Dienstag, 10. März 2015

Stellwerk 20, Linz Vbf, 1987

Der 4030.244, der einige Zeit vorher beim Stellwerk 19 unterwegs war, rauschte an mir und am Signal R2a vorbei wieder zurück:

4030.244 am Signal R2a, Linz Vbf, 28.8.1987

Ich aber begab mich ins Stellwerk 20, das einige Weichen zu den Ausziehgleisen hinter dem kleinen Rollberg beim Stellwerk 17 deckte:

Stw.20, Linz Vbf, 28.8.1987

Weil diese Weichen auch an das Hauptgleis angebunden waren, gab es zwei Zustimmungsabgabefelder:
  • Eines erlaubte die Vorbeifahrt am Gleis 1a Richtung Stellwerk 19, d.h. die Abzweigweiche in die Ausziehgleise stand in die Gerade.
  • Ein anderes erlaubte die Einfahrt auf das Gleis 185, vermutlich damit man von dort direkt abrollen konnte (das Gleis 185 ist jenes, das man nach der Abzweigung vom Gleis 1a erreicht, wenn die folgenden Weichen in die Gerade stehen).
Diese Anlage sah übrigens noch immer genau so aus wie 1983:

Stw.20, Linz Vbf, 28.8.1987

Von den drei Gleisen 181 bis 185 und vom Gleis 1a her gab es Verschubsignale, außerdem irgendwo (wo?) noch einen Sperrschuh:

Stw.20, Linz Vbf, 28.8.1987

Hier sind noch einmal die Blockfelder – das linke wurde mit einer Doppeltaste geblockt, die ihr zweites Blockfeld verloren hatte:

Stw.20, Linz Vbf, 28.8.1987

Und hier sieht man das kleine Stellwerk, dahinter verlaufen die beiden Hauptgleise zum Stellwerk 4 am Verschiebebahnhof West:

Stellwerk 20, Linz Vbf, 28.8.1987

Freitag, 6. März 2015

Dienstübergabe am Blockposten Kleinmünchen 1, 1987

Auch am Block Kleinmünchen 1 gab es gegenüber 1983 Neuerungen: Was immer im Hintergrund neu war, vorne gab es ein neues Stellpult für die Blocksignale:

Stellpult, Linz Bl. Kleinmünchen, 28.8.1987

Die Blocksignale waren allerdings die alten geblieben:

Blocksignal Z1, Linz Bl. Kleinmünchen, 28.8.1987

Vor dem Stellpult liegt der Fernsprechvormerk, dessen eine Seite wir uns gleich ein wenig genauer ansehen:

Fernsprechvormerk, Linz Bl. Kleinmünchen, 28.8.1987

Die obersten sieben Zeilen enthalten Zuganzeigen von 12:15 bis 16:58. Sie sind jeweils "abgegeben an Kü1", also an den Blockposten Kleinmünchen 1. Angerufen ("aufgenommen von") hat entweder der Linzer Hauptbahnhof ("Lz") oder der Bahnhof Kleinmünchen ("Kü"), und die Gespräche waren großteils "Zugeinleitungen", also die Informationen, dass Bedarfszüge verkehren würden:
  • ZA [Zuganzeige] heute verk[ehrt Zug] 1161 [nach seinem festgelegten Fahrplan].
  • – " – Lz [Lokzug] 11147
  • – " – 95004 = NZ [Nachzug, also mit gleichem Fahrplan wie, aber folgend auf Zug] 69214
  • Unterbleibt: 40144 [dieser an diesem Tag planmäßig gefahrene Güterzug fällt also aus; die Nummer schaut aus wie 40141, tatsächlich sind das – siehe den Kommentar von Harald Süß! – zwei Vieren]
  • ZA v. Kü [Zuganzeige von Kleinmünchen: Heute] verk[ehrt Zug]: 97315 = VZ [Vorzug, also mit dem Fahrplan von] 43316 –240Min [also mit 240 Minuten Vorsprung oder 4 Stunden früher als der 43316; hätte sich dafür nicht ein anderer Bedarfszug mit passenderem Fahrplan gefunden? Vielleicht nicht mit demselben Zuglauf ... siehe auch dazu den Kommentar von Harald Süß]
  • ZA heute verkehrt: LP [Leerpersonenzug; häufig ausgesprochen "El-Pi"] 10145
  • – " – 97315 = VZ 43316 –220 Min [noch einmal die Anzeige von vorher, aber der Zug fährt nun 20 Minuten später als ursprünglich geplant]:

Zuganzeigen im Fernsprechvormerk, Linz Bl. Kleinmünchen, 28.8.1987

Um 17:12 war dann Dienstübergabe:
  • Dienstübergabe:
  • Es verkehrt: 47325 [Diese Einleitung muss schon vor 12:15 passiert sein, weil sie oben nicht zu sehen ist; oder dieser Zug verkehrt "bis auf weiteres" jeden Tag]
  • Es unterbleibt: 0 [Also keine weiteren Absagen von Zügen]
  • Ausständig: 0
  • Verspätungen: 0
  • Vorsprungfahren [Das Gegenteil von Verspätungen]: 0
  • Sonstiges: 0   Neue Erlässe: 0
  • Zählerstand: Ers.Sig. 1504 [Auf diesem Blockposten gab es nur dieses eine Zählwerk für zählwerkspflichtige Handlungen]
  • Dienstbehelfe u. Signalmittel lt. Verzeichnis [alles vorhanden, z.B. Signalfahne, Halttafeln]
  • sämtl. Plomben vollzählig u. in Ordnung [d.h. u.a., dass die Signalabhängigkeit vollständig gegeben ist]
  • Dienst übergeben: K..../übernommen: ....

Dienstübergabe im Fernsprechvormerk, Linz Bl. Kleinmünchen, 28.8.1987

Und danach ging's mit ein paar Zuganzeigen weiter:
  • ZA heute verk: Lz 11145 [erst danach ändert sich die Handschrift; die Zuganzeige ist um 17:10 auch vor der Dienstübergabe eingetragen]
  • Za Heute verk Lzug 11063
  • Rfg [Reihenfolge] Zug 644/146/66026 +90 Min [Änderung der Reihenfolge dieser drei Züge – danke an Aufklärung durch Harald Süß]

Zuganzeigen im Fernsprechvormerk, Linz Bl. Kleinmünchen, 28.8.1987

Hier sieht man das Gebäude des Blockpostens von außen:

Blockposten, Linz Bl. Kleinmünchen, 28.8.1987

Und hier liegen im Vordergrund die beiden Gleise der Westbahn, mit dem Blocksignal Z1 am rechten Gleis. Im Hintergrund sieht man das Verschubstellwerk 20 sowie die Formsignale R2a und R2b zur Deckung der Abzweigung beim Stellwerk 21:

Blocksignal Z1 Bl. Kleinmünchen, Signale beim Stw. 20

Donnerstag, 5. März 2015

Stellwerk 19, Linz Vbf Ost, 1987

Am Stellwerk 19 war alles anders als früher – nämlich als 1983, also vier Jahre zuvor: Das Einheitsstellwerk samt seinen Formsignalen und mechanischen Weichen war verschwunden und durch einen Knebelapparat für die elektrischen Weichen und ein Stellpult für die neuen Lichtsignale ersetzt worden:

Stellwerk 19, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Am Stellpult sieht man einen Überblick über die Gleisanlagen.
  • Von links münden oben die Reihungsgleise, deren Weichenstraßen von den Stellwerken 16 und 17 gestellt werden.
  • Darunter laufen zwei Streckengleise, die sich ein Stück weiter in drei Strecken aufteilen: Gleis 1A und 27 gehen zum Stellwerk 13, während das Gleis 1W zum Waringerbahnhof verläuft. Das Stellwerk 15, das ich 1983 noch aufgenommen habe, war offenbar nicht mehr vorhanden – seine Weichen und Signale wurden nun hier vom Stellwerk 19 gestellt. Der Bereich war aber am Stellpult durch ein Rechteck abgetrennt, und die Tasten und Zählwerke dafür waren noch mit der Nummer 15 versehen.

Signalstell- und -anzeigepult, Stw.19, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Signalstell- und -anzeigepult, Stw.19, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Die Signale N1 und N2 standen übrigens direkt vor dem Stellwerk 16 – im vorletzten Posting sieht man sie auf den Bildern mit der 1080.015.
  • Richtung Westen (also am Stellpult rechts) verlaufen ganz oben zwei Verschubgleise zum Stellwerk 20, von einem zweigt das Gleis zum Ablaufberg beim Stellwerk 17 ab.
  • Darunter laufen die zwei Streckengleise zum Stellwerk 21. Die Kennzeichnung "P" hier bedeutet Personenbahnhof.
  • Noch weiter unten verläuft das eine Gleis zum Stellwerk 7, das sich dort in mehrere Äste aufteilt. Unter anderem kann hier die Strecke nach Summerau erreicht werden, daher wird hier die Kennzeichnug "S" verwendet:
Auf dem Stellpult gibt es außerdem Anzeigen für weiter entfernte Signale und Blockbelegungen: Einerseits sind das die Signale R1 und R2 des Stellwerk 21, außerdem rechts oben Blockbelegungsanzeigen um das Stellwerk 21. Einige dieser Anzeigen gab es schon früher in Form von Spiegelfeldern:

Signalstell- und -anzeigepult, Stw.19, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Die sechs Blockfelder habe ich nicht im Detail aufgenommen – es handelt sich um lauter Fahrstraßenfestlegefelder, die vom Zug aufgelöst wurden. Am linken Blockapparat gab es jeweils ein Feld für Fahrstraßen auf die Signale S und M, also die Deckungssignale der Überleitstelle beim ehemaligen Stellwerk 15. Mit dem rechten Blockapparat wurden die Fahrstraßen direkt vor dem Stellwerk 19 festgelegt, dafür gab es folgende vier Felder:
  • z für Einfahrten vom Stellwerk 21 her;
  • y für Einfahrten vom Stellwerk 7 her;
  • np für Fahrten Richtung Stellwerk 21, also auf die Strecke zum Personenbahnhof;
  • ns für Fahrten Richtung Stellwerk 7, also auf die Strecke (u.a.) nach Summerau.
Am unteren Schieberkasten befanden sich, wie bei der Bauart 212 üblich, die Weichenknebel, während am oberen Schieberkasten die Fahrstraßenknebel angebracht waren:

"Knebelbank", Stw.19, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Für die fünf Weichen der Überleitstelle beim ehemaligen Stw.15 reichten drei Knebel:

Weichenknebel Überleitstelle beim ehemaligen Stw.15, Stw.19, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Am entfernten Ende gab es eine weitere Anzeige wichtiger Signale für den Stellwerkswärter:

Signalanzeige, Stw.19, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Kontakte zur Hilfsauflösung mit entsprechenden Zählwerken waren unter einem Fenster angebracht:

Widerrufschloskontakte, Stw.19, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Wieso sich ein 4030.2 auf die Gleise des Verschubbahnhofs verirrt hat, weiß ich nicht (aber Harald Süß hat das in seinem Kommentar unten erklärt!):

4030.244, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Hier sieht man das Stellwerksgebäude mit den fest angebauten Sonnenblenden:

Stellwerk 19, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Und auf irgendeinem Abstellgleis hat dieser alte preußische Packwagen überlebt:

Preußischer Packwagen, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Freitag, 27. Februar 2015

Stellwerk 17, Linz Vbf Ost, 1987 (und ein Video von 2009)

Das Stellwerk 17 stand spiegelbildlich gegenüber dem Stellwerk 16, wo es für den Verschub in die Reihungsgleise 141 bis 153 und die Feinreihungsgleise bis 171 zuständig war. Außerdem ging von hier das Verschubgleis 173 nach Kleinmünchen. Die Sicherungsanlage war praktisch ein Spiegelbild des Stellwerks 16, nur dass statt der Bauart 5007 hier ein Einheitsstellwerk stand:

Hebelbank, Stw.17, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Im Gegensatz zu den 16 Gleisen am Stellwerk 16 gab es hier aber nur 11, die sich auf sechs Fahrstraßenhebel verteilen ließen:

Fahrstraßenhebel, Stw.17, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Der Blockapparat enthielt auch hier genau ein Zustimmungsabgabefeld. Am Blockaufsatz darüber war ein Schlüsselschalter mit Zählwerk zur "gewaltsamen" Rücknahme der Zustimmung angebracht:

Blockfeld und Fahrstraßenhebel, Stellwerk 17, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Auf der Hebelbank waren ganz links zwei Hebel zum Sperren der Verschubsignale angebracht. Wie am Stellwerk 16 waren sie mit VFK1 und VFK2 bezeichnet – mein Langnamen-Vorschlag "Verschubsignalfestlegeknebel" funktioniert hier aber nicht mehr so gut. Daneben gab es für zwei häufig befahrene Weichen immerhin vier Riegelhebel, dahinter folgten die Weichenhebel:

Hebelbank, Stellwerk 17, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Das Stellpult war ebenfalls – natürlich bis auf den Gleisplan – praktisch identisch mit jenem am Stellwerk 16:

Stellpult, Stw.17, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Die Gleise bei diesem Stellwerk dienten im wesentlichen zur Feinreihung: Aus den Reihungsgleisen 141 bis 153 des großen Ablaufbergs konnte ein Wagenzug in das Ausziehgleis 183 gezogen werden und von dort über den kleinen Ablaufberg beim Stellwerk 17 in die Gleise 147 bis 171 verteilt werden. Fotos, auf denen dieser kleine Ablaufberg zu sehen war, gab es schon im vorherigen Posting. Hier ist er aus der Nähe zu sehen, mit einem Hemmschuhauswurf am unteren Ende. Die Gleise sind ziemlich verölt, wohl vor allem vom herausgeschleuderten Schmieröl aus den Stangenlagern der 2067er.

Hemmschuhauswurf, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Auch dieser kleine Ablaufberg hatte ein Abdrücksignal, das aber meines Wissens damals schon nicht mehr benutzt wurde:

Abdrücksignal beim Stellwerk 17, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Zu diesem Signal gab es am Stellwerk 17 eine Anzeige samt H.W.T., also "Haltwurftaste":

Haltwurftaste für Abdrücksignal, Stw.17, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Auch von diesem Stellwerk gibt es ein Video von Ernest Habringer, das das Rollen am kleinen Ablaufberg im Jahr 2009 zeigt. Das Stellwerk hatte eine neue Sicherungsanlage erhalten, die die elektrisch gestellten Weichen ansteuerte. Der Berg mit seiner Hemmschuhbremse war aber noch so wie damals in Betrieb – ihre Verwendung kann man einmal um Minute 1:45 sehen. Das Video endet übrigens mit einer netten, ganz unbeabsichtigten Besonderheit ...

Das folgende Bild zeigt das niedrige Stellwerksgebäude. Die Reichsbahn hat hier auf einen Unterzugsraum mit Spannwerken verzichtet, für einige weiter entfernte Weichen gab es allerdings Außenspannwerke. Auf dem rechten kann ich hier "W377" entziffern, beim linken erkenne ich keine Aufschrift:

Stellwerk 17, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Hier sieht man das linke Spannwerk noch einmal von der anderen Seite:

Spannwerk beim Stw.17, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Die Weichenantriebe waren alle mit Stellgewichten versehen – bei der Weiche 390 war der Platz allerdings zu eng geworden, und daher hatte man das Weichensignal samt dem Gewicht "um die Ecke" gebaut:

Weichensignalantrieb "um die Ecke", Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Und zuletzt stand da noch eine grüne Lok aus einem Nachbarland:

Grüne DB 140 665, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Stellwerk 16, Linz Vbf Ost, 1987

Von den Stellwerken 13 und 14 auf der Bergseite der Richtungsgruppe bin ich zum anderen Ende marschiert, wo sich die Stellwerke 16, 17 und 19 die Arbeit teilten.

Das Stellwerk 16 war ein reines Verschubstellwerk, das die Weichen und Verschubsignale aus den 16 Reihungsgleisen 105 bis 135 stellte. Darüberhinaus musste es aber auch an Ausfahrten an diesen Gleisen mitwirken, indem es dazu die Weichen passend verschloss (und die Verschubsignale auf Halt) und dann eine Zustimmung an das Fahrdienstleiterstellwerk 19 abgab. Hier sieht man die Hebelbank dieses Stellwerks:

Stellwerk 16, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Unter dem einen Blockfeld für die Zustimmungsabgabe befanden sich zwei neue Knebel zum Festlegen der Verschubsignale:

Stellwerk 16, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Die Auftrennung in zwei Gruppen war sinnvoll, weil sich die Richtungsgleise beim Stellwerk 16 zu zwei Gleisen Richtung Stellwerk 19 verjüngten: Die Gleise 105 bis 127 bildeten die eine Gruppe, 129 bis 135 die andere, wie man am Gleisplan am Signalanzeigepult sehen kann. Auf dem Pult sind in den Gleissymbolen auch Lampen für abgegebene Zustimmungen zu sehen und darüber hinaus zwei Tasten ZA (ganz oben) und ZAGT (unten neben den zwei Gruppentasten für die Verschubsignale). Hier kann es sich nicht um Tasten für die Zustimmungsabgabe handeln, weil dafür ja das Blockfeld vorhanden war. Ich rate einmal, dass es sich hier um eine Anforderung zur Zustimmungsrückgabe handelte:

Stellwerk 16, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Hier sind noch zwei Detailbilder von diesem Stellpult:

Stw.16, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Stw.16, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Direkt vor dem Stellwerk wartet hier die 1080.015, bis ein Güterzug den Weichenbereich beim Stellwerk 19 verlassen hat, während im Hintergrund eine 2067 Wagen über den kleinen Rollberg der Stationsreihungsgruppe schiebt. Was der Güterzug geladen hat, ist mir nicht ganz klar – Kohle ist es jedenfalls nicht, könnte es Kalk sein?

1080.015, 1042.045, 2067.027, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Kurz drauf ist der Güterzug durch, die 2067 ein Stückchen weiter über den Berg und eine weitere 2067 beim Ausziehen:

1080.015, 2067.026, 2067.027, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Und jetzt darf auch die 1080 weiterfahren, während hinten die ausgezogenen Wagen vorbeirattern:

1080.015, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Lokführer grüßt Lokführer, der mit einem Zug der 1080 von vorher nachfährt – wohl auch mit (diesmal leeren) Kalk- oder Kohlewagen von der VÖEST her:

1042.572, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Und zum Schluss sind hier noch zwei Aufnahmen des Stellwerksgebäudes, aufgenommen quer über die Reihungsgleise:

Stellwerk 16, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Stellwerk 16, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Donnerstag, 26. Februar 2015

Der Rollberg am Linzer Verschiebebahnhof Ost, 1987 - und drei besondere Links

Mein Weg vom Stellwerk 11 ging dann entlang des Gleis 15 Richtung Ablaufberg. Hier wird gerade gerollt, daher steht das Abdrücksignal auch auf "Langsam abdrücken" – weit im Hintergrund sieht man die 2067 mit ihrem Wagensatz am Gleis 1:

Abdrücksignal, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Und nun sind wir kurz vor dem Rollberg. Rechts ist noch einmal ein Abdrücksignal zu sehen (alle Abdrücksignale eines Ablaufbergs sind parallel geschaltet, zeigen also immer dasselbe an), links steht das Fahrdienstleiterstellwerk 13, das auch das Befehlsstellwerk für das Stellwerk 11 war:

2067.028 beim Abrollen, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Einen Moment später hat der Bergmeister das Abdrücksignal auf "Abdrücken verboten" gestellt ...

2067.028 beim Abrollen, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

... dann geht es aber weiter mit dem Rollen. Hier läuft der vorletzte Wagen ab:

Abrollen, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Und nun trennt sich der letzte Wagen von der 2067:

2067.028 beim Abrollen, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Im Erdgeschoß des Stellwerksgebäudes befindet sich der Arbeitsplatz des Bergmeisters:

Arbeitsplatz des Bergmeisters im Befehlsstellwerk 13, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Das Abdrücksignal wird mit dem Schalter ganz rechts gestellt, hier steht es wieder auf "Langsam abdrücken". Über dem Schalter ist die Lampe für den "Zustimmungsempfang zum Rollen" zu sehen. Die Schalter links sind für die Umschaltung der Stromversorgung (wobei der linke auf "E", also "Ersatz" steht und nicht wie üblich auf "Netz"!). Wozu der Schalter in der Mitte ist (P220, S150/220), weiß ich nicht – rechts davon ist jedenfalls die Tag/Nacht-Umschaltung. Und das Voltmeter ist sicher das größte, dass ich je gesehen habe:

Arbeitsplatz des Bergmeisters im Befehlsstellwerk 13, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Im oberen Stockwerk des Stellwerk 13 befand sich einerseits (mit Blick zur Rückwand) das Befehlswerk für das Stellwerk 11 auf der anderen Seite der Einfahrgruppe:

Befehlswerk, Stellwerk 13, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Befehlswerk, Stellwerk 13, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Zum Stellen der Fahrstraßen auf dieser Seite der Einfahrgruppe gab es andererseits ein ITT-Stellpult für ein SpDrL-Stellwerk. Zum Berg hin steht hier eine Verschubfahrstraße aus dem Gleis 10:

SpDrL-Stelltisch, Stellwerk 13, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

SpDrL-Stelltisch, Befehlsstellwerk 13, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Und hier der erste besondere Link: Ernest Harbinger hat Ende 2013 bei youtube ein Video vom Dienst auf diesem (mittlerweile geschlossenen) Stellwerk veröffentlicht!

Hier sieht man das ganze Gebäude noch einmal von außen:

Stellwerk 13, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Das Abrollen ging währenddessen fröhlich weiter:

Abrollen, Stellwerk 14, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Auf mehreren Bildern – etwa auch dem vorigen – sieht man hier, dass links neben dem Ablaufberg auf einem kurzen Stutzen einige Wagen stehen, darunter ein Tankwagen. Das war vorgeschrieben, damit bei einem Unfall am Berg mit einem befüllten Tankwagen schnell ein Behälter zum Umpumpen bereit stand. Die gleiche Vorsichtsmaßnahme sieht man etwa auch in diesem Posting über den Welser Ablaufberg. Da diese Gleise praktisch nie befahren wurden, konnten sich hier alte Oberbauformen länger als sonst wo halten – in Linz war hier noch ein Stuhlschienenoberbau vorhanden:

Stuhlschienen am Abstellgleis beim Rollberg, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Hier sieht man das Talstellwerk. Im Hintergrund ruht sich die 2067 gerade aus, direkt vor ihr erkennt man das Weichensignal der ersten Verteilweiche. Oben in der Kanzel kann man bei genauem Hinschauen die zwei schrägstehenden Hebel für die Bremsenbedienung sehen:

Talstellwerk 14, am Berg die 2067.028, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Hier ist der rechte Teil der Reihungsgleise zu sehen, wie er von der Kanzel aussieht:

Richtungsgruppe, Stahlwerk, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Beim Abrollen waren hier zwei Leute beschäftigt: Im Hintergrund sieht man den Stellwerksbediener am Vierreihenstellwerk (ein einziges besseres Bild kommt gleich), vorne sitzt der Bremsmeister an den Bedienhebeln der Balkenbremsen:

Bremsmeister und Stellwerker, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Auf den beiden folgenden Bildern sieht man die beiden Bedienstände – leider habe ich jeweils nur ein Bild aufgenommen. Das Vierreihenstellwerk der VES war ein besonderer Exot in Österreich, es gab sonst keines dieser Type. Allerdings war es auch ein relativ "einfaches" Stellwerk, weil es ja keine Fahrstraßen sichern musste, sondern nur das Stellen einzelner Weichen ermöglichte:

Vierreihenstellwerk, Stellwerk 14, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Hier ist der richtige Platz, um den zweiten ganz besonderen Link anzubringen: Ernest Habringer hat im November 2014 auch ein Video vom Nachtdienst auf diesem Stellwerk bei youtube veröffentlicht – auf jeden Fall ansehen!

Ein weiteres interessantes Video von Ernest zeigt, dass die alte Bremse durch eine moderne, die Bremskraft aufgrund der Geschwindigkeitsvorgabe selbsttätig regelnde ersetzt wurde. Auch in diesem Video sieht man die Bedienung des Vierreihenstellwerks.

Das folgende Bild zeigt den Bremsenstand:

Bremsenstand, Stellwerk 14, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Die Bremsen wurden hier, wie in Wels, mit Druckwasser betrieben. Wieso das Wasser aber auch hinter den Anzeigegläsern der großen Manometer steht, ist mir nicht klar:

Manometer am Bremsenstand, Stellwerk 14, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Hier sieht man, wie sich ein zweiachsiger Wagen mit Karacho durch die rechte der beiden Balkenbremsen zwängt:

Abrollen, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Auf der anderen Seite des Rollbergs verläuft die eingleisige Umgehungsstrecke der Richtungsgruppe zum Stellwerk 19 und von dort einerseits zum Stellwerk 21, andererseits zur Abzweigung Gleisdreieck. Hier kommt ein Fahrverschub von dort, mit dem typischen geschobenen Wagen für die Verschiebermannschaft vor der Lok:

1041.019 mit Verschubgüterzug, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Hier sieht man das Talstellwerk noch einmal in (fast) voller Schönheit:

Talstellwerk 14, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Unter den Verteilweichen befanden sich tatsächlich einige mit Gelenkzungen:

Gelenkzunge, Linz Vbf Ost, 28.8.1987

Und zuletzt noch ein Fahrverschub auf der Umgehungsstrecke:

2043.059 mit Verschubgüterzug, Linz Vbf Ost, 28.8.1987