Sonntag, 31. Mai 2015

Noch einmal Völkermarkt-Kühnsdorf, 1988

Völkermarkt-Kühnsdorf habe ich neun Monate früher schon einmal kurz besucht, dabei aber nur drei Bilder in der Fahrdienstleitung aufgenommen. Nun, im Februar 1988, habe ich mich auch auf den Weg zu den Bahnhofsenden gemacht.

In der Fahrdienstleitung stand ein ziemlich aufwendiger Blockapparat, weil sich hier an den Bahnhofsköpfen keine Stellwerke, sondern nur Weichenposten befanden: Diese hatten nach telefonischer Aufforderung die ortsbedienten Weichen zu stellen und sie dann über Zustimmungsfelder zu verschließen. Die Fahrstraßenfestlegung und das Stellen der Signale erfolgten dann in der Fahrdienstleitung (eine ähnliche Anlage gab es übrigens bis 2012 in Statzendorf):

Blockapparat, Fdl, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Hier sieht man unten die Fahrstraßenknebel, die nur umgelegt werden konnten, wenn das entsprechende Ze-Feld entblockt war. Danach konnte der Fdl das Ff-Feld blocken, das die Signalknebel für Ein- oder Ausfahrt freigab. Am vorherigen Bild sieht man die Anlage bei einer Durchfahrt über Gleis 1:
  • Die zwei Ze-Felder für Gl.1 sind entblockt (weiß).
  • Das Ff-Feld links (und jenes rechts – aber das sieht man nicht) ist geblockt.
  • Am unteren Schieberkasten sind die Fahrstraßenknebel für Gleis 1 nach rechts umgelegt.
  • Am oberen Schieberkasten sind die zwei Knebel für die Signale Z und H ebenfalls nach rechts umgelegt, d.h. die Signale stehen auf Frei.
Über isolierte Schienen löst der Zug die Fa-Felder aus, durch Blocken dieser Felder kann der Fahrdienstleiter dann (nach dem Zurückstellen der Signalknebel) die Ff-Felder entblocken, die Fahrstraßenknebel zurücklegen und zuletzt die Zustimmungsfelder blocken, sodass auf den Weichenposten die Fahrstraßen- und damit die Weichenschlüssel wieder frei werden:

Fahrstraßen- und Signalknebel, Fdl, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Auf der Anzeigetafel für die Signale und den ZG sieht man noch hellgrau die ehemaligen Gleise der Schmalspurbahn nach Eisenkappel:

Signal- und Blockanzeige, Fdl, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Und hier kommen die Anlagen am Weichenposten 1: Im Zentralschloss sind die nötigen Schlüssel für eine Fahrt aufs Gleis 1 umgesperrt. Der Fahrstraßenschlüssel rechts oben ist herausgenommen, damit sind alle Weichen der Fahrstraße verschlossen:

Zentralschloss, Wp 1, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Am Blockapparat sind man den umgesperrten Schlüssel für das Gleis 1. Dadurch konnte das Za-Feld für Gl.1 geblockt werden, was einerseits den Fahrstraßenschlüssel elektrisch festlegt, andererseits dem Fahrdienstleiter das Freistellen des Ein- oder Ausfahrsignals erlaubt:

Blockapparat, Wp 1, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Hier sieht man noch einmal Blockapparat und Zentralschloss:

Blockapparat und Zentralschloss, Wp 1, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Und hier ist der offenbar ziemlich neue Weichenposten von außen zu sehen (Lienz hatte einige Jahre vorher Stellwerke im selben Stil bekommen):

Weichenposten 1, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Auch am Weichenposten 2 sind die Weichen für eine Fahrt auf Gleis 1 festgelegt: Am Zentralschloss sind wieder alle nötigen Schlüssel (und einige mehr) umgesperrt, der Fahrstraßenschlüssel ist herausgenommen:

Zentralschloss, Wp 2, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Am Blockapparat ist das Za-Feld für Gl.1 geblockt und damit der Fahrstraßenschlüssel festgelegt. Außerdem ist auch der Schlüssel für den Sperrschuh Sp1L samt seiner Weiche W1L hier eingesperrt:

Blockapparat, Wp 2, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Die Einrichtung des Weichenpostens war ziemlich spartanisch und eigentlich unbequem – das Geländer (für was? für eine Leiter in den Keller?) erforderte ein Umweg um den Blockapparat, um zur Merktafel zu kommen. Wenigstens das Zentralschloss konnte man von vorne halbwegs bequem bedienen:

Innenraum, Wp 2, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Auf dieser Seite hatte sich ein Architekt im Blockhausstil versucht:

Weichenposten 2, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Am Gleis 4 wartet hier der Sammler mit zwei Wägelchen auf seine Weiterfahrt:

2043.002, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Und dann gab es da noch eine imposante Birke:

Birke, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Bahnhof, Völkermarkt-Kühnsdorf, 5.2.1988

Kommentare:

  1. Hm.... - heute ist laut Fahrstraßenprüfbezirksplan das "Stellwerk 1" auf der Bleiburger Seite, das "Stellwerk 2" auf der Klagenfurther. Wobei mit Stellwerk immer noch Weichenposten gemeint sind. Hat man die mal gedreht, ist der Plan falsch oder sind die bei dir vertauscht (leider steht auf den Posten ja nicht drauf welcher drin ist :) )

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Offenbar werd' ich alt ... natürlich ist Wp1 auf der Seite mit Signal A und mit Weiche 1, Wp2 auf der Seite mit Signal Z und Weiche 51: Also Wp1 auf der Bleiburger, Wp2 auf der Klagenfurter Seite - und damit hab ich sie verkehrt herum nummeriert! - jetzt umgedreht!

      Löschen