Sonntag, 21. Oktober 2012

Krems a.d.Donau mit der 2045.20, 1986

In Krems standen 1986 übergangsweise Sicherungsanlagen der Bauart 5007, die die alten M46-Anlagen ersetzten. Ich habe im August Fotos des Befehlswerks und sechs Wochen später zwei Fotos im Stellwerk 3 geschossen:

Befehlswerk, Fdl, Krems a.d.Donau 5007, 1.8.1986

Befehlswerk, Fdl, Krems a.d.Donau 5007, 1.8.1986

Stellpult für Signale, Schranken und Streckenblock, Fdl, Krems a.d.Donau 5007, 1.8.1986

Beim Stellwerk 3 waren während des Bahnhofumbaus sämtliche Weichen ortsbedient.
Zur Sicherung stand nicht einmal ein Zentralschloss, sondern nur ein handgezeichnetes Schlüsselbrett zur Verfügung. Am folgenden Bild sieht man oben die Weichenschlüssel, darunter die Symbole der erforderlichen Schlüssel für jede Fahrstraße. Die aufgehängten Schlüssel entsprechen übrigens keiner der aufgemalten Fahrstraßen!
Der Blockapparat samt Hebelbank war "ausgeweidet": Links befanden sich die Knaggen, mit denen die Verschubsignale freigestellt wurden. Es fehlen zwar sogar Fahrstraßenknebel, aber die Haltstellung der Verschubsignale wird bei der elektrischen Fahrstraßenfestlegung doch irgendwie überprüft worden sein ...

Blockapparat und Schlüsselbrett, Stw.3, Krems, 13.9.1986

Für die Signalanzeige und -bedienung war ein übliches ÖBB-Stellpult vorhanden:

Signalstell- und anzeigepult, Stw.3, Krems, 13.9.1986

Über die ortsbedienten Weichen fährt ein alter Triebwagen mit alten Zweiachsern Richtung Herzogenburg:

5146.206 mit 6066, Krems, 13.9.1986

5146.206 mit 6066, Krems, 13.9.1986

5146.206 mit 6066, Krems, 13.9.1986

Im Heizhaus bin ich der wunderschön hergerichteten 2045.20 begegnet, die zweieinhalb Jahre vorher noch blutrot lackiert war:

2045.20, Krems, 13.9.1986

2045.20, Krems, 13.9.1986

2045.20, Krems, 13.9.1986

2045.20, Krems, 13.9.1986

2045.20, Krems, 13.9.1986

2045.20, Krems, 13.9.1986

2045.20, Krems, 13.9.1986

Zum Schluss noch ein Bild des Bahnhofs, bevor ihn das große Parkhaus verdeckt hat. Sechs Jahre vorher war er noch grau gestrichen – der neue Creme-Ton ist definitiv viel ansprechender:

Bahnhof, Krems a.d.Donau 5007, 1.8.1986

9 Kommentare:

  1. Ich hätte eine Frage zu Bild 5 und zwar zum Streckenblock, der ja mit Pfeilen auf dem Pult dargestellt ist.
    Mich würde interessiern warum in keinem der Pfeile eine weiße Lampe geleuchtet hat. War es möglich den Streckenblock auszuschalten?
    Des weiterem würde mich interessieren von wo aus der Block gedreht wurde, da mir auf diesem Pult keine "RWT" - Taste aufgefallen wäre.

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    1. Tatsächlich gab es damals weder Richtung Mauthausen noch Richtung Herzogenburg einen Streckenblock - die Lampen und Tasten waren nur vorbereitet ... wobei dort in dieser Form nie ein Streckenblock in Betrieb ging (sondern Richtung Herzogenburg erst mit der Umstellung auf ESTWs viel später, Richtung Wachau nie).
      Am Stellpult im Stellwerk sieht man zwei Abdeckungen über den Rückblocktasten (unter einer Abdeckung schaut die Abkürzung RBT hervor): Rückblocken ist die Aufgabe des Stellwerkswärters, weil er am Endstellwerk (a) das Befahren der Zugschlussstelle überprüfen und (b) die Überprüfung des Zugschlusses vornehmen kann.
      Der Richtungswechsel ist aber eine Aufgabe des Fahrdienstleiters - er entscheidet (zusammen mit den Fahrdienstleitern der Nachbarbahnhöfe und ggf. übergeordneten Stellen) über die Zugfolge. Daher befinden sich die Richtungswechseltasten (RWT) am Stellpult in der Fahrdienstleitung - und tatsächlich sieht man am dritten Bild die RWTs unter den (dort auch unbeleuchteten) ZG-Pfeilen.

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    2. Was war die Alternative zum Streckenblock?

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    3. Kein Streckenblock :-). Das Zugmeldeverfahren braucht ja keinen technischen Streckenblock. Viele Strecken - auch einzelne Hauptstrecken - wurden damals ohne einen solchen betrieben. Oder hab ich die Frage falsch verstanden?

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    4. Danke für die Antwort :-)
      Mich würde noch interessieren wie das Zugmeldeverfahren ohne Streckenblock funktioniert hat.

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    5. Das Zugmeldeverfahren ist auch heute noch unabhängig von einer technischen Streckenblockung beschrieben. In der letzten Version der V3-Verkehrsvorschrift, die ich habe (von 2020), steht das im §38. Es ist aber praktisch exakt gleich seit Jahrzehnten gültig und auch in alten V3 beschrieben. Auf der Seite Meine Eisenbahnliteratur kannst du nach V 3: Verkehrsvorschrift suchen, da findest du Downloadlinks für die V3 von 1951 und von 1962. In der letzteren ist das Zugmeldeverfahren auf den Seiten 70 bis 74 beschrieben, mit ausführlichen Wortlauten für die telefonischen Kommunikation. Mittendrin steht dann sowas wie "Auf Strecken mit tauglicher blockmäßiger Sicherung der Folge- und Gegenfahrten dürfen Anbieten und Annehmen entfallen." - soll heißen: Streckenblockanlagen sind eigentlich nur ein "technisch perfektioniertes Hilfsmittel", um das Zugmeldeverfahren sicherer (und effizienter) abzuwickeln. Spätestens dann, wenn ein Streckenblock ausfällt ("untauglich" wird), ist wieder das mündliche Verfahren zu verwenden - jeder Fahrdienstleiter muss das also auch heute noch beherrschen.

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    6. Leider funktioniert der Downloadlink von der Verkehrsvorschrift von 1962 nicht

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    7. Oha - da sind einige Linkfehler in meiner Literaturliste - danke für Hinweis! Der Link für die V3 von 1962 müsste jetzt gehen (hab's am Handy und am Laptop mit Firefox und Chrome geprüft) - aber vermutlich gibt's noch ein paar falsche Links; ich versuche das so schnell wie möglich zu korrigieren.

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    8. ... jetzt müssten alle stimmen. Danke nochmal.

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