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Ganz unerwartet habe ich in dem Buch über Schweizer mechanische Stellwerke, nämlich Hans G. Wäglis "Hebel, Riegel und Signale" einen Hinweis entdeckt, dass Spannwerke oder Kompensatoren in eindrähtigen Signalleitungen nicht nur in Italien, sondern auch außerhalb davon verwendet wurden. Dort findet sich nämlich auf S.176 folgender Plan, in dem ich eine eindrähtige Signalleitung und das Symbol eines Kompensators markiert habe (Klick öffnet ein etwas größeres Bild):
"Abschluss-Signal" ist übrigens die damalige Schweizer Bezeichnung für ein Einfahr- oder eigentlich (nach österreichischer Nomenklatur) Distanzsignal, weil es den Bahnhof gegen die Strecke "abschließt". Wie im 19. Jahrhundert üblich, waren diese Signale soweit vor der Einfahrweiche aufgestellt, dass ein Zug bei "geschlossenem" Signal noch vor der Weiche halten konnte (das Konzept der "Bremsweglänge" gab es allerdings in dieser Klarheit damals noch nicht).
Interessanterweise steht auch dieser Kompensator ungefähr im Drittelpunkt der Einfachdrahtleitung. Mir ist nicht klar, wieso man dieses Verhältnis wählt – prinzipiell könnten die zwei Scheiben am Kompensator ja auch gleich groß sein, oder ein beliebiges anderes Durchmesserverhältnis haben ...
Im Plan sieht man auch auf der gegenüberliegenden Seite ein Abschlusssignal mit Kompensator, der allerdings nicht so schön im Drittelpunkt gezeichnet ist – allerdings ist der Plan nicht wirklich maßstäblich.
Wenn ich raten müsste, würde ich denken, dass diese Kompensatoren aus Frankreich stammen und dort auch länger verwendet wurden – ich habe allerdings keinen Beweis dafür, weil mir bisher ausführliche Literatur zu französischen Sicherungsanlagen noch abgeht – da muss ich Wäglis umfangreiches Literaturverzeichnis durchforsten und mir Unterlagen besorgen.
Zuletzt ist auch die Bezeichnung "Annet-Schloss" für direkt an den Weichen angebrachte Schlösser interessant – der Name des Erfinders lautet natürlich Annett mit zwei t, und zwar genauer James Edward Annett (von der London, Brighton and South Coast Railway). Wägli verwechselt ihn auf S.159 mit James Philipp Annett, der bei ein anderen Eisenbahn, aber auch im Signalwesen tätig war – sowas passiert ...
Eisenbahnsicherungsanlagen, Stellwerke und Signale aus Österreich und anderen Ländern, Geschichten von der Eisenbahn, Fotos von Lokomotiven, Triebwagen und Stellwerken ...
Mittwoch, 1. Januar 2020
"Hebel, Riegel und Signale" von Hans G. Wägli, 2018
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Zu Weihnachten habe ich einen Wälzer bekommen: "Hebel, Riegel und Signale" von Hans G. Wägli, 2018 beim Diplory-Verlag in der Schweiz veröffentlicht. Es beschreibt in unendlichen Details auf über 450 Seiten die Geschichte und Technik der mechanischen Stellwerke in der Schweiz – allerdings mit vielen Ausschweifungen nach England und vor allem nach Deutschland, weil die Hauptlieferanten für Schweizer Stellwerke – Schnabel & Henning in Bruchsal; sowie Jüdel in Braunschweig – ja von dort kamen; und daher ist das Buch definitiv auch für deutsche Sicherungsanlagenliebhaber interessant, vor allem, weil die deutschen Einheitsstellwerke ja großteils von Jüdel-Stellwerken abgeleitet wurden.
In Kürze zusammengefasst, ist es ein geniales Buch für jeden, den Stellwerke und Sicherungsanlagen interessieren. Man müsste über dieses Buch eine umfangreiche Besprechung schreiben, allein um die vielen unerwarteten Details aufzuzeigen, die sich finden – eines habe ich bei meiner Erklärung des Spannwerks oder Kompensators in Rapolano Terme ergänzt ...
Was das Buch deutlich darstellt, ist, dass die europaweite gegenseitige Beeinflussung und Verwendung technischer Lösungen sehr ausgeprägt und verbreitet war: Zum Beispiel verwendeten die Schweizer (zumindest im 19. Jahrhundert noch) einfache Drahtzüge und Annett-Schlösser, in Deutschland waren Gestängeleitungen einst der Regelfall, und der Unterschied zwischen der englischen "Kaskaden-" und der deutschen Fahrstraßen-Verschlusslogik ist im 19. Jahrhundert bei weitem nicht so klar zu ziehen, wie das durch die Entwicklung der Regelstellwerkstypen in Mitteleuropa im Nachhinein erscheint. Klare Kaufempfehlung!
Leider ist der Autor Hans Wägli im Oktober 2019 verstorben – er hätte als ehemaliger Bibliothekar (aber nicht nur das) der SBB sicher noch weitere interessante Informationen herausgefunden und zusammengestellt.
Zu Weihnachten habe ich einen Wälzer bekommen: "Hebel, Riegel und Signale" von Hans G. Wägli, 2018 beim Diplory-Verlag in der Schweiz veröffentlicht. Es beschreibt in unendlichen Details auf über 450 Seiten die Geschichte und Technik der mechanischen Stellwerke in der Schweiz – allerdings mit vielen Ausschweifungen nach England und vor allem nach Deutschland, weil die Hauptlieferanten für Schweizer Stellwerke – Schnabel & Henning in Bruchsal; sowie Jüdel in Braunschweig – ja von dort kamen; und daher ist das Buch definitiv auch für deutsche Sicherungsanlagenliebhaber interessant, vor allem, weil die deutschen Einheitsstellwerke ja großteils von Jüdel-Stellwerken abgeleitet wurden.
In Kürze zusammengefasst, ist es ein geniales Buch für jeden, den Stellwerke und Sicherungsanlagen interessieren. Man müsste über dieses Buch eine umfangreiche Besprechung schreiben, allein um die vielen unerwarteten Details aufzuzeigen, die sich finden – eines habe ich bei meiner Erklärung des Spannwerks oder Kompensators in Rapolano Terme ergänzt ...
Was das Buch deutlich darstellt, ist, dass die europaweite gegenseitige Beeinflussung und Verwendung technischer Lösungen sehr ausgeprägt und verbreitet war: Zum Beispiel verwendeten die Schweizer (zumindest im 19. Jahrhundert noch) einfache Drahtzüge und Annett-Schlösser, in Deutschland waren Gestängeleitungen einst der Regelfall, und der Unterschied zwischen der englischen "Kaskaden-" und der deutschen Fahrstraßen-Verschlusslogik ist im 19. Jahrhundert bei weitem nicht so klar zu ziehen, wie das durch die Entwicklung der Regelstellwerkstypen in Mitteleuropa im Nachhinein erscheint. Klare Kaufempfehlung!
Leider ist der Autor Hans Wägli im Oktober 2019 verstorben – er hätte als ehemaliger Bibliothekar (aber nicht nur das) der SBB sicher noch weitere interessante Informationen herausgefunden und zusammengestellt.
Umschlagbild von "Hebel, Riegel und Signale" auf der Webseite des Diplory-Verlags
Sonntag, 22. Dezember 2019
Elektromechanisches Stellwerk in Albacina, 1990
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An einem der darauffolgenden Tage sind wir über Albacina bis nach Macerata gefahren. Hier sind die Fotos von der Fahrt bis nach Albacina.
Die ersten zwei Bilder zeigen Deckungssignale für Bahnübergänge ("segnale di protezione di un PL", die Abkürzung bedeutet "passaggi a livello", also ungefähr "schienengleicher Übergang"). Wie auch im Signalbuch der FS zeige ich sie in verkehrter Reihenfolge (die beiden Signale gehören wohl nicht zum selben Bahnübergang): Das erste Bild zeigt ein Übergangsschutzsignal (segnale di protezione) mit der Anzeige, dass die Schranken geschlossen sind und die Strecke daher frei (via libera):
Das folgende Bild ist ein zugehöriges "Vorsignal" (segnale di avviso), das anzeigt, dass das folgende Übergangsschutzsignal "freie Fahrt" gewähren wird (avviso di via libera):
Irgendwo standen wieder einmal alte Dampfloks herum – ich denke, im Abzweigbahnhof Fabriano, bin mir aber nicht sicher:
In Albacina konnte ich einen Stellwerksapparat aufnehmen, diesmal wieder – so wie in Ciampino – einen elektromechanischen:
Rechts oben ist das Instrument für den Streckenblock zu sehen – es sieht nahezu nagelneu und ziemlich "britisch" aus. Hier ist es herausvergrößert, ohne weitere Erläuterungen, weil ich leider gar keine Ahnung habe, wie es bedient wird und funktioniert (eine schöne Abbildung davon findet sich in der Magisterarbeit "Il Segnalamento: Principi e Tecnologie per la Regolazione del Traffico Ferroviario" von Ludovico Zampiero von 2016, die im Internet als Download zu finden ist; die ich aber noch nicht durchgearbeitet habe):
Ein Bauzug stand auf einem Nebengleis – die Lok schaut sehr henschel-artig aus, wenn ich raten müsste:
Dieses Ausfahrsignal – für das Gleis rechts daneben! – kann anzeigen, ob es auf die linke Strecke Richtung Falconara geht ("1") oder auf die rechte nach Macerata ("2"):
Wenn man das Ausfahrsignal für das Gleis links davon herausvergrößert (Klick auf das Bild zeigt den Ausschnitt in voller Diascan-Auflösung), dann stellt man erstaunt fest, dass auch dieses Signal einen Gleisanzeiger für beide Strecken hat, obwohl es zur Strecke nach Macerata gar keine Gleisverbindung gibt:
Hier sieht man das etwas schäbige Bahnhofsgebäude:
Und hier ist ein letzter Blick auf den Stellwerksapparat. Signalrelais (oder Gleisrelais?) sind auch in Hängeschränken über den Fenstern angebracht – der Platz ist offenbar ziemlich knapp geworden in diesem Stellwerksanbau:
An einem der darauffolgenden Tage sind wir über Albacina bis nach Macerata gefahren. Hier sind die Fotos von der Fahrt bis nach Albacina.
Die ersten zwei Bilder zeigen Deckungssignale für Bahnübergänge ("segnale di protezione di un PL", die Abkürzung bedeutet "passaggi a livello", also ungefähr "schienengleicher Übergang"). Wie auch im Signalbuch der FS zeige ich sie in verkehrter Reihenfolge (die beiden Signale gehören wohl nicht zum selben Bahnübergang): Das erste Bild zeigt ein Übergangsschutzsignal (segnale di protezione) mit der Anzeige, dass die Schranken geschlossen sind und die Strecke daher frei (via libera):
Bahnübergangssignal, Cancelli di Fabriano, Mai 1990
Das folgende Bild ist ein zugehöriges "Vorsignal" (segnale di avviso), das anzeigt, dass das folgende Übergangsschutzsignal "freie Fahrt" gewähren wird (avviso di via libera):
Bahnübergangssignal, Cancelli di Fabriano, Mai 1990
Irgendwo standen wieder einmal alte Dampfloks herum – ich denke, im Abzweigbahnhof Fabriano, bin mir aber nicht sicher:
940.006, Fabriano?, Mai 1990
Dampfloks, Fabriano?, Mai 1990
In Albacina konnte ich einen Stellwerksapparat aufnehmen, diesmal wieder – so wie in Ciampino – einen elektromechanischen:
Stellwerk, Albacina, Mai 1990
Stellwerk, Albacina, Mai 1990
Rechts oben ist das Instrument für den Streckenblock zu sehen – es sieht nahezu nagelneu und ziemlich "britisch" aus. Hier ist es herausvergrößert, ohne weitere Erläuterungen, weil ich leider gar keine Ahnung habe, wie es bedient wird und funktioniert (eine schöne Abbildung davon findet sich in der Magisterarbeit "Il Segnalamento: Principi e Tecnologie per la Regolazione del Traffico Ferroviario" von Ludovico Zampiero von 2016, die im Internet als Download zu finden ist; die ich aber noch nicht durchgearbeitet habe):
Streckenblockeinrichtung, Albacina, Mai 1990
Ein Bauzug stand auf einem Nebengleis – die Lok schaut sehr henschel-artig aus, wenn ich raten müsste:
Bauzug mit Diesellok, Albacina, Mai 1990
Dieses Ausfahrsignal – für das Gleis rechts daneben! – kann anzeigen, ob es auf die linke Strecke Richtung Falconara geht ("1") oder auf die rechte nach Macerata ("2"):
Ausfahrsignale, Albacina, Mai 1990
Wenn man das Ausfahrsignal für das Gleis links davon herausvergrößert (Klick auf das Bild zeigt den Ausschnitt in voller Diascan-Auflösung), dann stellt man erstaunt fest, dass auch dieses Signal einen Gleisanzeiger für beide Strecken hat, obwohl es zur Strecke nach Macerata gar keine Gleisverbindung gibt:
Ausfahrsignale, Albacina, Mai 1990
Hier sieht man das etwas schäbige Bahnhofsgebäude:
Bahnhof, Albacina, Mai 1990
Und hier ist ein letzter Blick auf den Stellwerksapparat. Signalrelais (oder Gleisrelais?) sind auch in Hängeschränken über den Fenstern angebracht – der Platz ist offenbar ziemlich knapp geworden in diesem Stellwerksanbau:
Stellwerk, Albacina, Mai 1990
Samstag, 21. Dezember 2019
Alcune vecchie locomotive in der Toskana
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Hier ist eine Handvoll Triebfahrzeugfotos aus der Toskana. Das erste zeigt die verbreitete Diesellok der FS für alles und jedes:
Diese Stangendiesellok ist entweder von Henschel gebaut oder ein Lizenzbau, würde ich vermuten:
Auf der Strecke von Arezzo nach Sinalunga waren die EDz 12/13 der LFI damals noch in ihrer Ursprungsausführung unterwegs. Seither sind sie offenbar umgebaut worden (siehe z.B. diese Webseite), aber versehen noch immer ihren Dienst:
Die viel jüngeren Pendolino der Serie ETR 450 sind hingegen seit einigen Jahren nicht mehr im Einsatz:
Hier ist eine Handvoll Triebfahrzeugfotos aus der Toskana. Das erste zeigt die verbreitete Diesellok der FS für alles und jedes:
D345 1087, Firenze Santa Maria Novella, Mai 1990
Diese Stangendiesellok ist entweder von Henschel gebaut oder ein Lizenzbau, würde ich vermuten:
Stangen-Diesellok im Bauzugdienst, Firenze Santa Maria Novella, Mai 1990
Auf der Strecke von Arezzo nach Sinalunga waren die EDz 12/13 der LFI damals noch in ihrer Ursprungsausführung unterwegs. Seither sind sie offenbar umgebaut worden (siehe z.B. diese Webseite), aber versehen noch immer ihren Dienst:
Lok der Eisenbahn Arezzo-Sinalunga, Arezzo, Mai 1990
Die viel jüngeren Pendolino der Serie ETR 450 sind hingegen seit einigen Jahren nicht mehr im Einsatz:
ETR 450, Firenze Santa Maria Novella (?), Mai 1990
ETR 450, Firenze Santa Maria Novella (?), Mai 1990
Mittwoch, 13. November 2019
Rätselhafte Signalhebel und die Details eines Spannwerks in Rapolano Terme
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Das folgende Bild ist eine Skizze der Gleisanlagen, Signale und ihrer Bedienstellen. Den einen Semaphor (2), den ich fotografiert habe, habe ich fest eingezeichnet. Alle anderen Semaphore, die ich nicht gesehen und nicht fotografiert habe, von denen ich aber Signalhebel dokumentiert habe, sind mit strichliertem Mast eingezeichnet. Zwei von ihnen, die als Einfahrsignale dienten, waren sicher vorhanden:
Die Bedieneinrichtungen habe ich als kleine Stellwerke eingezeichnet: Im Bahnhof selbst standen zwei Signalhebel, je einer für jedes Einfahrsignal. Darüberhinaus gab es ein kleines "Stellwerk" neben einem Bahnübergang, wo sich ebenfalls zwei Signalhebel befanden – die Hebel sieht man alle auf folgenden Bildern, und ich denke, dass meine Zuordnung zu den Signalen stimmen könnte.
Zuletzt habe ich noch die zwei Spannwerke für die Temperaturkompensation, die ich tatsächlich fotografiert habe, ergänzt und sie in eckigen Klammern Signalen zugeordnet. Ziemlich sicher gab es auch für die anderen beiden Signale – das Deckungssignal 1 aus Richtung Sinalunga und das Einfahrsignal 1 aus Richtung Asciano – solche Spannwerke, weil auch deren Hebel "drahtnachlassend" waren, aber eingezeichnet habe ich sie nicht:
Aber sehen wir uns nun die Anlagen im einzelnen an.
Das erste Foto ist von der Ausfahrt des Triebwagens, der uns von Asciano nach Rapolano Terme gebracht hat. Links sieht man die neuen Ausfahrsignale auf einem Ausleger, im Hintergrund ein Signal, das wie ein Ausfahrsignal aussieht, weil es an der entsprechenden Stelle steht. Am Streckengleis verlässt der Dieseltriebwagen unter einer kleinen Rauchwolke den Bahnhof:
Nach der Ausfahrt des Zuges steht der Semaphor noch lange in Freistellung. Wäre das ein richtiges Ausfahrsignal, könnte es längst vom Fahrdienstleiter auf Halt gestellt werden: Deshalb, und weil es im Bahnhof auch keinen Signalhebel für dieses Signal gibt, meine ich, dass es kein Ausfahrsignal, sondern ein Deckungssignal für einige Bahnschranken ist, die sich hinter der langgezogenen Kurve rund um den höhergelegenen Ort befinden:
Nach einiger Zeit geht der Semaphor nun doch auf Halt – der Zug ist nun wohl beim Schrankenposten vorbei, der die Deckungssignale bedient:
Hier sieht man den Signalarm aus der Nähe. Wie in Britannien werden auch die italienischen Formsignale nur mit einem einzelnen Zugdraht freigestellt:
Schon beim ersten Blick hinter dem Triebwagen her haben wir die neuen Signale gesehen; hier ist nun ein Weichenantrieb für den kommenden Fernstellbetrieb zu sehen. Er ist zwar schon fest an der Weiche montiert, aber weder die Stellstangen noch die Riegelstangen sind eingebaut, wie man an den vier freiliegenden Augen sieht:
Beim Bahnübergang im Bahnhofsbereich, direkt vor dem Deckungssignal, sieht man einerseits den alten, mechanischen Antrieb, davor aber auch schon den neuen elektrischen und auch dazugehörige Blinklichter. Am neuen Antrieb fehlen aber noch die roten Punkte auf dem Löffelrad:
Ich habe mich dann auf den Weg zurück zum Bahnhof gemacht und dabei einen alten Ladekran aufgenommen. Das Bild hatte aus irgendeinem Grund einen weißen, voll belichteten Streifen, den ich im Diarahmen mit einem schwarzen Filmstück abgedeckt habe. Leider ist dieses Stück irgendwann vor dem Scannen verrutscht – das Ergebnis ist nun schlechter als ohne die Abdeckung – nun ja. Der Kran ist übrigens immer noch vorhanden – auf Satellitenaufnahmen des Bahnhofs und auf Google Street View kann man ihn schön erkennen, wie er dort nutzlos herumsteht:
Das folgende Bild zeigt einerseits den Kurbelantrieb für den Schranken, den wir gerade gesehen haben, andererseits den Hebel für das Einfahrsignal aus Richtung Sinalunga. Der Hebel ist hier in der verschlossenen Grundstellung zu sehen – der Gewichtshebel ist mit einer kleinen Kette und einem Verschlussstück in dem Schloss am Signalbock festgelegt. Sehr interessant ist, dass das Signal offensichtlich durch Nachlassen des Signaldrahtes freigestellt wird – das ist ja nun wirklich "ein starkes Stück" für eine Sicherungsanlage: Denn es bedeutet ja, dass ein Drahtriss ebenfalls zur Freistellung führt! Wie kann so eine Konstruktion nur erlaubt sein? Wir werden weiter unten sehen, dass das Problem nicht ganz so gravierend ist, wie man glauben könnte – aber eine wasserdichte Konstruktion ist das eher nicht. Am Schrankenantrieb sieht man oben zwei rote Ringe, was m.W. bedeutet, dass der Schranken offen ist:
Hier ist derselbe Hebel von der anderen Seite aufgenommen:
Zum Vergleich ist hier noch einmal das Bild der Signalhebels aus Albano Laziale, wo der Signaldraht beim Umlegen gezogen wird. Beim Vergleich der zwei Hebel sieht man, dass der Hebelarm (d.h. der Abstand der Drahtanlenkung von der Hebelachse) in Albano nur etwa halb so groß wie in Rapolano – es muss also irgendwo eine Untersetzung 2:1 stattfinden (wenn man annimmt, dass die Semaphore immer denselben Drahtweg zum Freistellen benötigten):
Wie funktioniert das aber mit dem Signal? – dort wird ja der Arm auf jeden Fall durch einen Draht in die Freistellung gezogen! Ich machte mich auf, das Geheimnis zu lösen, indem ich mich auf den Weg zum Signal machte ...
Am Weg dorthin traf ich dann auf das Spannwerk. Ich kenne keine Beschreibung seiner Funktion, aber ich denke, dass man diese prinzipiell aufgrund der einfachen Konstruktion schon herausfinden kann.
Das folgende Diagramm zeigt die prinzipielle Anordnung eines solchen Spannwerks zwischen Signalhebel (links) und Signal (rechts). Wenn man oben am Hebel zieht, wird das (rot gezeichnete) Seil nachgelassen. Am Spannwerk dreht das Gewicht dadurch die Doppelrolle im Uhrzeigersinn, wodurch das blau gezeichnete Seil zum Spannwerk gezogen wird und es damit den Signalflügel nach unten in die Freistellung zieht:
Beim Rückstellen des Signalhebels wird über das rote Seil die Doppelrolle am Spannwerk gegen den Uhrzeigersinn zurückgedreht und damit das Gewicht nach oben gehoben. Das blaue Seil wird dadurch nachgelassen, und der Signalflügel kann (durch ein nicht eingezeichnetes Gegengewicht) in die waagrechte Haltstellung gehoben werden. Das Gegengewicht am Signalhebel hilft bei der Rückstellung, das schwere Gewicht am Spannwerk nach oben zu heben.
Hier sieht man die Doppelrolle aus der Nähe. Links oben kommt das Seil vom Signalhebel, nach oben geht das Seil zum Zuggewicht, und rechts geht das Seil zum Signal. Vor dem Spannwerk läuft der Draht eines anderen Signals (nämlich des Einfahrsignals) vorbei, er hat mit dieser Konstruktion nichts zu tun.
Tatsächlich ist das Seil, das im Diagramm rot dargestellt ist, unterbrochen – man sieht das an folgendem Detailausschnitt. Offenbar ist das Seil über einen verschiebbaren Hebel angelenkt, der wohl bei einem Seilriss auf irgendeine Art auskuppelt, sodass das Signal von selbst auf Halt fällt. Wie das genau funktioniert, lässt sich aber aus meinen wenigen Bildern nicht herausfinden:
Wegen der gegenläufigen Bewegung der zwei Drähte kann das Spannwerk auch als Ausgleich der temperaturbedingten Seilausdehnung oder -verkürzung dienen, wenn es an der passenden Stelle aufgestellt wird. Auf den Bildern erkennt man, dass die zwei verbundenen Rollen ein Durchmesserverhältnis von etwa 1:2 haben, wie auch auf der Skizze oben gezeichnet. Die folgende Skizze zeigt die Anordnung im Drittelpunkt zwischen Signal und Hebel, wodurch sich Längenänderungen bei gleichmäßiger Erwärmung genau ausgleichen:
Auf meinem weiteren Weg entlang des großen Bogens um Rapolano Terme herum bin ich auf ein weiteres solches Spannwerk gestoßen. Es ist in die Drahtzugleitung vom Bahnhof zum Einfahrsignal aus Richtung Sinalunga eingeschaltet:
Schließlich habe ich beim Kilometer 214.101 den Schrankenposten erreicht, an dem einerseits zwei Schrankenkurbeln standen. Bei beiden sind oben weiße Ringe zu sehen – die Schranken sind geschlossen, ein Zug ist zu erwarten:
Daneben gab es hier auch zwei Signalhebel. Der linke, mit der Nummer 1, ist mit einem Deckungssignal aus Richtung Sinalunga verbunden und steht hier in Grundstellung, d.h. das Signal steht auf Halt. Der rechte bedient das "Ausfahrsignal" im Bahnhof, und er ist umgelegt, d.h. das Signal steht in Freistellung:
Und hier kommt auch schon der Triebwagen vom Bahnhof herunter zum Schrankenposten und weiter nach Sinalunga:
Leider bin ich von dort die – m.E. kurze – Distanz zum Einfahrsignal aus Richtung Sinalunga nicht mehr gegangen, was ewig schade ist ...
Nach meiner Rückkehr habe ich das Bahnhofsgebäude aufgenommen, mit einigen abgestellten Wagen im Hintergrund (die ich hochgradig ignoriert habe, wie auch die Personenwagen auf dem Gleis daneben):
Hier sieht man nun den letzten Signalhebel, nämlich den für das Einfahrsignal aus Richtung Asciano:
Weil's so schön aussieht, habe ich das durchgehende Gleis Richtung Asciano mit der Straßenbrücke weit im Hintergrund auch aufgenommen. Ganz klein sieht man die neuen, noch dunklen Ausfahrsignale:
Und hier sehen wir ein letztes Mal den Antrieb für den Schranken im Bahnhofsbereich direkt vor dem "Ausfahrsignal". Weiße Ringe bedeuten wieder, dass er geschlossen ist:
Zuletzt ist hier der Signalhebel für das Einfahrsignal * umgelegt – unser Zug kommt, der uns zurück nach Siena gebracht hat. Davon gibt's aber keine Bilder mehr:
Ergänzung 22.12.2019: Bis gestern war meine Erklärung samt den Skizzen hier falsch; jetzt sollte aber alles stimmen!
Ergänzung 1.1.2020: Solche "Kompensatoren" gab es offenbar nicht nur in Italien – ein Plan in Hans G. Wäglis "Hebel, Riegel und Signale" zeigt eine solche Einrichtung auf dem Lageplan eines Schweizer Bahnhofs von 1885!Rapolano Terme ist ein kleiner Bahnhof nahe Asciano, dessen Ausfahrt in einer weiten Kurve um den höhergelegenen Ort liegt. Die Signalisierung war minimal: Auf der beiden Seiten gab es Semaphore als Einfahrsignale, auf einer Seite auch noch ein Signal, das wie ein Ausfahrsignal angeordnet war, aber keines war, und darüber hinaus muss es noch ein viertes Signal gegeben haben, alles zusammen mit einer sonderbaren Anordnung der "Bedienstellen" (Stellwerke will ich nicht sagen). Der Bahnhof war mehr oder weniger kurz vor einem Umbau auf Lichtsignale und fernbediente Weichen – diese waren schon installiert, aber noch nicht in Betrieb. Die folgenden Bilder zeigen noch die alten mechanischen – und eben interessanten – Sicherungsanlagen.
Das folgende Bild ist eine Skizze der Gleisanlagen, Signale und ihrer Bedienstellen. Den einen Semaphor (2), den ich fotografiert habe, habe ich fest eingezeichnet. Alle anderen Semaphore, die ich nicht gesehen und nicht fotografiert habe, von denen ich aber Signalhebel dokumentiert habe, sind mit strichliertem Mast eingezeichnet. Zwei von ihnen, die als Einfahrsignale dienten, waren sicher vorhanden:
- Den einen auf der Seite Sinalunga (Chiusi) habe ich mit * bezeichnet, weil sein Signalhebel – den wir gleich sehen werden – keine Nummer trug.
- Ein weiterer befand sich hinter der Straßenbrücke auf der Seite Asciano, er hatte einen Hebel mit Nummer 1.
Die Bedieneinrichtungen habe ich als kleine Stellwerke eingezeichnet: Im Bahnhof selbst standen zwei Signalhebel, je einer für jedes Einfahrsignal. Darüberhinaus gab es ein kleines "Stellwerk" neben einem Bahnübergang, wo sich ebenfalls zwei Signalhebel befanden – die Hebel sieht man alle auf folgenden Bildern, und ich denke, dass meine Zuordnung zu den Signalen stimmen könnte.
Zuletzt habe ich noch die zwei Spannwerke für die Temperaturkompensation, die ich tatsächlich fotografiert habe, ergänzt und sie in eckigen Klammern Signalen zugeordnet. Ziemlich sicher gab es auch für die anderen beiden Signale – das Deckungssignal 1 aus Richtung Sinalunga und das Einfahrsignal 1 aus Richtung Asciano – solche Spannwerke, weil auch deren Hebel "drahtnachlassend" waren, aber eingezeichnet habe ich sie nicht:
Gleis- und Signalplan von Rapolano Terme um 1990
Aber sehen wir uns nun die Anlagen im einzelnen an.
Das erste Foto ist von der Ausfahrt des Triebwagens, der uns von Asciano nach Rapolano Terme gebracht hat. Links sieht man die neuen Ausfahrsignale auf einem Ausleger, im Hintergrund ein Signal, das wie ein Ausfahrsignal aussieht, weil es an der entsprechenden Stelle steht. Am Streckengleis verlässt der Dieseltriebwagen unter einer kleinen Rauchwolke den Bahnhof:
Ausfahrt eines Aln663, neue Ausfahrsignale und alter Semaphor, Rapolano Terme, Mai 1990
Nach der Ausfahrt des Zuges steht der Semaphor noch lange in Freistellung. Wäre das ein richtiges Ausfahrsignal, könnte es längst vom Fahrdienstleiter auf Halt gestellt werden: Deshalb, und weil es im Bahnhof auch keinen Signalhebel für dieses Signal gibt, meine ich, dass es kein Ausfahrsignal, sondern ein Deckungssignal für einige Bahnschranken ist, die sich hinter der langgezogenen Kurve rund um den höhergelegenen Ort befinden:
Semaphor steht noch auf Frei, Rapolano Terme, Mai 1990
Nach einiger Zeit geht der Semaphor nun doch auf Halt – der Zug ist nun wohl beim Schrankenposten vorbei, der die Deckungssignale bedient:
Semaphor geht auf Halt, Rapolano Terme, Mai 1990
Semaphor, Rapolano Terme, Mai 1990
Hier sieht man den Signalarm aus der Nähe. Wie in Britannien werden auch die italienischen Formsignale nur mit einem einzelnen Zugdraht freigestellt:
Semaphor, Rapolano Terme, Mai 1990
Schon beim ersten Blick hinter dem Triebwagen her haben wir die neuen Signale gesehen; hier ist nun ein Weichenantrieb für den kommenden Fernstellbetrieb zu sehen. Er ist zwar schon fest an der Weiche montiert, aber weder die Stellstangen noch die Riegelstangen sind eingebaut, wie man an den vier freiliegenden Augen sieht:
Neuer Weichenantrieb, noch nicht eingebunden, Rapolano Terme, Mai 1990
Beim Bahnübergang im Bahnhofsbereich, direkt vor dem Deckungssignal, sieht man einerseits den alten, mechanischen Antrieb, davor aber auch schon den neuen elektrischen und auch dazugehörige Blinklichter. Am neuen Antrieb fehlen aber noch die roten Punkte auf dem Löffelrad:
Alter und neuer Schrankenantrieb, Rapolano Terme, Mai 1990
Ich habe mich dann auf den Weg zurück zum Bahnhof gemacht und dabei einen alten Ladekran aufgenommen. Das Bild hatte aus irgendeinem Grund einen weißen, voll belichteten Streifen, den ich im Diarahmen mit einem schwarzen Filmstück abgedeckt habe. Leider ist dieses Stück irgendwann vor dem Scannen verrutscht – das Ergebnis ist nun schlechter als ohne die Abdeckung – nun ja. Der Kran ist übrigens immer noch vorhanden – auf Satellitenaufnahmen des Bahnhofs und auf Google Street View kann man ihn schön erkennen, wie er dort nutzlos herumsteht:
Alter Ladekran, Rapolano Terme, Mai 1990
Das folgende Bild zeigt einerseits den Kurbelantrieb für den Schranken, den wir gerade gesehen haben, andererseits den Hebel für das Einfahrsignal aus Richtung Sinalunga. Der Hebel ist hier in der verschlossenen Grundstellung zu sehen – der Gewichtshebel ist mit einer kleinen Kette und einem Verschlussstück in dem Schloss am Signalbock festgelegt. Sehr interessant ist, dass das Signal offensichtlich durch Nachlassen des Signaldrahtes freigestellt wird – das ist ja nun wirklich "ein starkes Stück" für eine Sicherungsanlage: Denn es bedeutet ja, dass ein Drahtriss ebenfalls zur Freistellung führt! Wie kann so eine Konstruktion nur erlaubt sein? Wir werden weiter unten sehen, dass das Problem nicht ganz so gravierend ist, wie man glauben könnte – aber eine wasserdichte Konstruktion ist das eher nicht. Am Schrankenantrieb sieht man oben zwei rote Ringe, was m.W. bedeutet, dass der Schranken offen ist:
Schrankenantrieb und Einfahrsignalhebel aus Richtung Sinalunga, Rapolano Terme, Mai 1990
Hier ist derselbe Hebel von der anderen Seite aufgenommen:
Einfahrsignalhebel aus Richtung Sinalunga, Rapolano Terme, Mai 1990
Zum Vergleich ist hier noch einmal das Bild der Signalhebels aus Albano Laziale, wo der Signaldraht beim Umlegen gezogen wird. Beim Vergleich der zwei Hebel sieht man, dass der Hebelarm (d.h. der Abstand der Drahtanlenkung von der Hebelachse) in Albano nur etwa halb so groß wie in Rapolano – es muss also irgendwo eine Untersetzung 2:1 stattfinden (wenn man annimmt, dass die Semaphore immer denselben Drahtweg zum Freistellen benötigten):
Signalhebel, Albano Laziale, Mai 1990
Wie funktioniert das aber mit dem Signal? – dort wird ja der Arm auf jeden Fall durch einen Draht in die Freistellung gezogen! Ich machte mich auf, das Geheimnis zu lösen, indem ich mich auf den Weg zum Signal machte ...
Am Weg dorthin traf ich dann auf das Spannwerk. Ich kenne keine Beschreibung seiner Funktion, aber ich denke, dass man diese prinzipiell aufgrund der einfachen Konstruktion schon herausfinden kann.
Spann- und Ausgleichswerk des "Ausfahrsignals", Rapolano Terme, Mai 1990
Das folgende Diagramm zeigt die prinzipielle Anordnung eines solchen Spannwerks zwischen Signalhebel (links) und Signal (rechts). Wenn man oben am Hebel zieht, wird das (rot gezeichnete) Seil nachgelassen. Am Spannwerk dreht das Gewicht dadurch die Doppelrolle im Uhrzeigersinn, wodurch das blau gezeichnete Seil zum Spannwerk gezogen wird und es damit den Signalflügel nach unten in die Freistellung zieht:
Beim Rückstellen des Signalhebels wird über das rote Seil die Doppelrolle am Spannwerk gegen den Uhrzeigersinn zurückgedreht und damit das Gewicht nach oben gehoben. Das blaue Seil wird dadurch nachgelassen, und der Signalflügel kann (durch ein nicht eingezeichnetes Gegengewicht) in die waagrechte Haltstellung gehoben werden. Das Gegengewicht am Signalhebel hilft bei der Rückstellung, das schwere Gewicht am Spannwerk nach oben zu heben.
Hier sieht man die Doppelrolle aus der Nähe. Links oben kommt das Seil vom Signalhebel, nach oben geht das Seil zum Zuggewicht, und rechts geht das Seil zum Signal. Vor dem Spannwerk läuft der Draht eines anderen Signals (nämlich des Einfahrsignals) vorbei, er hat mit dieser Konstruktion nichts zu tun.
Spann- und Ausgleichswerk, Rapolano Terme, Mai 1990
Tatsächlich ist das Seil, das im Diagramm rot dargestellt ist, unterbrochen – man sieht das an folgendem Detailausschnitt. Offenbar ist das Seil über einen verschiebbaren Hebel angelenkt, der wohl bei einem Seilriss auf irgendeine Art auskuppelt, sodass das Signal von selbst auf Halt fällt. Wie das genau funktioniert, lässt sich aber aus meinen wenigen Bildern nicht herausfinden:
Spann- und Ausgleichswerk, Rapolano Terme, Mai 1990
Wegen der gegenläufigen Bewegung der zwei Drähte kann das Spannwerk auch als Ausgleich der temperaturbedingten Seilausdehnung oder -verkürzung dienen, wenn es an der passenden Stelle aufgestellt wird. Auf den Bildern erkennt man, dass die zwei verbundenen Rollen ein Durchmesserverhältnis von etwa 1:2 haben, wie auch auf der Skizze oben gezeichnet. Die folgende Skizze zeigt die Anordnung im Drittelpunkt zwischen Signal und Hebel, wodurch sich Längenänderungen bei gleichmäßiger Erwärmung genau ausgleichen:
Auf meinem weiteren Weg entlang des großen Bogens um Rapolano Terme herum bin ich auf ein weiteres solches Spannwerk gestoßen. Es ist in die Drahtzugleitung vom Bahnhof zum Einfahrsignal aus Richtung Sinalunga eingeschaltet:
Spann- und Ausgleichswerk, Rapolano Terme, Mai 1990
Schließlich habe ich beim Kilometer 214.101 den Schrankenposten erreicht, an dem einerseits zwei Schrankenkurbeln standen. Bei beiden sind oben weiße Ringe zu sehen – die Schranken sind geschlossen, ein Zug ist zu erwarten:
Schrankenkurbeln am Schrankenposten, Rapolano Terme, Mai 1990
Daneben gab es hier auch zwei Signalhebel. Der linke, mit der Nummer 1, ist mit einem Deckungssignal aus Richtung Sinalunga verbunden und steht hier in Grundstellung, d.h. das Signal steht auf Halt. Der rechte bedient das "Ausfahrsignal" im Bahnhof, und er ist umgelegt, d.h. das Signal steht in Freistellung:
Signalhebel am Schrankenposten, Rapolano Terme, Mai 1990
Und hier kommt auch schon der Triebwagen vom Bahnhof herunter zum Schrankenposten und weiter nach Sinalunga:
Aln668 3212, Rapolano Terme, Mai 1990
Leider bin ich von dort die – m.E. kurze – Distanz zum Einfahrsignal aus Richtung Sinalunga nicht mehr gegangen, was ewig schade ist ...
Nach meiner Rückkehr habe ich das Bahnhofsgebäude aufgenommen, mit einigen abgestellten Wagen im Hintergrund (die ich hochgradig ignoriert habe, wie auch die Personenwagen auf dem Gleis daneben):
Bahnhofsgebäude, Rapolano Terme, Mai 1990
Hier sieht man nun den letzten Signalhebel, nämlich den für das Einfahrsignal aus Richtung Asciano:
Einfahrsignalhebel 1 aus Richtung Asciano, Rapolano Terme, Mai 1990
Einfahrsignalhebel 1 aus Richtung Asciano, Rapolano Terme, Mai 1990
Weil's so schön aussieht, habe ich das durchgehende Gleis Richtung Asciano mit der Straßenbrücke weit im Hintergrund auch aufgenommen. Ganz klein sieht man die neuen, noch dunklen Ausfahrsignale:
Strecke Richtung Asciano, Rapolano Terme, Mai 1990
Und hier sehen wir ein letztes Mal den Antrieb für den Schranken im Bahnhofsbereich direkt vor dem "Ausfahrsignal". Weiße Ringe bedeuten wieder, dass er geschlossen ist:
Schrankenkurbel, Rapolano Terme, Mai 1990
Zuletzt ist hier der Signalhebel für das Einfahrsignal * umgelegt – unser Zug kommt, der uns zurück nach Siena gebracht hat. Davon gibt's aber keine Bilder mehr:
Schrankenantrieb und Einfahrsignalhebel aus Richtung Sinalunga, Rapolano Terme, Mai 1990
Dienstag, 12. November 2019
Signale und Weichen in Asciano
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Von Siena aus sind wir an einem Tag nach Asciano und Rapolano Terme gefahren. Hier sind die Fotos aus Asciano.
Asciano hatte noch "semafori" als Einfahrsignale, und zwar genauer "segnali semaforici di seconda categoria", die mit einer 2 am Signalflügel gekennzeichnet waren. Für diese Signale war als Vorsignalisierung nur eine gelbe Rautentafel aufgestellt:
Nur im Vorbeifahren habe ich das Spannwerk des Einfahrsignals aufgenommen – wir werden uns diese Konstruktion in nächsten Posting genauer ansehen:
Asciano ist ein Abzweigbahnhof, daher gibt es drei Einfahrsignale. Das folgende Bild zeigt die Kurbeln, mit denen sie freigestellt werden können. Das Signal 2 aus Richtung Chiusi (markiert mit CH) steht noch auf frei ("via libera", also "freie Bahn"). Die anderen zwei Kurbeln sind mit "SI" für Siena und "GR" für Grossetto an der Küstenlinie bezeichnet:
Ganz klassisch gibt der Fahrdienstleiter mit einer grünen Kelle den Abfahrtsbefehl:
Bei der folgenden Bender'schen Weichenlaterne leuchtet die Lampe auf einen Reflektor, der das Licht auf die gekrümmte rote Fläche zurückwirft, die dann rötlich leuchtet. Um die Lampe austauschen zu können, ist der Reflektor oben an zwei Scharnieren aufgehängt:
An einer anderen Weiche im Gleis daneben habe ich die Mechanik an den Weichenzungen aufgenommen. Bemerkenswert ist der von unten nach oben um den Schienenfuß greifende Hakenverschluss:
Offenbar an einem Ausfahrsignal habe ich diese weitere ortsbediente Weiche aufgenommen, bei dem man die Seite des Weichensignals mit dem Richtungspfeil für die Fahrt in die Ablenkung sieht:
Ein Kleinwagen stand vor einem Wasserturm im Bereich einer Bahnmeisterei. Links sieht man diverse schrottreife Bauteile:
Hier aus der Nähe eines der Schrottobjekte, ein alter Schrankenantrieb:
Direkt am Bahnsteig stand dieses Signal, von dessen Bauart ich einige auch in Südtirol gesehen habe. War es ein Abfahrsignal (wozu aber hätte dann der Fahrdienstleiter weiter oben die Kelle benötigt?), oder waren es ökonomisch in der Nähe der Fahrdienstleitung nachgerüstete "Bahnsteig-Ausfahrsignale"? Interessant ist, dass es daneben offenbar auch mindestens ein richtiges Ausfahrsignal gab, das auf dem Weichenfoto weiter oben zu sehen ist:
Zuletzt sieht man hier ein Bild des Bahnhofsgebäudes, des Güterschuppens und – auf beiden Bahnsteigen – der Signale für die Abfahrten:
Von Siena aus sind wir an einem Tag nach Asciano und Rapolano Terme gefahren. Hier sind die Fotos aus Asciano.
Asciano hatte noch "semafori" als Einfahrsignale, und zwar genauer "segnali semaforici di seconda categoria", die mit einer 2 am Signalflügel gekennzeichnet waren. Für diese Signale war als Vorsignalisierung nur eine gelbe Rautentafel aufgestellt:
Vorsignaltafel, Asciano, Mai 1990
Einfahrsignal, Asciano, Mai 1990
Nur im Vorbeifahren habe ich das Spannwerk des Einfahrsignals aufgenommen – wir werden uns diese Konstruktion in nächsten Posting genauer ansehen:
Spann- und Ausgleichswerk, Asciano, Mai 1990
Asciano ist ein Abzweigbahnhof, daher gibt es drei Einfahrsignale. Das folgende Bild zeigt die Kurbeln, mit denen sie freigestellt werden können. Das Signal 2 aus Richtung Chiusi (markiert mit CH) steht noch auf frei ("via libera", also "freie Bahn"). Die anderen zwei Kurbeln sind mit "SI" für Siena und "GR" für Grossetto an der Küstenlinie bezeichnet:
Signalkurbeln, Asciano, Mai 1990
Ganz klassisch gibt der Fahrdienstleiter mit einer grünen Kelle den Abfahrtsbefehl:
ALn663 1107, Asciano, Mai 1990
Bei der folgenden Bender'schen Weichenlaterne leuchtet die Lampe auf einen Reflektor, der das Licht auf die gekrümmte rote Fläche zurückwirft, die dann rötlich leuchtet. Um die Lampe austauschen zu können, ist der Reflektor oben an zwei Scharnieren aufgehängt:
Ortsbediente Weiche mit Weichensignal, Asciano, Mai 1990
An einer anderen Weiche im Gleis daneben habe ich die Mechanik an den Weichenzungen aufgenommen. Bemerkenswert ist der von unten nach oben um den Schienenfuß greifende Hakenverschluss:
Stell- und Riegelstangen einer ortsbedienten Weiche mit Spitzenverschluss, Asciano, Mai 1990
Stell- und Riegelstangen einer ortsbedienten Weiche mit Spitzenverschluss, Asciano, Mai 1990
Offenbar an einem Ausfahrsignal habe ich diese weitere ortsbediente Weiche aufgenommen, bei dem man die Seite des Weichensignals mit dem Richtungspfeil für die Fahrt in die Ablenkung sieht:
Weichenantrieb mit Weichensignal, Asciano, Mai 1990
Ein Kleinwagen stand vor einem Wasserturm im Bereich einer Bahnmeisterei. Links sieht man diverse schrottreife Bauteile:
Wasserturm und ein "Kleinwagen", Asciano, Mai 1990
Hier aus der Nähe eines der Schrottobjekte, ein alter Schrankenantrieb:
Alter Schrankenantrieb, Asciano, Mai 1990
Direkt am Bahnsteig stand dieses Signal, von dessen Bauart ich einige auch in Südtirol gesehen habe. War es ein Abfahrsignal (wozu aber hätte dann der Fahrdienstleiter weiter oben die Kelle benötigt?), oder waren es ökonomisch in der Nähe der Fahrdienstleitung nachgerüstete "Bahnsteig-Ausfahrsignale"? Interessant ist, dass es daneben offenbar auch mindestens ein richtiges Ausfahrsignal gab, das auf dem Weichenfoto weiter oben zu sehen ist:
Abfahrsignal, Asciano, Mai 1990
Zuletzt sieht man hier ein Bild des Bahnhofsgebäudes, des Güterschuppens und – auf beiden Bahnsteigen – der Signale für die Abfahrten:
Bahnhof, Asciano, Mai 1990
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