Sonntag, 22. Dezember 2019

Elektromechanisches Stellwerk in Albacina, 1990

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An einem der darauffolgenden Tage sind wir über Albacina bis nach Macerata gefahren. Hier sind die Fotos von der Fahrt bis nach Albacina.

Die ersten zwei Bilder zeigen Deckungssignale für Bahnübergänge ("segnale di protezione di un PL", die Abkürzung bedeutet "passaggi a livello", also ungefähr "schienengleicher Übergang"). Wie auch im Signalbuch der FS zeige ich sie in verkehrter Reihenfolge (die beiden Signale gehören wohl nicht zum selben Bahnübergang): Das erste Bild zeigt ein Übergangsschutzsignal (segnale di protezione) mit der Anzeige, dass die Schranken geschlossen sind und die Strecke daher frei (via libera):

Bahnübergangssignal, Cancelli di Fabriano, Mai 1990

Das folgende Bild ist ein zugehöriges "Vorsignal" (segnale di avviso), das anzeigt, dass das folgende Übergangsschutzsignal "freie Fahrt" gewähren wird (avviso di via libera):

Bahnübergangssignal, Cancelli di Fabriano, Mai 1990

Irgendwo standen wieder einmal alte Dampfloks herum – ich denke, im Abzweigbahnhof Fabriano, bin mir aber nicht sicher:

940.006, Fabriano?, Mai 1990

Dampfloks, Fabriano?, Mai 1990

In Albacina konnte ich einen Stellwerksapparat aufnehmen, diesmal wieder – so wie in Ciampino – einen elektromechanischen:

Stellwerk, Albacina, Mai 1990

Stellwerk, Albacina, Mai 1990

Rechts oben ist das Instrument für den Streckenblock zu sehen – es sieht nahezu nagelneu und ziemlich "britisch" aus. Hier ist es herausvergrößert, ohne weitere Erläuterungen, weil ich leider gar keine Ahnung habe, wie es bedient wird und funktioniert (eine schöne Abbildung davon findet sich in der Magisterarbeit "Il Segnalamento: Principi e Tecnologie per la Regolazione del Traffico Ferroviario" von Ludovico Zampiero von 2016, die im Internet als Download zu finden ist; die ich aber noch nicht durchgearbeitet habe):

Streckenblockeinrichtung, Albacina, Mai 1990

Ein Bauzug stand auf einem Nebengleis – die Lok schaut sehr henschel-artig aus, wenn ich raten müsste:

Bauzug mit Diesellok, Albacina, Mai 1990

Dieses Ausfahrsignal – für das Gleis rechts daneben! – kann anzeigen, ob es auf die linke Strecke Richtung Falconara geht ("1") oder auf die rechte nach Macerata ("2"):

Ausfahrsignale, Albacina, Mai 1990

Wenn man das Ausfahrsignal für das Gleis links davon herausvergrößert (Klick auf das Bild zeigt den Ausschnitt in voller Diascan-Auflösung), dann stellt man erstaunt fest, dass auch dieses Signal einen Gleisanzeiger für beide Strecken hat, obwohl es zur Strecke nach Macerata gar keine Gleisverbindung gibt:

Ausfahrsignale, Albacina, Mai 1990

Hier sieht man das etwas schäbige Bahnhofsgebäude:

Bahnhof, Albacina, Mai 1990

Und hier ist ein letzter Blick auf den Stellwerksapparat. Signalrelais (oder Gleisrelais?) sind auch in Hängeschränken über den Fenstern angebracht – der Platz ist offenbar ziemlich knapp geworden in diesem Stellwerksanbau:

Stellwerk, Albacina, Mai 1990

Samstag, 21. Dezember 2019

Alcune vecchie locomotive in der Toskana

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Hier ist eine Handvoll Triebfahrzeugfotos aus der Toskana. Das erste zeigt die verbreitete Diesellok der FS für alles und jedes:

D345 1087, Firenze Santa Maria Novella, Mai 1990

Diese Stangendiesellok ist entweder von Henschel gebaut oder ein Lizenzbau, würde ich vermuten:

Stangen-Diesellok im Bauzugdienst, Firenze Santa Maria Novella, Mai 1990

Auf der Strecke von Arezzo nach Sinalunga waren die EDz 12/13 der LFI damals noch in ihrer Ursprungsausführung unterwegs. Seither sind sie offenbar umgebaut worden (siehe z.B. diese Webseite), aber versehen noch immer ihren Dienst:

Lok der Eisenbahn Arezzo-Sinalunga, Arezzo, Mai 1990

Die viel jüngeren Pendolino der Serie ETR 450 sind hingegen seit einigen Jahren nicht mehr im Einsatz:

ETR 450, Firenze Santa Maria Novella (?), Mai 1990

ETR 450, Firenze Santa Maria Novella (?), Mai 1990

Mittwoch, 13. November 2019

Rätselhafte Signalhebel und die Details eines Spannwerks in Rapolano Terme

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Ergänzung 22.12.2019: Bis gestern war meine Erklärung samt den Skizzen hier falsch; jetzt sollte aber alles stimmen!
Ergänzung 1.1.2020: Solche "Kompensatoren" gab es offenbar nicht nur in Italien – ein Plan in Hans G. Wäglis "Hebel, Riegel und Signale" zeigt eine solche Einrichtung auf dem Lageplan eines Schweizer Bahnhofs von 1885!
Rapolano Terme ist ein kleiner Bahnhof nahe Asciano, dessen Ausfahrt in einer weiten Kurve um den höhergelegenen Ort liegt. Die Signalisierung war minimal: Auf der beiden Seiten gab es Semaphore als Einfahrsignale, auf einer Seite auch noch ein Signal, das wie ein Ausfahrsignal angeordnet war, aber keines war, und darüber hinaus muss es noch ein viertes Signal gegeben haben, alles zusammen mit einer sonderbaren Anordnung der "Bedienstellen" (Stellwerke will ich nicht sagen). Der Bahnhof war mehr oder weniger kurz vor einem Umbau auf Lichtsignale und fernbediente Weichen – diese waren schon installiert, aber noch nicht in Betrieb. Die folgenden Bilder zeigen noch die alten mechanischen – und eben interessanten – Sicherungsanlagen.

Das folgende Bild ist eine Skizze der Gleisanlagen, Signale und ihrer Bedienstellen. Den einen Semaphor (2), den ich fotografiert habe, habe ich fest eingezeichnet. Alle anderen Semaphore, die ich nicht gesehen und nicht fotografiert habe, von denen ich aber Signalhebel dokumentiert habe, sind mit strichliertem Mast eingezeichnet. Zwei von ihnen, die als Einfahrsignale dienten, waren sicher vorhanden:
  • Den einen auf der Seite Sinalunga (Chiusi) habe ich mit * bezeichnet, weil sein Signalhebel – den wir gleich sehen werden – keine Nummer trug.
  • Ein weiterer befand sich hinter der Straßenbrücke auf der Seite Asciano, er hatte einen Hebel mit Nummer 1.
Zuletzt muss es einen weiteren Sempahor als Deckungssignal in größerem Abstand gegeben haben, dessen Signalhebel – woanders aufgestellt – ebenfalls mit 1 bezeichnet war.

Die Bedieneinrichtungen habe ich als kleine Stellwerke eingezeichnet: Im Bahnhof selbst standen zwei Signalhebel, je einer für jedes Einfahrsignal. Darüberhinaus gab es ein kleines "Stellwerk" neben einem Bahnübergang, wo sich ebenfalls zwei Signalhebel befanden – die Hebel sieht man alle auf folgenden Bildern, und ich denke, dass meine Zuordnung zu den Signalen stimmen könnte.

Zuletzt habe ich noch die zwei Spannwerke, die ich tatsächlich fotografiert habe, ergänzt und sie in eckigen Klammern Signalen zugeordnet. Ziemlich sicher gab es auch für die anderen beiden Signale – das Deckungssignal 1 aus Richtung Sinalunga und das Einfahrsignal 1 aus Richtung Asciano – solche Spannwerke, weil auch deren Hebel "drahtnachlassend" waren, aber eingezeichnet habe ich sie nicht:

Gleis- und Signalplan von Rapolano Terme um 1990

Aber sehen wir uns nun die Anlagen im einzelnen an.

Das erste Foto ist von der Ausfahrt des Triebwagens, der uns von Asciano nach Rapolano Terme gebracht hat. Links sieht man die neuen Ausfahrsignale auf einem Ausleger, im Hintergrund ein Signal, das wie ein Ausfahrsignal aussieht, weil es an der entsprechenden Stelle steht. Am Streckengleis verlässt der Dieseltriebwagen unter einer kleinen Rauchwolke den Bahnhof:

Ausfahrt eines Aln663, neue Ausfahrsignale und alter Semaphor, Rapolano Terme, Mai 1990

Nach der Ausfahrt des Zuges steht der Semaphor noch lange in Freistellung. Wäre das ein richtiges Ausfahrsignal, könnte es längst vom Fahrdienstleiter auf Halt gestellt werden: Deshalb, und weil es im Bahnhof auch keinen Signalhebel für dieses Signal gibt, meine ich, dass es kein Ausfahrsignal, sondern ein Deckungssignal für einige Bahnschranken ist, die sich hinter der langgezogenen Kurve rund um den höhergelegenen Ort befinden:

Semaphor steht noch auf Frei, Rapolano Terme, Mai 1990

Nach einiger Zeit geht der Semaphor nun doch auf Halt – der Zug ist nun wohl beim Schrankenposten vorbei, der die Deckungssignale bedient:

Semaphor geht auf Halt, Rapolano Terme, Mai 1990

Semaphor, Rapolano Terme, Mai 1990

Hier sieht man den Signalarm aus der Nähe. Wie in Britannien werden auch die italienischen Formsignale nur mit einem einzelnen Zugdraht freigestellt:

Semaphor, Rapolano Terme, Mai 1990

Schon beim ersten Blick hinter dem Triebwagen her haben wir die neuen Signale gesehen; hier ist nun ein Weichenantrieb für den kommenden Fernstellbetrieb zu sehen. Er ist zwar schon fest an der Weiche montiert, aber weder die Stellstangen noch die Riegelstangen sind eingebaut, wie man an den vier freiliegenden Augen sieht:

Neuer Weichenantrieb, noch nicht eingebunden, Rapolano Terme, Mai 1990

Beim Bahnübergang im Bahnhofsbereich, direkt vor dem Deckungssignal, sieht man einerseits den alten, mechanischen Antrieb, davor aber auch schon den neuen elektrischen und auch dazugehörige Blinklichter. Am neuen Antrieb fehlen aber noch die roten Punkte auf dem Löffelrad:

Alter und neuer Schrankenantrieb, Rapolano Terme, Mai 1990

Ich habe mich dann auf den Weg zurück zum Bahnhof gemacht und dabei einen alten Ladekran aufgenommen. Das Bild hatte aus irgendeinem Grund einen weißen, voll belichteten Streifen, den ich im Diarahmen mit einem schwarzen Filmstück abgedeckt habe. Leider ist dieses Stück irgendwann vor dem Scannen verrutscht – das Ergebnis ist nun schlechter als ohne die Abdeckung – nun ja. Der Kran ist übrigens immer noch vorhanden – auf Satellitenaufnahmen des Bahnhofs und auf Google Street View kann man ihn schön erkennen, wie er dort nutzlos herumsteht:

Alter Ladekran, Rapolano Terme, Mai 1990

Das folgende Bild zeigt einerseits den Kurbelantrieb für den Schranken, den wir gerade gesehen haben, andererseits den Hebel für das Einfahrsignal aus Richtung Sinalunga. Der Hebel ist hier in der verschlossenen Grundstellung zu sehen – der Gewichtshebel ist mit einer kleinen Kette und einem Verschlussstück in dem Schloss am Signalbock festgelegt. Sehr interessant ist, dass das Signal offensichtlich durch Nachlassen des Signaldrahtes freigestellt wird – das ist ja nun wirklich "ein starkes Stück" für eine Sicherungsanlage: Denn es bedeutet ja, dass ein Drahtriss ebenfalls zur Freistellung führt! Wie kann so eine Konstruktion nur erlaubt sein? Wir werden weiter unten sehen, dass das Problem nicht ganz so gravierend ist, wie man glauben könnte – aber eine wasserdichte Konstruktion ist das eher nicht. Am Schrankenantrieb sieht man oben zwei rote Ringe, was m.W. bedeutet, dass der Schranken offen ist:

Schrankenantrieb und Einfahrsignalhebel aus Richtung Sinalunga, Rapolano Terme, Mai 1990

Hier ist derselbe Hebel von der anderen Seite aufgenommen:

Einfahrsignalhebel aus Richtung Sinalunga, Rapolano Terme, Mai 1990

Zum Vergleich ist hier noch einmal das Bild der Signalhebels aus Albano Laziale, wo der Signaldraht beim Umlegen gezogen wird. Beim Vergleich der zwei Hebel sieht man, dass der Hebelarm (d.h. der Abstand der Drahtanlenkung von der Hebelachse) in Albano nur etwa halb so groß wie in Rapolano – es muss also irgendwo eine Untersetzung 2:1 stattfinden (wenn man annimmt, dass die Semaphore immer denselben Drahtweg zum Freistellen benötigten):

Signalhebel, Albano Laziale, Mai 1990

Wie funktioniert das aber mit dem Signal? – dort wird ja der Arm auf jeden Fall durch einen Draht in die Freistellung gezogen! Ich machte mich auf, das Geheimnis zu lösen, indem ich mich auf den Weg zum Signal machte ...

Am Weg dorthin traf ich dann auf das Spannwerk. Ich kenne keine Beschreibung seiner Funktion, aber ich denke, dass man diese prinzipiell aufgrund der einfachen Konstruktion schon herausfinden kann.

Spann- und Ausgleichswerk des "Ausfahrsignals", Rapolano Terme, Mai 1990

Das folgende Diagramm zeigt die prinzipielle Anordnung eines solchen Spannwerks zwischen Signalhebel (links) und Signal (rechts). Wenn man oben am Hebel zieht, wird das (rot gezeichnete) Seil nachgelassen. Am Spannwerk dreht das Gewicht dadurch die Doppelrolle im Uhrzeigersinn, wodurch das blau gezeichnete Seil zum Spannwerk gezogen wird und es damit den Signalflügel nach unten in die Freistellung zieht:


Beim Rückstellen des Signalhebels wird über das rote Seil die Doppelrolle am Spannwerk gegen den Uhrzeigersinn zurückgedreht und damit das Gewicht nach oben gehoben. Das blaue Seil wird dadurch nachgelassen, und der Signalflügel kann (durch ein nicht eingezeichnetes Gegengewicht) in die waagrechte Haltstellung gehoben werden. Das Gegengewicht am Signalhebel hilft bei der Rückstellung, das schwere Gewicht am Spannwerk nach oben zu heben.

Hier sieht man die Doppelrolle aus der Nähe. Links oben kommt das Seil vom Signalhebel, nach oben geht das Seil zum Zuggewicht, und rechts geht das Seil zum Signal. Vor dem Spannwerk läuft der Draht eines anderen Signals (nämlich des Einfahrsignals) vorbei, er hat mit dieser Konstruktion nichts zu tun.

Spann- und Ausgleichswerk, Rapolano Terme, Mai 1990

Tatsächlich ist das Seil, das im Diagramm rot dargestellt ist, unterbrochen – man sieht das an folgendem Detailausschnitt. Offenbar ist das Seil über einen verschiebbaren Hebel angelenkt, der wohl bei einem Seilriss auf irgendeine Art auskuppelt, sodass das Signal von selbst auf Halt fällt. Wie das genau funktioniert, lässt sich aber aus meinen wenigen Bildern nicht herausfinden:

Spann- und Ausgleichswerk, Rapolano Terme, Mai 1990

Wegen der gegenläufigen Bewegung der zwei Drähte kann das Spannwerk auch als Ausgleich der temperaturbedingten Seilausdehnung oder -verkürzung dienen, wenn es an der passenden Stelle aufgestellt wird. Auf den Bildern erkennt man, dass die zwei verbundenen Rollen ein Durchmesserverhältnis von etwa 1:2 haben, wie auch auf der Skizze oben gezeichnet. Die folgende Skizze zeigt die Anordnung im Drittelpunkt zwischen Signal und Hebel, wodurch sich Längenänderungen bei gleichmäßiger Erwärmung genau ausgleichen:


Auf meinem weiteren Weg entlang des großen Bogens um Rapolano Terme herum bin ich auf ein weiteres solches Spannwerk gestoßen. Es ist in die Drahtzugleitung vom Bahnhof zum Einfahrsignal aus Richtung Sinalunga eingeschaltet:

Spann- und Ausgleichswerk, Rapolano Terme, Mai 1990

Schließlich habe ich beim Kilometer 214.101 den Schrankenposten erreicht, an dem einerseits zwei Schrankenkurbeln standen. Bei beiden sind oben weiße Ringe zu sehen – die Schranken sind geschlossen, ein Zug ist zu erwarten:

Schrankenkurbeln am Schrankenposten, Rapolano Terme, Mai 1990

Daneben gab es hier auch zwei Signalhebel. Der linke, mit der Nummer 1, ist mit einem Deckungssignal aus Richtung Sinalunga verbunden und steht hier in Grundstellung, d.h. das Signal steht auf Halt. Der rechte bedient das "Ausfahrsignal" im Bahnhof, und er ist umgelegt, d.h. das Signal steht in Freistellung:

Signalhebel am Schrankenposten, Rapolano Terme, Mai 1990

Und hier kommt auch schon der Triebwagen vom Bahnhof herunter zum Schrankenposten und weiter nach Sinalunga:

Aln668 3212, Rapolano Terme, Mai 1990

Leider bin ich von dort die – m.E. kurze – Distanz zum Einfahrsignal aus Richtung Sinalunga nicht mehr gegangen, was ewig schade ist ...

Nach meiner Rückkehr habe ich das Bahnhofsgebäude aufgenommen, mit einigen abgestellten Wagen im Hintergrund (die ich hochgradig ignoriert habe, wie auch die Personenwagen auf dem Gleis daneben):

Bahnhofsgebäude, Rapolano Terme, Mai 1990

Hier sieht man nun den letzten Signalhebel, nämlich den für das Einfahrsignal aus Richtung Asciano:

Einfahrsignalhebel 1 aus Richtung Asciano, Rapolano Terme, Mai 1990

Einfahrsignalhebel 1 aus Richtung Asciano, Rapolano Terme, Mai 1990

Weil's so schön aussieht, habe ich das durchgehende Gleis Richtung Asciano mit der Straßenbrücke weit im Hintergrund auch aufgenommen. Ganz klein sieht man die neuen, noch dunklen Ausfahrsignale:

Strecke Richtung Asciano, Rapolano Terme, Mai 1990

Und hier sehen wir ein letztes Mal den Antrieb für den Schranken im Bahnhofsbereich direkt vor dem "Ausfahrsignal". Weiße Ringe bedeuten wieder, dass er geschlossen ist:

Schrankenkurbel, Rapolano Terme, Mai 1990

Zuletzt ist hier der Signalhebel für das Einfahrsignal * umgelegt – unser Zug kommt, der uns zurück nach Siena gebracht hat. Davon gibt's aber keine Bilder mehr:

Schrankenantrieb und Einfahrsignalhebel aus Richtung Sinalunga, Rapolano Terme, Mai 1990

Dienstag, 12. November 2019

Signale und Weichen in Asciano

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Von Siena aus sind wir an einem Tag nach Asciano und Rapolano Terme gefahren. Hier sind die Fotos aus Asciano.

Asciano hatte noch "semafori" als Einfahrsignale, und zwar genauer "segnali semaforici di seconda categoria", die mit einer 2 am Signalflügel gekennzeichnet waren. Für diese Signale war als Vorsignalisierung nur eine gelbe Rautentafel aufgestellt:

Vorsignaltafel, Asciano, Mai 1990

Einfahrsignal, Asciano, Mai 1990

Nur im Vorbeifahren habe ich das Spannwerk des Einfahrsignals aufgenommen – wir werden uns diese Konstruktion in nächsten Posting genauer ansehen:

Spann- und Ausgleichswerk, Asciano, Mai 1990

Asciano ist ein Abzweigbahnhof, daher gibt es drei Einfahrsignale. Das folgende Bild zeigt die Kurbeln, mit denen sie freigestellt werden können. Das Signal 2 aus Richtung Chiusi (markiert mit CH) steht noch auf frei ("via libera", also "freie Bahn"). Die anderen zwei Kurbeln sind mit "SI" für Siena und "GR" für Grossetto an der Küstenlinie bezeichnet:

Signalkurbeln, Asciano, Mai 1990

Ganz klassisch gibt der Fahrdienstleiter mit einer grünen Kelle den Abfahrtsbefehl:

ALn663 1107, Asciano, Mai 1990

Bei der folgenden Weichenlaterne leuchtet die Lampe offenbar auf einen Reflektor, der das Licht auf die gekrümmte rote Fläche zurückwirft, die dann rötlich leuchtet. Um die Lampe austauschen zu können, ist der Reflektor oben an zwei Scharnieren aufgehängt:

Ortsbediente Weiche mit Weichensignal, Asciano, Mai 1990

An einer anderen Weiche im Gleis daneben habe ich die Mechanik an den Weichenzungen aufgenommen. Bemerkenswert ist der von unten nach oben um den Schienenfuß greifende Hakenverschluss:

Stell- und Riegelstangen einer ortsbedienten Weiche mit Spitzenverschluss, Asciano, Mai 1990

Stell- und Riegelstangen einer ortsbedienten Weiche mit Spitzenverschluss, Asciano, Mai 1990

Offenbar an einem Ausfahrsignal habe ich diese weitere ortsbediente Weiche aufgenommen, bei dem man die Seite des Weichensignals mit dem Richtungspfeil für die Fahrt in die Ablenkung sieht:

Weichenantrieb mit Weichensignal, Asciano, Mai 1990

Ein Kleinwagen stand vor einem Wasserturm im Bereich einer Bahnmeisterei. Links sieht man diverse schrottreife Bauteile:

Wasserturm und ein "Kleinwagen", Asciano, Mai 1990

Hier aus der Nähe eines der Schrottobjekte, ein alter Schrankenantrieb:

Alter Schrankenantrieb, Asciano, Mai 1990

Direkt am Bahnsteig stand dieses Signal, von dessen Bauart ich einige auch in Südtirol gesehen habe. War es ein Abfahrsignal (wozu aber hätte dann der Fahrdienstleiter weiter oben die Kelle benötigt?), oder waren es ökonomisch in der Nähe der Fahrdienstleitung nachgerüstete "Bahnsteig-Ausfahrsignale"? Interessant ist, dass es daneben offenbar auch mindestens ein richtiges Ausfahrsignal gab, das auf dem Weichenfoto weiter oben zu sehen ist:

Abfahrsignal, Asciano, Mai 1990

Zuletzt sieht man hier ein Bild des Bahnhofsgebäudes, des Güterschuppens und – auf beiden Bahnsteigen – der Signale für die Abfahrten:

Bahnhof, Asciano, Mai 1990