Freitag, 5. September 2014

Fünfschlägiger Schranken an eingleisiger Hauptstrecke: Maria Saal, 1987

Der Bahnhof von Maria Saal lag an der damals noch eingleisigen Verbindungsbahn von St.Veit nach Klagenfurt, die die kkStB 1869 als Flügelbahn der Strecke St.Michael—Villach erbaut hatte. Das war der letzte eingleisige Flaschenhals auf der schon längst verkehrsmäßig eine Einheit bildenden Strecke von Wien über Bruck.a.d.Mur und Knittelfeld nach Villach.

Am ersten Bild sehen wir den Rankapparat in der Fahrdienstleitung:

Fdl, Maria Saal, 2.8.1987

Am Stellwerk 1 befand sich ein typischer Blockapparat – leider habe ihn aber nicht vollständig fotografiert! Am folgenden Bild sieht man den oberen Teil der Blockfelder, und man kann nun raten, was sie für Bezeichnungen haben. Ganz links und rechts befinden sich sicher die Be+Ts-Paare, und das rechte der zwei mittleren Felder ist das Ff-Feld, weil es hier eine weiße Blende zeigt. Unklar ist aber das rote Feld links der Mitte: Vermutlich ist es ein Za-Feld für eine Anschlussbahn auf der Strecke nach St.Veit.

Blockfelder und Signalanzeigetafel, Stw.1, Maria Saal, 2.8.1987

Hier sieht man die Signalanzeige noch einmal kurz später bei einer Einfahrt, mit freistehendem Einfahrsignal. Auch die Lampe der Ausfahrvorsignal-Anzeige sollte die Grünlampe sein (weil sie die untere ist), obwohl sie auf dem Bild schon sehr gelb aussieht:

Signalanzeige bei einer Einfahrt, Stw.1, Maria Saal, 2.8.1987

Die Bedienung der Signale erfolgte hier über Knaggen unterhalb des Blockapparats – hier sieht man jene für die Ausfahrsignale H. Zwei Knaggen verschließen die Schlüssel der Sperrschuhe für Ladegleis und Anschlussbahn:

Hebelbank, Stw.1, Maria Saal, 2.8.1987

Auf der Stirnseite des Stellwerks befanden sich zwei Schrankenkurbeln sowie ein kleines Zentralschloss, mit dem aus zwei Schlüsseln für Gleissperren einer gemacht wird. Leider ist das Foto sehr dunkel, doch auf dem Original erkennt man bei den unteren beiden Schlüsseln die Schildchen mit den Aufschriften "Sp1A/W1A" und "Sp1R/W1R" und rechts oben das Schild "Sp1A/W1A Sp1R/W1R", also für die beiden auf der Signaltafel erkennbaren Weichen und dazugehörigen Sperrschuhe. Wo sich der dritte Sperrschuh befindet, für den es die zweite Knagge gibt, kann ich leider nicht mehr feststellen:

Zentralschloss, Schrankenkurbeln und Merktafel, Stw.1, Maria Saal, 2.8.1987

Über dem kleinen Gleisanzeiger sieht man die große Rückblocktaste:

Gleisanzeiger, Stw.1, Maria Saal, 2.8.1987

Hier ist ein Bild des Stellwerks. An den Gleisen im Hintergrund erkennt man, dass die Anschlussbahn im Gegensatz zur Zeichnung auf der Signaltafel eine weitere Weiche gehabt haben muss:

Stellwerk 1, Maria Saal, 2.8.1987

Diese Gleisnägel waren an sich für Holzschwellen vorgesehen, aber mit einem Holzdübel waren sie auch für Betonschwellen verwendbar:

Holznagel auf Betonschwelle, Maria Saal, 2.8.1987

Die Ausfahrsignale in diesem Bahnhof waren noch niedrige Lichtsignale der ersten ÖBB-Generation:

Ausfahrsignale R3, R1, Maria Saal, 2.8.1987

Am Stellwerk 2 habe ich den Blockapparat ordentlich fotografiert, aber hier hat er nur die fünf typischen Felder einer eingleisigen Strecke:

Blockapparat, Stw.2, Maria Saal, 2.8.1987

Blockapparat und Hebelbank, Stw.2, Maria Saal, 2.8.1987

Auf diesem Stellwerk wurden die Signale über ein kleines Pult gestellt. Daneben befand sich noch eine Schrankenüberwachung:

Signalanzeige- und -stellpult, Stw.2, Maria Saal, 2.8.1987

Wie am Stellwerk 1, so fehlte auch hier offenbar eine Beschriftung des Stellwerks:

Stellwerk 2, Maria Saal, 2.8.1987

Obwohl die Sicherungsanlage von der Bauart 5007 war, hatte man die Antriebe einiger Weichen durch Einheitsantriebe ersetzt. Weil aber die Bauart 5007 keine Spannwerke kennt, mussten an den Weichen die Stellgewichte zur Sicherung der Endlage auch bei lockeren Drahtzügen verbleiben. Hier sieht man den geöffneten Antrieb und den ebenfalls abgedeckten Riegel der Weiche 52:

Einheitsantrieb (mit Stellgewicht!) und Einheitsriegel der Weiche 52, Maria Saal, 2.8.1987

Dieses Detailbild zeigt den einfachen Aufbau eines Weichenriegels:

Einheitsriegel der Weiche 52, Maria Saal, 2.8.1987

Die gekröpften Riegelstangen laufen hier über den Einheitsantrieb hinweg:

Einheitsantrieb der Weiche 52, Maria Saal, 2.8.1987

Maria Saal hatte einen großen fünfschlägigen Schranken:

Fünfschlägiger Schranken, Maria Saal, 2.8.1987

Kurz nach meinem Besuch am Stellwerk 2 kam eine 4010-Doppeltraktion aus Klagenfurt:

4010.020 und noch ein 4010, Maria Saal, 2.8.1987

Und hier sieht man, wie sich nach dem Schnellzug der Schranken wieder öffnet:

Fünfschlägiger Schranken beim Öffnen, Maria Saal, 2.8.1987

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