Sonntag, 28. Juni 2015

Der "Turm" in Floridsdorf, 1988

Am 9.Mai 1988 war ich in Floridsdorf und am Praterstern unterwegs.

Hier sieht man den DrS-Stelltisch des Zentralstellwerks in Floridsdorf. Vorne sind die (nur) vier Bahnsteiggleise zu erkennen, dahinter die Gleisverzweigung nach Stockerau und Süßenbrunn sowie in die Zugförderung, wo ja der Großteil der Schnellbahnzüge übernachtet. Links oben am Stelltisch ist noch die Anbindung des Floridsdorfer Frachtenbahnhofs zu sehen, allerdings nur als Anzeige – die Fahrstraßen und Signale dort wurden vom Fahrdienstleiterstellwerk 2 an der Siemensstraße und dem zugehörigen Wärterstellwerk 1 gestellt.

Stelltisch, ZStw. Floridsdorf, 9.5.1988

Hier sieht man den südlichen Bahnhofskopf samt der Überwachung der drei Blocksignale von Wien Nord her. Die umgelaufene Weiche 4 (laut den Stelltischaufschriften lag sie links von der Weiche 5 – etwa damit die Weichen der mittleren Gleisverbindung die aufeinanderfolgenden Nummern 3 und 4 hatten? – dasselbe Muster findet sich auch bei der dritten Verbindung: 8 liegt weiter außen als 7, die Gleisverbindung ist 6/7) ist eine klassische Zwieschutzweiche: Sie kann nicht zugleich einer Ausfahrt vom letzten Gleis (Gleis 4 – hier waren die Gleise untypisch von vorne nach hinten aufsteigend nummeriert – die Nummerierungen hier scheinen alle sehr speziell gewesen zu sein) und einer Einfahrt Schutz gewähren:

Stelltisch, ZStw. Floridsdorf, 9.5.1988

Eine Garnitur fährt in die Zugförderung und löst hinter sich die Weichen auf:

Stelltisch, ZStw. Floridsdorf, 9.5.1988

Über dem Stelltisch war der Monitor der RZÜ (rechnergesteuerte Zugüberwachung) aufgehängt, die Zugnummern und Abweichung vom Fahrplan automatisch entlang der Schnellbahnstellwerke übertrug:

RZÜ-Monitor, ZStw. Floridsdorf, 9.5.1988

Hier ist die Darstellung der Überwerfung der Stockerauer Strecke über das Gleis Richtung Süßenbrunn zu sehen:

Stelltisch, ZStw. Floridsdorf, 9.5.1988

Am Südende des Frachtenbahnhofs sind zwei Fahrten gestellt:

Stelltisch, ZStw. Floridsdorf, 9.5.1988

Groß war die Fotoausbeute nicht, die ich mitgenommen habe. Dafür habe ich vom interessanten "Turm" zwei Aufnahmen gemacht:

Stellwerksturm, ZStw. Floridsdorf, 9.5.1988

Stellwerksturm, ZStw. Floridsdorf, 9.5.1988

Und auf dieser Aufnahme des Bahnhofsgebäudes von der Straßenseite her ist zufällig einer der "Büffel" der Jenbacher Werke zu sehen, also jener Motorkarren, die früher bei Post und Bahn in großer Zahl vorhanden waren. Es gab sie in Benzin- und Elektromotorausführung, die letzteren waren – glaube ich – von Elin gebaut. Ich war als Kind begeistert von der einfachen Lenkung über den seitlichen Handgriff – so ganz anders als das Lenkrad des elterlichen Autos! –, und im Kopf habe ich die Zahnräder oder Gestänge konstruiert, die da drinnen runter zu Rädern gehen mussten, um sie nach links und rechts zu stellen. Unangenehm waren sie natürlich im Winter und vor allem bei Regen zu fahren:

Bahnhofsgebäude und "Büffel", Floridsdorf, 9.5.1988

Kommentare:

  1. Letzte Bilderfrage haben sie auch Bilder von denn alten Bahnhofgebäude Floridsdorf von innen bevor er in denn 90er Jahre abgebaut worden ist?

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