Dienstag, 9. April 2019

Verdoppelte Fahrstraßenfelder in Freistadt, 1990

Ein Schnappschuss im Vorbeifahren vom Stellwerk 3 am Linzer Verschiebebahnhof West:

Stellwerk 3, Linz Vbf West, 18.3.1990

Die Fahrt ging an diesem Tag aber nach Freistadt.

Am ersten Bild von dort sieht man in der Fahrdienstleitung das Befehlswerk, einen klassischen Rankapparat, und das kleine Signal- und Blockbedienungspult vom Arbeitsplatz des Fahrdienstleiters aus. Interessant ist, dass trotz der eingleisigen Strecke (wie man das auf dem Bedienungspult sieht) getrennte Fa-Felder für jede Fahrtrichtung vorhanden waren. Einen solchen Vorgriff auf einen – dann aber nie erfolgten – zweigleisigen Ausbau gab es sonst nirgends in Österreich:

Signalpult und Befehlswerk, Fdl, Freistadt, 18.3.1990

Hier ist das Befehlswerk alleine zu sehen:

Befehlswerk, Fdl, Freistadt, 18.3.1990

Die Schilder waren weiß mit schwarzer Schrift, wie im Bereich der Direktion Linz üblich:

Sperrschuhschlösser am Befehlswerk, Fdl, Freistadt, 18.3.1990

Und hier sieht man das gänzlich unspektakuläre Bedienpult aus der Nähe:

Signalpult, Fdl, Freistadt, 18.3.1990

Am Stellwerk 1 stand diese klassische 5007er Anlage, die natürlich längst ihre Signalhebel verloren hatte:

Sicherungsanlage, Stw.1, Freistadt, 18.3.1990

Sicherungsanlage, Stw.1, Freistadt, 18.3.1990

Natürlich waren auch hier am Blockapparat zwei Fahrstraßenfelder vorhanden:

Blockapparat, Stw.1, Freistadt, 18.3.1990

Das kleine Signalpult kam mit 9 Tasten aus, die ich hier nach den Gruppentaste sortiere:
  • Die Blockgruppentaste BGTA wurde in Verbindung mit der Rückblocktaste RBTA verwendet.
  • Die Signalgruppentaste SGTA,H diente gemeinsam mit den Signaltasten STH und STA zum Freistellen der Hauptsignale (wobei das passende Ausfahrsignal über die jeweils festgelegte Fahrstraße ausgewählt wurde).
  • Mit der Haltgruppentaste HaGTA,H konnte ein freistehendes Hauptsignal – zusammen mit der zugehörigen Signaltaste – oder ein bestimmtes Ersatzsignal – zusammen mit einer der Tasten ErsHaTH1, ErsHaTH3 oder ErsHaTA – auf Halt geworfen werden.

Signalpult, Stw.1, Freistadt, 18.3.1990

Hier sieht man das kleine Stellwerk vor dem Freistädter Raiffeisen-Lagerhaus von außen:

Stellwerk 1, Freistadt, 18.3.1990

Am Weg zum Stellwerk 2 habe ich das Bahnhofsgebäude aufgenommen:

Bahnhof, Freistadt, 18.3.1990

Das nur auf den ersten Blick wenig hügelige Mühlviertel nördlich von Linz verlangt auch größere Steigungen, wie man auf diesem Bild des nördlichen Bahnhofskopfes von Freistadt sieht:

Ausfahrsignale R1 und R2, Freistadt, 18.3.1990

Die Sicherungsanlage am Stellwerk 2 unterschied sich praktisch nicht von der am Stellwerk 1:

Sicherungsanlage, Stw.2, Freistadt, 18.3.1990

Auch der Blockapparat war bis auf die Bezeichnungen der Felder identisch:

Blockapparat, Stw.2, Freistadt, 18.3.1990

Vier Fahrstraßenschieber samt zugehörigen Knebeln reichten für die acht möglichen Fahrstraßen aus:

Gleisanzeiger, Stw.2, Freistadt, 18.3.1990

Auch am Stellpult sieht man keine Unterschiede zum Stellwerk 1, wenn man von den Nebengleisen und natürlich wieder den Bezeichnungen absieht:

Signalpult, Stw.2, Freistadt, 18.3.1990

Etwas unscharf aufgenommen, wartet hier ein Turmwagen auf seine Fahrt. Der Grund für seine Anwesenheit könnte auf den folgenden Bildern zu sehen sein – allerdings müssten dann die dort stehenden Wagen für den Holztransport zeitweise weggeschoben worden sein:

X534.55, Freistadt, 18.3.1990

Im Zuge der umfangreichen Holzverladung hatte es hier offenbar eine unglückliche Begegnung zwischen einem Baum (oder Kran) und dem Ausleger eines Fahrleitungsmasten gegeben. Die Fahrleitung hatte aber wohl standgehalten (sonst wäre der Ausleger nicht so schön gebogen worden):

Holzverladungseffekt auf Fahrleitung, Freistadt, 18.3.1990

Holzverladungseffekt auf Fahrleitung, Freistadt, 18.3.1990

Holzverladungseffekt auf Fahrleitung, Freistadt, 18.3.1990

Und zuletzt noch drei Aufnahmen von Einfahrt und Halt des vierteiligen 4030.302, mit wartendem und einsteigendem Publikum und einer Fahrdienstleiterkappe auf dem ersten Bild:

4030.302, Freistadt, 18.3.1990

4030.302, Freistadt, 18.3.1990

4030.302, Freistadt, 18.3.1990

Freitag, 5. April 2019

Weichenschmieren und 1062er am Wiener Südbahnhof, 1990

Im Januar 1990 war ich noch eimal am Wiener Südbahnhof unterwegs, habe dabei aber nur ein paar Bilder von 1062ern und vom Weichenschmieren aufgenommen:

Stellwerk 11, Wien Süd, Januar 1990

Verschubsignal 1V47a, Wien Süd, Januar 1990

1062.008 beim Stellwerk 11a, Wien Süd, Januar 1990

1062.001 beim Stellwerk 11, Wien Süd, Januar 1990

Weichenschmieren, Wien Süd, Januar 1990

1062.001, Wien Süd, Januar 1990

Weichenschmieren, Wien Süd, Januar 1990

1062.007, Wien Süd, Januar 1990

Donnerstag, 17. Januar 2019

Blockfelder für die Schmalspurbahn: Zell am See, 1989

Auch in Zell am See stand damals noch eine 5007er Anlage mit zwei Endstellwerken. Allerdings war in der Fahrdienstleitung ein neuer Befehlsapparat aufgestellt worden:

Befehlswerk, Fdl, Zell am See, 22.12.1989

Ganz rechts war hier der Blockapparat für Fahrten auf der Schmalspurbahn aus Krimml aufgesetzt, an dem gerade der Befehl für Einfahrt abgegeben ist. Blockfelder für Fahrten auf Schmalspurbahnen gab es nur sehr selten – die einzigen, die mir noch einfallen, sind zwei Ff-Felder am St.Pöltner Alpenbahnhof für die Mariazellerbahn, das eine Ff-Feld in Unzmarkt für die Murtalbahn und jeweils ein Ba- und Be-Feld in Waidhofen an der Ybbs. Hier in Zell am See gab es interessanterweise "kurze" und "lange" Fahrstraßen für die Krimmlerbahn:

Befehlswerk, Fdl, Zell am See, 22.12.1989

Auf der linken Seite war der Blockapparat für die Fahrten auf der Westbahn aufgebaut. Richtung Salzburg – also Bruck-Fusch – war hier schon ein ZG-Block eingerichtet, daher gab es auf dieser Seite nur vier Blockfelder. Auf der Saalfeldener Seite hingegen waren sechs Felder vorhanden, weil hier noch der Felderstreckenblock Richtung Maishofen und Gerling bestand. Zusätzlich gab es noch ein Zustimmungsfeld zur Freigabe der Weichen im Streckengleis 2 in Maishofen:

Befehlswerk, Fdl, Zell am See, 22.12.1989

Die Fahrstraßenknebel waren übrigens nur einseitig belegt – es sieht sehr danach aus, als ob im Schieberkasten schon der Platz für einen zukünftigen Gleiswechselbetrieb vorgesehen worden war:

Befehlswerk, Fdl, Zell am See, 22.12.1989

Die Signaltafel war schon im "Pseudo-VGS80-Look" gehalten, mit den üblichen Bedien- und Anzeigelementen:
  • Ganz oben befanden sich links und rechts außen die Blockgruppentasten für den ZG – die linke war aber natürlich noch funktionslos.
  • Ein Stück weiter innen saßen die Ersatzsignal-Gruppentasten mit ihren Zählwerken (links für die Signale Z/R auf der Saalfeldener Seite, rechts für A/B/Sch/H).
  • Dazwischen waren noch Vorsignal-Sperrtasten angeordnet;
  • Das Gleisdiagramm zeigte nur die Hauptgleise und die Melder für Hauptsignale und für die Ersatzsignale, letztere auch auf den zwei Schutzsignalen.
  • Die Tasten an den Signalen dienten nur zum Stellen und evtl. Löschen der Ersatzsignale.
  • Neben den ankommenden ZG-Pfeilen befand sich noch jeweils eine "RWT", also eine Richtungswechseltaste – der vorhandene ZG nach Bruck-Fusch war aber offensichtlich nicht für Gleiswechselbetrieb oder auch nur für einen hilfsweisen Richtungswechsel für eine Anschlussbahn eingerichtet, daher ist mir die Funktion dieser Taste(n) unklar.
  • Das dreischienige Gleis nach Tischlerhäusl ist durch eine strichlierte Linie angedeutet; und am Ausfahrsignal Richtung Krimml sieht man, dass die ursprüngliche Bezeichnung H5-11 durch H5-7 ersetzt worden war, weil die Gleise 9 und 11 schon abgebaut worden waren.
Das Signal B von Krimml zeigt grünes Licht für die befohlene Einfahrt:

Signaltafel, Fdl, Zell am See, 22.12.1989

Das nächste Bild ist schon vom Stellwerk 2 – hier stand eine vollkommen reguläre 5007er-Anlage mit einem Blockapparat mit den üblichen sechs Blockfeldern für eine zweigleisige Strecke:

Sicherungsanlage, Stw.2, Zell am See, 22.12.1989

Am folgenden Bild ist das interessanteste Detail wohl das sich teilende Ofenrohr im Hintergrund:

Hebelbank und Blockapparat, Stw.2, Zell am See, 22.12.1989

Der Gleisanzeiger war noch ganz der alte – ohne jede Vorbereitung auf einen Gleiswechselbetrieb. Dafür wäre wohl der Gesamtumbau auf elektrisch betriebene Weichen geplant gewesen:

Gleisanzeiger, Stw.2, Zell am See, 22.12.1989

Und hier sieht man noch das Signalpult, schon mit einigen Korrekturen der Gleisanlage und den nötigen Anzeigen auch für zwei EKs. Auf der linken Seite befinden sich in den Gleisen 1 und 3 einige Anzeigen für Zustimmungen des Stellwerks 1, weil sich dort die Weiche 31 innerhalb des Bahnhofsgleises 1 befand:

Signalpult, Stw.2, Zell am See, 22.12.1989

Zuletzt gibt es von diesem Stellwerk noch ein etwas knappes Foto von außen. Neben der alten Tafel, de ausnahmweise eine römische Zahl trug, befand sich der Außenwecker. Was der rohe Ziegelbau rechts daneben war, weiß ich leider nicht mehr:

Stellwerk 2, Zell am See, 22.12.1989

Vom Stellwerk 1 zeige ich als erstes zur Orientierung das Bild des Signal- und Gleispultes. Leider hat der Blitz in der Mitte einen weißen Fleck produziert, aber dort befinden sich nur Tasten und Anzeigen für zwei EKs. Ganz rechts oben sieht man die auslackierten ehemaligen Gleise 9 und 11 der Schmalspurbahn. Verschub- und Ausfahrsignal waren auf V5-7 bzw. H5-7 umbezeichnet worden, und die Trennungsweiche zwischen den Gleisen 5 und 7 hatte nun die Nummer 111. Die weiteren Weichen hatten folgende Nummern:
  • 1 und 2 waren die Verbindungsweichen zwischen Gleis 1 und dem Gleis nach Tischlerhäusl;
  • 3 und 4 dienten zur Überleitung zwischen den beiden durchgehenden Hauptgleisen – im Regelbetrieb waren sie in ablenkender Stellung nur für die Ausfahrt aus Gleis 4 nötig;
  • die Weiche 5 war die Abzweigweiche des Gleises 4;
  • 6 und 7 waren ebenfalls Weichen zwischen den beiden durchgehenden Hauptgleisen, die in ablenkender Stellung für Einfahrten auf Gleis 1 oder 3 dienen konnten;
  • 31 war schlussendlich die Abzweigweiche des Gleises 3, die sich schon innerhalb des Ausfahrsignals H1 befand.
Neben den Signalanzeigen gab es auch noch eine Menge Bedien- und Anzeigeelemente für vier EKs. Die Umschalter für den Netzersatz und Tag/Nacht-Anzeige der Signale waren unterhalb des Gleisdiagramms angebracht:

Signalpult, Stw.1, Zell am See, 22.12.1989

Hier sieht man die Hebelbank und den Blockapparat. Man erkennt, dass nur mehr wenige Weichen mechanisch bedient wurden, nämlich die Weichen 3, 4 und 5 samt ihren Riegeln. Füralle anderen Weichen waren Hebelersatzschlösser aufgebaut:

Sicherungsanlage, Stw.1, Zell am See, 22.12.1989

Woher kamen aber die Schlüssel? Jene des Normalspurbereichs wurden aus einem Knebelwerk entnommen, mit dem die Weichen 1, 2, 6, 7 und 31 elektrisch gestellt werden konnten. Man sieht, dass auch für die Weichen 3 bis 5 schon Knebel freigehalten worden waren – diese Weichen hatten aber eben noch keine elektrischen Antriebe erhalten:

Weichenbedienung für elektr. Weichen, Stw.1, Zell am See, 22.12.1989

Für die ebenfalls elektrisch gestellte Weiche 111 waren oberhalb des Gleisanzeigers auf zwei Konsolen zwei getrennte Kästchen angebracht worden. Beide Kästchen enthalten dieselben Bedienelemente – das Schloss, links und rechts davon je eine Taste, eine Überwachungslampe und eine zugenietete Ausnehmung (ich denke, da war eine plombierte Taste vorgesehen). Erstaunlich ist aber, dass die Elemente auf beiden Kästchen vollkommen verschieden angebracht waren – man hat den Eindruck, die jeweiligen Löcher waren einfach "irgendwo" gebohrt worden:

Weichenbedienung für Schmalspurweiche 111, Stw.1, Zell am See, 22.12.1989

Das folgende Bild zeigt den Blockapparat. Ganz rechts befinden sich die sechs üblichen Felder (Ts-Be, Ff, Ff, Be-Ts) für die zweigleisige Strecke Richtung Bruck-Fusch. Dann folgt das Zustimmungsabgabefeld zur Meldung der Festlegung der Weiche 31 an das Stellwerk 2. Ganz links sind schließlich die fünf üblichen Felder (Ts-Be, Ff, Be-Ts) für die eingleisige Strecke nach Krimml angebracht, wobei hier die Tastensperren in der selteneren Ausführung oberhalb der Be-Felder ausgeführt waren:

Blockapparat, Stw.1, Zell am See, 22.12.1989

Zuletzt sieht man hier noch den Gleisanzeiger und darüber noch einmal die Bedienung der Weiche 111:

Gleisanzeiger, Stw.1, Zell am See, 22.12.1989

Das Stellwerksgebäude habe ich schon bei Dunkelheit aufgenommen:

Stellwerk 1, Zell am See, 22.12.1989

Das folgende Bild zeigt die Ausfahrsignale H4, H2 und H1. Rechts verläuft das Dreischienengleis Richtung Tischlerhäusl. Hinter der Weiche 7 direkt hinter dem Ausfahrsignal H1 sieht man noch die Reste der abgebauten Gleisverbindung, die am Signalpult schon auslackiert worden war:

Ausfahrsignale H, Zell am See, 22.12.1989

Am folgenden Bild des Stellwerks kann man im zweiten Fenster von links die zwei Tastensperrfelder der Krimmler Strecke erkennen:

Stellwerk 1, Zell am See, 22.12.1989

Welcher Zug hier ausfährt, habe ich leider nicht notiert:

Ausfahrt, Zell am See, 22.12.1989

Und zuletzt noch ein Bild des Schmalspurtriebwagens 5090.001:

5090.001, Zell am See, 22.12.1989