017, Gerichtsberg, 30.4.1989

Kommentare:

  1. hm... - wenn die Fahrstraßenfestlegung kombinierte Felder waren, wie soll das zusammen mit den Signalfeldern funktioniert haben?

    Ich hatte mir die Funktion eigentlich analog derer wie in Feistritz vorgestellt.

    Aber ja zugegeben: In Feistritz macht das ganze von der Bedienung und Beschriftung her mehr "Sinn".

    Aber auch am Gerichtsberg kann ich mir eigentlich nur vorstellen, dass das Blocken der Fahrstraßenfestlegung das passende Signalfeld entblockt hat, konsequenterweise muss dann das Signalfeld eigentlich zurück auf die Ff geblockt haben - ansonsten wäre dieser Rückblock ja völlig ins Leere gelaufen? Aber gut, das kann natürlich sein, nur wozu der Aufwand?

    Meine Vermutung ist - da hat man es sich einfacher gemacht. Es gibt weder Auflösetasten noch irgendwo eine Iso-Schiene, sondern die Fahrstraße wird einfach mit dem Blocken der Signal-Felder wieder aufgelöst.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach na klar - in Feistritz hab ich's mir so schön überlegt - und hier vergessen: Ich ändere meine "Vermutung" schleunigst ab!

      H.M.

      Löschen