Ergänzung 5.1.2022: Nein – wie man aus meinen Aufnahmen von 1990 ersehen kann, wurden hier "Nägel mit Köpfen gemacht": Es wurde ein Videopult-System installiert, sodass die Zugnummernanzeige (und auch die Bedienung) über die Bildschirme erfolgte.
Hier sieht man 1985 den Bedienraum mit der Panoramatafel:
Zentralstellwerk, Schwarzach-St.Veit, 16.8.1985
Das folgende Bild zeigt, leider unscharf, noch einmal die Panoramatafel. Links unten sieht man die Darstellung des Bahnhofs Loifarn, der von Schwarzach aus ferngesteuert wurde. Die zwei Kästchen im Vordergrund sind nach meiner Erinnerung Anzeigen von Heißläuferortungsgeräten, obwohl ich mir da ganz und gar nicht sicher bin:
Panoramatafel Zstw., Schwarzach-St.Veit, 16.8.1985
Wie in Feldkirch, sah man auch hier ziemlich direkt auf einige Bahnsteiggleise:
1043.008 mit E713, Schwarzach-St.Veit, 16.8.1985
Speisewagen "tankt Strom", Schwarzach-St.Veit, 16.8.1985
Die Zugzielanzeiger wurden damals über dieses Gerät gesteuert. Im Regelbetrieb wurden Lochkarten eingesteckt (wo? in den Schlitz, den man unten sieht?), die die Daten eines Zuges enthielten. Über die Schalträder oben konnten andere Daten eingestellt werden. Zur Kontrolle war auch im Zentralstellwerk ein Zugzielanzeiger montiert, von dem auf dem ersten Bild ganz links oben ein Stück sichtbar ist:
Zugzielanzeiger-Steuerung, Zentralstellwerk, Schwarzach-St.Veit, 16.8.1985
Wie bei großen Stellwerken üblich, gab es zur Bedienung kleine Steuerpulte und Zehnertastaturen. Hier sieht man dieses Pult für den Bahnhof Schwarzach-St.Veit ...
Zentralstellwerk, Schwarzach-St.Veit, 16.8.1985
... und hier für die Fernsteuerung Loifarn und die Streckengleise der Westbahn:
Zentralstellwerk, Schwarzach-St.Veit, 16.8.1985
Eine Verschubfahrt fährt vom Streckengleis 1 in ein hinteres Bahnhofsgleis. Neben den Weichen der Fahrstraßen leuchten überall die weißen Festlegemelder. Darüberhinaus sind aber auch Flankenschutzweichen festgelegt, wie das in Spurplanstellwerken auch für Verschubfahrten üblich ist. Interessant ist allerdings die Weiche ganz rechts unten, die festgelegt ist, aber trotzdem keine abweisende Stellung einnimmt – irgendeine örtliche Besonderheit muss das verhindern:
Zentralstellwerk, Schwarzach-St.Veit, 16.8.1985
An der seitlichen Wand befand sich noch die Schaltanlage für die Fahrleitungsanlagen:
Zentralstellwerk, Schwarzach-St.Veit, 16.8.1985
Ich schätze die Flankenschutzweiche in der ‚falschen‘ Lage wird wohl ein klassischer Fall einer Weiche sein, die auf beiden Strängen Schutz bieten sollte. Mit österreichischen Spurplanstellwerken kenne ich mich schlecht aus, aber ich gehe schwer davon aus, dass auch da die Fahrstrasseneinstellung vom Ziel her erfolgte und die betroffene Weiche daher erst von der im Fahrweg später befahrene Weiche als Flankenschutz angefordert und dementsprechend verschlossen wurde. Zumindest schliesse ich dies daraus, dass auf Deinem Bild über die gesamte Stelltafel kein Verschubsignal am rechten Schenkel dieser Weiche erkennbar wäre, welches in anderer Form Flankenschutz bieten könnte?
AntwortenLöschenLg Philipp
Ja, wenn man den Gleisplan anschaut, sieht man, dass eine Fahrstraße, die auf ein Gleis ab 15 führt, von beiden Strängen dieser Weiche* erreicht wird.
LöschenDen Flankenschutz für die eingestellte Fahrt bietet eigentlich das V66, das an der Spitze dieser Weiche steht und damit zumindest "Lichtschutz" auf beiden Ästen erreicht, versteh ich grad erst ...
Festgelegt wird die Weiche vielleicht, damit sie nicht bei einer Teilauflösung wegen Flankenschutzanforderung in die andere Stellung umläuft und ein anderes Fahrzeug, das draufsteht, dann womöglich entgleist - aber ich geb zu, das ist geraten; ich kenn mich mit Details von Spuren in solchen Spezialfällen nicht aus.
* Lt. dem Gleisplan bei stellwerke.info hat sie die Nummer 66.
H.M.