Mittwoch, 6. Mai 2015

Stellwerk 1, Absdorf-Hippersdorf, 1987

Vom Stellwerk 2 bin ich am Bahnhof vorbei zum Stellwerk 1 marschiert. Vor der Fahrdienstleitung stand ein uralter Riegelhebel für beide Mittelweichen 32 und 34, die zu den Ladegleisen auf der linken und rechten Seite führten (siehe dazu dem Gleisplan bei sporenplan.nl):

Riegelhebel R32/34, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Riegelhebel R32/34, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Riegelhebel R32/34, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Auf meinem Weg zum Stellwerk 1 ist mir 1042.701 entgegengekommen:

1042.701, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Neben dem Hektometerstein vor dem Stellwerk 1 lagen die letzten hölzernen Isolierlaschen, die ich gesehen habe:

km 43.7, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Vor dem Stellwerk 1 tummeln sich mehrere Außenbogenweichen:

Stellwerk 1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Hier ist eine aus der Nähe aufgenommen, sie hat noch den alten Hakenverschluss:

Weiche 13, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Auch am Stellwerk 1 befand sich eine ziemlich voll besetzte Hebelbank:

Blockapparat und Hebelbank, Stw.1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Dieser Blockapparat und die Signaltafel befinden sich, wie im letzten Posting schon erwähnt, nun in der Sammlung Grafenberg:

Blockapparat und Signaltafel, Stw.1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Hier leuchtet die blaue Lampe des Verschubsignalsymbols ziemlich hell:

Blockapparat und Signaltafel, Stw.1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Am Gleisanzeiger erkennt man die Fahrtmöglichkeiten von und nach Wien auf der Franz-Josefsbahn und von und nach Stockerau zur Nordwestbahn:

Gleisanzeiger, Stw.1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Die Verschubsignale wurden hier, nach alter Manier, über Knebel am Schieberkasten gestellt:

Verschubsignalknebel, Stw.1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Und hier sieht man noch einmal längs über die ganze Hebelbank:

Hebelbank, Stw.1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Drei Schranken wurden von hier ortsbedient:

Schrankenkurbeln, Stw.1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Außerdem gab es eine Schrankenüberwachung – leider weiß ich nicht, wo sich der zugehörige Schranken befand. Davor liegt der Fernsprechvormerk, auf dem man bei trickreicher Beobachtung links oben das Datum "01. November 1987" erkennt, aber sonst leider nicht viel mehr:

Schrankenüberwachung, Stw.1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Das Stellwerksgebäude stand wie das Stellwerk 2 und das Bahnhofsgebäude südlich der Gleisanlagen – eigentlich eine eher untypische Anordnung, weil man zumindest eines der Gebäude wegen der besseren Übersicht auf die andere Seite stellen sollte:

Stellwerk 1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

In diesem Frontalblick sieht man noch einmal ganz klein die Signalanzeige – bei genügender Vergrößerung kann man sogar die blaue Lampe des Verschubsignals erkennen:

Stellwerk 1, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Und zuletzt sieht man hier noch das Bahnhofsgebäude, aufgenommen vom Übergang zu den Gleisen:

Bahnhof, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Im Vordergrund wartet hier der Pendeltriebwagen nach Stockerau auf seine nächste Fahrt:

Bahnhof, 4030.306, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Donnerstag, 30. April 2015

Fernbediente Weiche ohne Spitzenverschluss: Absdorf-Hippersdorf, 1987

Absdorf-Hippersdorf hatte 1987 noch eine vollständige 5007er-Anlage, mit einigen kleineren Besonderheiten. Die Stellwerke wurden 2012 abgetragen, aber immerhin hat der Blockapparat und ein Teil des Schieberkastens vom Stellwerk 1 in der Sammlung Grafenberg überlebt.

Hier sieht man den Rankapparat in der Fahrdienstleitung mit immerhin fünf Schubknöpfen:
  • Ganz vorne die beiden für die zweigleisige Strecke Richtung Tulln.
  • Dahinter der eine für die Stockerauer Strecke.
  • Dann einer für die eingleisige Strecke nach Krems.
  • Und zuletzt der eine für die Franz-Josefsbahn Richtung Gmünd; dahinter sieht man noch die Schubrinne aus der Zeit, als die FJB zweigleisig war.
Befehlswerk Rankapparat, Fdl, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Befehlswerk Rankapparat, Fdl, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Befehlswerk Rankapparat, Fdl, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Am Blockaufsatz sind neben den üblichen (unbeschrifteten!) Gleisanzeigertasten und Richtungswechseltasten (von Hand mit "RWT" überschrieben) Bedienkästchen für die Ersatzsignale auf den Einfahrsignalen angebracht:

Blockapparat, Fdl, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Darüber ist die Signal- und Blockanzeige aufgebaut:

Signal- und Blockanzeige am Blockaufsatz, Fdl, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Absdorf hatte damals eine ganze Reihe von altertümlichen Weichen, auch der Bauart Xa, in den Hauptgleisen. Hier ist eine erste zu sehen. Vor dem Weichensignal ist das Schwinggewicht gelagert, das bei ausgebundener Weiche zum Umstellen montiert werden muss:

Weiche 57, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Auf der Hebelbank am Stellwerk 2 scheinen Weichenhebel die Plätze der früheren Signalhebel vor dem Blockapparat eingenommen zu haben:

Hebelbank und Blockapparat, Stw.2, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Hier sieht man den Apparat von der anderen Seite:

Gleisanzeiger, Hebelbank und Blockapparat, Stw.2, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Über dem Blockapparat war die Signal- und Blockanzeige aufgebaut. Am unteren Rand befanden sich die Bedientasten für Signale, ZG-Block und eine ZRG ("Zustimmungsrücknahmegruppentaste"?) samt zugehöriger Zt ("Zustimmungstaste", ausnahmsweise mit kleinem t). Aus Richtung Gmünd ist eine Einfahrt freigestellt, am Blockapparat sieht man das entblockte Be-Feld (drittes Feld von rechts) und das geblockte Ff-Feld (viertes Feld von rechts):

Signalanzeige- und Bedientafel, Stw.2, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Kurz darauf ist der Zug eingefahren, und die Tastensperre ist gesprungen – das Signal Z ist auf Halt zurückgefallen, und das Ts-Feld (zweites Feld von rechts) ist nun weiß. Der Stellwerker wird gleich darauf Be- und Ts-Feld über die Doppeltaste und den Induktor blocken ("den Befehl zurückgeben"), und wenn der Fahrdienstleiter dann sein Fa-Feld blockt, wird hier das Ff-Feld entblockt, und die Blockeinrichtungen sind wieder in Grundstellung:

Blockapparat und Signalanzeige- und Bedientafel, Stw.2, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Auf der linken Seite der Signalanzeige sieht man ein altes Verschubsignalsymbol: Hier wurde wie bei den alten BBÖ-Verschubsignalen die Farbe blau für die Anzeige von "Verschubhalt" verwendet:

Signalanzeige- und Bedientafel, Stw.2, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Auf zwei Weichenhebeln und einer Reihe von Fahrstraßenknebeln sieht man hier Hilfssperren, um belegte Gleise vor unbedachten Fahrten zu schützen:

Gleisanzeiger, Stw.2, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Und hier sieht man das gepflegte Stellwerksgebäude:

Stellwerk 2, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Direkt daneben befand sich eine Schrankenanlage mit den damals noch häufig vorhandenen Hängegittern:

Schrankenbaum beim Stellwerk 2, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Und hier sehen wir die alte Xa-Weiche 58. Auch hier ist ein Gewicht für den Fall des Ausbindens der Weiche gelagert:

Weiche 58, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Auf dem folgenden Bild sieht man, dass diese fernbediente Weiche tatsächlich keinen Spitzenverschluss hatte: Die beiden Zungen sind direkt miteinander verbunden! Die Haltekraft muss daher vom Weichenantrieb alleine aufgebracht werden – an Xa-Weichen war das üblicherweise ein Antrieb der Bauart 9SA. Zugfahrstraßen gab es über die Weiche 58 allerdings keine, sie führte ins Gleis 107, meine ich mich zu erinnern:

Weiche 58 ohne Spitzenverschluss, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Weiche 58 ohne Spitzenverschluss, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Hier sieht man das Gelenk an der Zungenwurzel dieser Weiche:

Zungengelenk, Xa-Weiche 58, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Und zuletzt hier noch zwei Bilder vom Herzstückbereich:

Blockherzstück, Xa-Weiche 58, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Laschen am Herzstück, Xa-Weiche 58, Absdorf-Hippersdorf, 1.11.1987

Bilder vom Stellwerk 1 sowie vom Riegelhebel vor der Fahrdienstleitung zeige ich dann im nächsten Posting.

Mittwoch, 29. April 2015

Rollfähre Korneuburg, 1987

Noch immer keine Stellwerke: Zu Allerheiligen 1987 habe ich die Rollfähre Korneuburg besucht – insbesondere habe ich den südlichen Seiltragemasten bestiegen. Hier sind, ebenfalls ohne viel Kommentar, die Bilder davon.

Die ersten neun Bilder zeigen die Anlegebrücke auf der Klosterneuburger Seite:

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Danach habe ich mich zum Seiltragemasten auf dieser Seite begeben:

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Ich kann mich erinnern, dass meine "normale" Höhenangst mich schon etwas zweifeln hat lassen, ob der Aufstieg eine gute Idee wäre:

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Aber dann habe ich doch getraut:

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Oben hängt, durch eine Kette gesichert, die Revisiongondel:

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Der Blick von oben war schon grandios:

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Leider gab es keinen Schiffsverkehr:

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Spannender Abstieg:

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Und ein Abschlussfoto:

Rollfähre Korneuburg, 1.11.1987

Einige Bilder von der Fähre selbst habe ich im darauffolgenden Frühling aufgenommen, sie folgen in einem späteren Posting.