Samstag, 19. März 2022

Drei Bilder vom Localbahn-Bahnhof Augsburg Ring, 2022

Bei unserem Besuch in Augsburg haben wir auch noch kurz beim zentralen Bahnhof Ring der Augsburger Localbahn vorbeigeschaut. Hier sind drei Bilder – eines davon zeigt auch hier eine nicht ganz übliche Weichenkonstruktion. Zuerst einmal aber ein Blick die Einfahrt in den Bahnhof von den DB-Gleisen her, wo eine Gleissperre verhindert, dass Wagen in Richtung des Bahnübergangs mit der Friedburger Straße rollen:

Einfahrt zum Bahnhof Augsburg Ring der Augsburger Localbahn, 14.2.2022

Hier ist die Spitzenweiche zu sehen, eine ortsbediente Weiche mit einer interessanen Anordnung des Weichensignals: Nicht nur dass es gegenüber dem Weichenbock aufgestellt ist, sondern es ist auch ein ganzes Stück vor der Weichenspitze platziert und daher über einen Winkelhebel angelenkt:

Spitzenweiche des Bahnhofs Augsburg Ring der Augsburger Localbahn, 14.2.2022

Zuletzt noch ein Bild aus der Ferne von einer DB-Lok, die grade über die Friedburger Straße in den Ring-Bahnhof fährt:

DB 294 624, Augsburg Ring, 14.2.2022

Dienstag, 15. März 2022

Uralte Späth-Weichenhebel und eine Menge weiterer Besonderheiten in Augsburg, 2022

Auf stellwerke.info hat Robert entdeckt, dass in Augsburg uralte Späth-Weichenhebel in freier Wildbahn herumstehen. Nach einigem Aufwand an Fußmarsch sind davon schließlich einige Bilder entstanden – die auch neue Fragen aufwerfen.

Hier ist das urige Ensemble der Augsburger Localbahn im heutigen Zustand zu sehen:

Weichenwärterbude mit Späth-Weichenhebeln von vor 1900, Augsburg-West, 14.2.2022

Die Hebel sind hier noch ein wenig mehr ins Licht gerückt.

Späth-Weichenhebel, Augsburg-West, 14.2.2022

Wenn man genau schaut, sieht man, dass die Weichenhebel auf eigenen gelochten Trägereisen montiert sind. Es scheint, dass solche "zentralisierten Anordnungen von Weichenhebeln", wie ich es einmal nennen möchte, damals üblich waren und Späth dafür entsprechende Bauteile im Angebot hatte.

Späth-Weichenhebel, Augsburg-West, 14.2.2022

Das ganze ist natürlich eine uralte Anlage, die ältesten Teile sind sicher vor 1900 entstanden. Hier sieht man eine der Weichen, die von einem solchen Hebel gestellt werden – eine Doppelweiche ohne jeglichen Spitzenverschluss (und entsprechend klaffenden Zungen!):

Alte Doppelweiche mit direkt verbundenen Zungen, Augsburg-West, 14.2.2022

Vor den nächsten Bildern ist hier eine Planskizze von dem zu sehen, was dort vorzufinden ist.
  • Die schraffierten Weichen sind welche, die mit Stellgewicht bedient werden – egal, ob dieses direkt an der Weiche steht oder bei der Bude.
  • Die Stellhebel habe ich als blaue Flecken gezeichnet, mit den jeweiligen Stangenleitungen zu den Weichen.
  • Schon die mechanischen Teile des Ensembles sind ja was Besonderes – aber tatsächlich gibt es dort auch eine Weiche mit elektrischem Antrieb! Dort muss wohl die Mechanik überhaupt nicht mehr verwendbar gewesen sein, sodass die Localbahn diesen mutigen Schritt getan hat. Neben der Bude sieht man auch einen Schaltkasten, in dem wohl der nötige Umschalter montiert ist. Wieso ausgerechnet diese Weiche, die heute ins Gestrüpp führt, diese Modernisierung erfahren hat?



Aber weiter mit Bildern. Hier sind noch einmal die vorderen Zungen der alten Doppelweiche, diesmal etwas mehr in Endstellung – wer da wohl aufs Gewicht gedrückt hat? Die Weiche hat übrigens, wie alle Weichen ohne Spitzenverschluss, Gelenkzungen; allerdings sieht man die Gelenke auf meinen Bildern kaum. Und, offensichtlich, hat diese Weiche keine Weichensignale – ein halbwegs zuverlässiger Antrieb, der das Signal um 90° dreht, wäre kaum möglich. Für diese Weiche im Gestrüpp ist das kein Problem mehr, aber weiter unten werden wir eine interessante Konsequenz davon sehen:

Zungen der Doppelweiche in Endstellung, Augsburg-West, 14.2.2022

Weiter mit noch Besonderem: Neben der alten Doppelweiche liegt eine relativ moderne, mit ordentlichen Spitzenverschlüssen. Hier ist ein Bild von ihr, dahinter sieht man die alte Doppelweiche:

Neue Doppelweiche, im Hintergrund die alte Doppelweiche, Augsburg-West, 14.2.2022

Hier sieht man die neue Doppelweiche links, und man erkennt, dass sie am "Hang eines kleinen Bergleins" liegt, der sich dahinter wieder senkt. Gegenüber dem nicht mehr befahrbaren rechten Gleis mit der alten Doppelweiche ist das Berglein durch eine Stützmauer aus alten Stahlschwellen abgetrennt. Am hinteren Fuß des Bergleins liegt, noch ein wenig im Gefälle, die Abzweigweiche zur Strecke, die dann mit noch steilerem Gefälle nach unten verschwindet. Noch ein Detail sind die asymmetrisch versetzen Weichensignale – eines für den näherliegenden Teil der Doppelweiche, das andere im Hintergrund auf der Abzweigweiche zur Strecke:

Doppelweiche und Abzweigung zur Strecke, Augsburg-West, 14.2.2022

In der umgekehrten Richtung teilen sich die Gleise der Doppelweiche auf und führen in die drei noch befahrbaren Gleise des Bahnhofs. Links sieht man, auf dem folgenden Bild, gerade noch den Beginn der erwähnten Stahlschwellen-Stützmauer. Man kann nun spekulieren, was der Zweck des Bergleins ist:
  • Soll er, als ein kleiner Ablaufberg, das Reihen von Wagen in diesem kleinen Bahnhof erleichtern?
  • Oder ist er nötig, damit die Verzweigungsweiche zur Strecke schon ein wenig im Gefälle liegen kann und damit der Gefällsbruch zum abzweigenden Streckengleis geringer ist?

Doppelweiche und Bahnhofsgleise, Augsburg-West, 14.2.2022

Das nächste Bild zeigt das vereinfachte Weichensignal. Zumindest für mich ist das eine heftige Kippfigur (a la Necker-Würfel), weil ich mir schon erwarte, dass die hier sichtbaren Symbole außen auf einem Würfel aufgemalt sind, und nicht so wie hier:

Einfaches Weichensignal an der Doppelweiche, Augsburg-West, 14.2.2022

Gehen wir weiter zur nächsten Weiche: Diese wird wieder von einem Späth-Hebel angetrieben, aber leider habe ich sie direkt nicht aufgenommen. Hier sieht man ihren Antrieb von einem Winkelhebel aus, wo dann die Antriebsstange sich unter einem Gleis und der Doppelweiche durchschlängelt, um dann ganz hinten an der Weiche angeschlossen zu sein:

Stellstange und Winkelhebel der hinteren vom Späthhebel bedienten Weiche, Augsburg-West, 14.2.2022

Im Gegensatz zur alten Doppelweiche haben wir hier eine moderne Federzungenweiche vor uns, und daher braucht diese auch Spitzenverschlüsse. Ich habe aus dem vorherigen Bild den Teil herauskopiert, wo man vorne die Abdeckung des Klammerspitzenverschlusses sieht; und hinten die dafür typische Trennung von Stellstange und angelenktem Bewegungshebel an der Zunge:

Detail der hinteren vom Späthhebel bedienten Weiche, Augsburg-West, 14.2.2022

Noch was Wichtiges: Diese Weiche hat, wie alle hier von Späth-Hebeln bewegten, kein Weichensignal! – man sieht dies auch am Bild weiter oben von der neuen Doppelweiche in Richtung der Bahnhofsgleise: Die Weiche ist die erste auf rechten Seite, mit Lage nach links. Der Grund ist wohl, wie oben erwähnt, dass man von diesen etwas willkürlich bewegten Stangen nicht zuverlässig so ein Signal antreiben kann. Rangierweiche ohne Weichensignal? – das muss Konsequenzen haben: Die sieht man (glaube ich) weiter unten.

Den Winkelhebel aus dem vorherigen Bild schauen wir uns noch einmal genauer an. Es kann noch nicht so lange her sein, dass die Augsburger Localbahn diese Weiche gängig gemacht hat (was sie jetzt nicht mehr ist) und im Zuge dessen diesen Winkelhebel neu befestigt hat:

Winkelhebel der hinteren vom Späthhebel bedienten Weiche, Augsburg-West, 14.2.2022

Sollte sich wer beschweren, dass der Winkelhebel "falsch herum" montiert ist, nämlich nicht als richtiger Ausgleichshebel zur Kompensation der Wärmeausdehnung: Erstens sind die Stangenlängen hier wirklich klein, höchstens 8 oder 10 Meter vor und hinter dem Winkelhebel; und zweitens hat die angetriebene Weiche ja einen Spitzenverschluss, der tolerant gegenüber einer gar nicht so kleinen Bewegung der Anstriebsstange ist. Also alles in Ordnung so:

Winkelhebel der hinteren vom Späthhebel bedienten Weiche, Augsburg-West, 14.2.2022

Vom Weichenhebel her ist die Stangenleitung noch einmal ... nun ja: "gelagert" will ich nicht sagen, nennen wir es "geführt":

Stangenführung auf einer eingegrabenen Eisenschwelle, Augsburg-West, 14.2.2022

Und dann, ja, gibt es wie erwähnt noch eine elektrische Weiche. Wieso diese Weiche sich diese Sonderbehandlung verdient hast, ist mir nicht klar. Und im Besonderen noch was extra Besonderes: Das Weichensignal ist um eine Schwelle weiter weg vom Antrieb als üblich aufgebaut, was eine stark gekröpfte Antriebsstange für das Weichensignal erfordert.

Elektrische Weiche, Augsburg-West, 14.2.2022

Das Weichensignal ist zwar ein üblicher "Würfel", aber wirklich gut ist es nicht mehr in Schuss.

Nächste Spezialität: An einem Lichtmast ist hier ein Wartesignal angebracht – was kann der Grund dafür sein? Mir fällt nur einer ein: Die folgende Weiche – von einem Späth-Hebel "ferngestellt"; die mit dem Winkelhebel und der langen Stange – hat ja kein Weichensignal! Daher muss der Weichenwärter die Fahrt über diese Weiche freigeben, um ein Auffahren zu vermeiden (was, nebenher, den zugehörigen Späth-Weichenhebel mit Gewalt herumreißen und damit den Weichenwärter gefährden würde); und um das dem Lokführer und Rangierpersonal ordnungsgemäß anzuzeigen, ist hier nun dieses Wartesignal angebracht:

Elektrische Weiche und Wartezeichen, Augsburg-West, 14.2.2022

Und zuletzt zeigt das folgende Bild, ganz was Seltenes, einmal meine Wenigkeit im Zuge dieser Eisenbahn-Archäologie-Unternehmung (und damit direkt beim vermutlich nicht wirklich rechtlich akzeptablem Betreten dieser Anlage. Ich muss dazu wohl stehen). Interessanter, technischerweise, ist das Weichensignal im Vordergrund, das man – nach fehlenden, "Kippbild-" und halbwegs akzeptablen Würfel-Weichensignalen – als vierte Variante "ziemlich kaputter Würfel" bezeichnen muss:

Weichen und ich, Augsburg-West, 14.2.2022

Das war's von diesem interessanten Bahnhof (oder Bahnhofsteil). Leider scheint er in letzter Zeit – seit Ausbruch von Corona? oder schon länger? – nicht mehr befahren zu werden. Trotzdem geht's dem Betreiber, der Augsburger Localbahn, noch ganz gut, weil sie auf ihrer Webseite Lokführer:innen, Rangierbegleiter:innen und auch eine:n örtliche:n Betriebsleiter:in sucht.

Montag, 28. Februar 2022

Blockposten Grafenberg, 2013

Zu Silvester 2013 habe ich den Arbeitsplatz des letzten Blockwärters auf der Franz-Josefs-Bahn nach 20 Jahren ein weiteres Mal aufgenommen:

Arbeitsplatz, Block Limberg 1 / Grafenberg, 31.12.2013


Die Aufschriften am folgenden Bild des ÖBB-Eigenbau-Pultes sind nicht so gut erkennbar – ich schreibe sie hier der Reihe nach hin:
  • Über den Blockpfeilen links steht WIEN-FJB, darunter VON und NACH; rechts ist das unterhalb angeschrieben – NACH,VON und darunter GMÜND NÖ.
  • Die Signale sind von links nach rechts mit a1, A1, Z1 und z1 bezeichnet. Bei den Füßen der Hauptsignalsymbole befindet sich jeweils die Signaltaste.
  • Das Zählwerk in der Mitte ist mit (ZW Ers.Sig.) überschrieben, links und rechts daneben sind abgedeckt die beiden RBT (Rückblocktaste) angebracht.
  • Die Tasten in der Reihe darunter sind HaGT (Haltgruppentaste), SGT (Signalgruppentaste), die verdeckte Ersatzsignal-Gruppentaste, BlGT (Blockgruppentaste), WUT (Weckerunterbrechertaste) und dann ein rotes Lämpchen, das mit STROMVERSORGS-STÖRUNG überschrieben ist.
  • Die Bezeichnung der abgedeckten Taste links unten ist GTN (Gruppentaste Netz?), danach folgen Tasten N1 und N2 für die Netzumschaltung der Stromversorgung – aktuell ist N1 aktiv –, die Tag-Nacht-Umschaltung der Signale (T und N) – die hier auf T = Tag steht – und schließlich eine Anzeigelampe ERDSCHLUSS.

Bedienpult, Block Limberg 1 / Grafenberg, 31.12.2013

Hier sieht man das kleine Gebäude, die zugehörige Haltestelle war schon über 17 Jahre vorher aufgelassen worden:

Block Limberg 1 / Grafenberg, 31.12.2013

Der Blockposten ist offenbar noch immer besetzt – ich sollte dort doch noch einmal vorbeischauen.

Freitag, 18. Februar 2022

Sk-Signale zwischen Gersthofen und Gablingen, Februar 2022

English version of this posting

Mal was Aktuelles: Robert und ich wollten die letzten Sk-Signale sehen, die zwischen Gersthofen und Gablingen an der Strecke von Augsburg nach Donauwörth stehen. Das ganze war ein längerer Fußmarsch, auf dem einige Fotos über diese besonderen Versuchssignale entstanden sind, mit wegen Sonnenstand nicht durchgängig guten Ergebnissen. Bevor wir aber in Gablingen das erste solche Signal erreicht haben, ist uns unerwartet die Werkslok des Industrieparks Gersthofen vor die Kameras gefahren – die wir nicht schussbereit hatten; und da wir nahezu im Mittelpunkt des Viertelkreises standen, den das Anschlussgleis dort macht, waren die Fotomöglichkeiten nicht so berauschend. Am Haken hatte die kleine Lok sechs Wagen des "Salzzuges", die nach Mittag von Gablingen weggebracht werden würden:

Lok 9 "Clara" des Industrieparks Gersthofen mit den Wagen des "Salzzuges", 14.2.2022


Lok 9 "Clara" des Industrieparks Gersthofen mit den Wagen des "Salzzuges", 14.2.2022

Kurz später ist uns die Maschine (Henschel DHG500C mit Fabriknummer 30924, Baujahr 1964) leer beim Bahnübergang zur Justizvollzugsanstalt entgegengekommen:

Lok 9 "Clara" des Industrieparks Gersthofen, 14.2.2022

Lok 9 "Clara" des Industrieparks Gersthofen am Bahnübergang Richtung Gefängnis, 14.2.2022

Aber nun zu den Sk-Signalen: Hier ist eine Skizze der Signale zwischen den beiden Bahnhöfen, mit einer Markierung, wo ich Fotos aufgenommen habe – leider nicht von allen, vielleicht muss ich noch einmal hin.
  • Als Symbole verwende ich die, die offiziell für Ks-Signale gezeichnet werden – für Sk-Symbole gibt es keine Normsymbole, aber Sk und Ks sind "nahe genug verwandt", dass das symbolisch funktioniert.
  • Änderung 2.3.2022: Die Vorsignale habe ich nun gemäß Niklas' Kommentar unten (danke!) mit V und dem Namen des Hauptsignals in Kleinbuchstaben bezeichnet.
  • Und nahe aneinander stehende Signale sind in meiner Skizze vertauscht, weil sich sonst die Symbole überlappen oder zu weit auseinander stehen würden. Für die tatsächliche Aufstellung ist es hilfreich, eine der zahlreichen Führerstandsmitfahrten für diese Strecke anzuschauen, die man auf Youtube findet. Am Stelltisch in Gablingen sind sie übrigens noch viel "abstrakter" angeordnet; damit man weiß, wo sie in der Natur stehen, hat dort jemand Klebeschildchen mit der kilometrischen Lage ergänzt.
  • Einige weitere Informationen (u.a. Link zum Gleisplan der DB) und Bilder findet man im Eintrag zu Gablingen Gf auf stellwerke.info.
(Klick öffnet einen größeren Plan):


Der Fußmarsch von Gablingen nach Gersthofen hat bald durch Wiesen und Äcker geführt. Hier sieht man ein erstes Bild des Blockvorsignals V202 knapp südlich von Gablingen:

Sk-Vorsignal V202 für kombiniertes Blocksignal 202, Gablingen, 14.2.2022

Ziemlich genau zwischen den beiden Bahnhöfen stehen dann vier Signale. Drei davon sind Vorsignale, eines ist ein kombiniertes Haupt- und Vorsignal mit einem zusätzlichen Ersatzsignal. Alle haben Geschwindigkeitsvoranzeiger (Zs 3v), weil die zugehörigen Hauptsignale Einfahrsignale sind, die auch für Fahrwege über ablenkende Weichen gelten.

Wie man auf den Bildern sieht, können Sk-Vorsignale auch rechteckige Schirme haben: Beide von Süd nach Nord schauenden Signale Va und Vaa sind nämlich Vorsignale, für die Einfahrsignale von Gablingen. Ich finde den Mischmasch aus runden und eckigen Schirmen allerdings eher irritierend: Die Form eines Signals ist (wie schon die Brüder Chappe wussten) viel besser zu erkennen als die Farbe des schmalen Signalschildes – hier hätte man schon konsequent sein sollen und entweder alle oder kein Vorsignal mit einem runden Schirm ausstatten. Aber ok, das war ja auch eine Versuchsanordnung – wenn sie auch bis jetzt schon 45 Jahre hält (in diesem Streckenabschnitt) ...

Hier sind die Bilder:

Sk-Signale an der Blockstelle zwischen Gersthofen und Gablingen, 14.2.2022

Gegen die Sonne sind die Lampen leider nicht oder kaum zu erkennen:

Sk-Signale an der Blockstelle zwischen Gersthofen und Gablingen, 14.2.2022

Vorsignal Vff100 an der Blockstelle zwischen Gersthofen und Gablingen, 14.2.2022

Vorsignal Vff100 an der Blockstelle zwischen Gersthofen und Gablingen, 14.2.2022

Vorsignal Vff100 an der Blockstelle zwischen Gersthofen und Gablingen, 14.2.2022

Interessant ist, dass beim Vorsignal Va der dreieckige Schirm des Geschwindigkeitsvoranzeigers fehlt. Laut Signalbuch ist er nicht verpflichend – dort wird nur die Farbe der angezeigten Ziffer(n) festgelegt; aber ich hätte schon erwartet, dass man konsequent alle oder keinen Voranzeiger damit versieht; siehe dazu aber auch Niklas' Kommentar. Hier hat es zuletzt endlich ein Zug – es war ziemlich viel los! – auf ein Bild geschafft:

Sk-Signale an der Blockstelle zwischen Gersthofen und Gablingen, 14.2.2022

Ein paar Signale mehr würde ich dort doch gern noch aufnehmen ...

Samstag, 15. Januar 2022

Zwei Stadtbahnfotos von 1991, eins von 1980

Hier sind zwei Bilder aus unserer damaligen Wohnung. Es war Sommer, die Bäume dicht belaubt – man muss das erste Bild daher nicht unbedingt unter "Stadtbahnzug" einordnen, aber immerhin ist die Nummer 4922 deutlich zu erkennen:

Stadtbahn mit E6 4922, Nußdorferstraße, 1991

Beim zweiten Bild sieht man den Triebwagen deutlicher bei seiner Einfahrt in die Station:

E6 4922 und Antoniahof, Nußdorferstraße, 1991

Sprung zurück um 10 Jahre: Leider hab ich die alten Stadtbahngarnituren nicht aufgenommen, als ich 1980 nach Wien kam. Hier ist eine, abgeschnitten, als Beifang der offenbar von mir festgehaltenen Haltetafeln:

Stadtbahn, Meidling, Ende 1980

Samstag, 8. Januar 2022

Zusammengewürfeltes von 1978 bis 1980 - Innsbruck, Jenbach, Hütteldorf, Salzburg, Attnang-Puchheim

Unerwartet ist eine Handvoll von Bildern von 1979 und 1980 aufgetaucht.

Die ersten beiden zeigen Befehls- und Stelltisch am Stw. 2 in Innsbruck Hbf. "FS" hat im EBFÖ die Unterlagen entziffert und damit das Datum festgestellt, aber auch Teile der Texte vor dem Befehlspult verständlich gemacht:

Befehlspult, Stw.2, Innsbruck Hbf, 4.2.1979

Stelltisch, Stw.2, Innsbruck Hbf, 4.2.1979

Zum Vergleich kann man sich meine Bilder von 1987 ansehen – wo man mit Erstaunen feststellt, dass die Felder des Stelltisches nun wieder schön grau und nicht mehr abgewetzt sind: Der einzige Fall, den ich kenne, wo offenbar ein ganzes Stellpult überholt wurde.

Die nächsten beiden Bilder sind aus Jenbach. Eines zeigt die grüne Draisine der Zillertalbahn, von der es nicht allzuviele Bilder gibt – im HiFo von drehscheibe-online sind ein paar (gute, im Gegensatz zu dem hier) zu finden:

Draisine der Zillertalbahn, Jenbach, 1979

Das andere Bild zeigt einen Teil des SpDrL-Stellpults in der Fahrdienstleitung, bringt aber nichts Neues gegenüber den Bildern von 1989:

SpDrL-Stellpult, Fdl, Jenbach, 1979

In der anderen Hälfte Österreichs stehen die Einfahrsignale B und C des Bahnhofs Hütteldorf (von St.Veit und Penzing Vbf her) und, weit im Hintergrund, A und D an den Westbahngleisen, mutig gegen die untergehende Sonne aufgenommen:

Signalbrücke mit Einfahrsignalen B und C, Wien Hütteldorf, ca. 1980

Hier habe ich noch einmal die Signale herausgeschnitten – die Signalbrücke ist dafür nun abgesägt:

Einfahrsignale B und C, im Hintergrund A und D, Wien Hütteldorf, ca. 1980

Und hier sind zwei "sehr alte" Bilder aus dem Jahr 1978 oder 1979 (meine Unterlagen wissen das nicht mehr). Beide zeigen alte BBÖ-Signale. Am ersten, aus Salzburg Hbf, kann man die BBÖ-Signalbezeichnungsnorm erkennen, die auf einigen Bahnhöfen lange überlebt hat – dieses Ausfahrsignal heißt 2,4A7, in Worten "Ausfahrsignal aus Gleis 7 auf die Streckengleise 2 und 4. Im Hintergrund sieht man weitere Ausfahrsignale, diesmal in ÖBB-Ausführung. An allen Ausfahrsignalen zeigen die Verschubsignale Signal 41, d.h. Verschub verboten; das Leuchten dieser Verschubsignale an haltzeigenden Hauptsignalen wurde erst mit der Vorschriftenreform von 1980 abgeschafft. Die zwei weißen Lampen der neuen Verschubsignale sieht man dabei wunderbar aus der Ferne, beim nahen blau-violetten Licht am alten Signal tut man sich eher schwer:

Ausfahrsignal 2,4A7, Salzburg Hbf, 29.7.1978 oder 29.7.1979

Weitere Aufnahmen von Salzburg, insbesondere auch von den Stellwerken, gibt es u.a. hier und hier.

Das Ausfahrsignal H1 in Attnang-Puchheim habe ich hier bei der Vorbeifahrt in Stellung "4a" – also Frei – aufgenommen. Auch hier ist das leuchtende blau-violette Verschubsignal nur schwer zu erkennen, in der Weiß-Optik unten hingegen fängt sich eine Spiegelung und täuscht eine leuchtende Lampe vor (mit Dank an EBFÖ-Diskutanten für Bestätigung des Ortes):

Ausfahrsignal H1 mit Verschubsignal V1, Attnang-Puchheim, 29.7.1978 oder 29.7.1979

Hier gibt es weitere Aufnahmen von Signalen und Stellwerken aus Attnang-Puchheim.

Donnerstag, 6. Januar 2022

Aufnahmen aus Oberweiden vom Frühjahr 1991

Von der schon längst abgetragenen bogenförmigen Überführung der Salmhofer Straße habe ich zuerst aus Langeweile die darunterliegende Einfahrweiche auf der Marchegger Seite aufgenommen:

Einfahrweiche, Oberweiden, Frühjahr 1991

Etwas später hat sich in der Ferne eine Güterzug gezeigt:

2143 065 mit einem Güterzug, Oberweiden, Frühjahr 1991

2143 065 mit einem Güterzug, Oberweiden, Frühjahr 1991

2143 065 mit einem Güterzug, Oberweiden, Frühjahr 1991

2143 065 mit einem Güterzug, Oberweiden, Frühjahr 1991

Und wieder einige Zeit später schleppt dieselbe 2143 065 einen weiteren Zug von Marchegg Richtung Gänserndorf. Wegen einer Kreuzungsänderung darf der Zug den Bahnhof durchfahren, der Fahrdienstleiter gibt daher das Signal -ABFAHRT-, das in diesem Fall als "Durchfahrsignal" "den Zug über die Erlaubnis des Fdl zur Durchfahrt verständigt", wie die Signalvorschrift von damals noch bestimmte (in der V3 stand das unter §46 (5)):

Durchfahrt für Güterzug mit 2143 065, Oberweiden, Frühjahr 1991

Durchfahrt für Güterzug mit 2143 065, Oberweiden, Frühjahr 1991

Durchfahrt für Güterzug mit 2143 065, Oberweiden, Frühjahr 1991

Und noch einer:

2143 030 mit Güterzug, Oberweiden, Frühjahr 1991

Der Personenverkehr war fest in der Hand eines 5047, der zwischen Marchegg und Gänserndorf pendelte:

5047 054, Oberweiden, Frühjahr 1991

An Sicherungsanlagen gab's eine Schrankenkurbel für die Eisenbahnkreuzung direkt im Bahnhof und eine 5007er Hebelbank für die Einfahrsignale und ihre Vorsignale:

Hebelbank, Fdl, Oberweiden, Frühjahr 1991

Freistellen des Vorsignals aus Richtung Marchegg – leider zu dunkel, dafür sieht man hinten den alten Bahnhof:

Hebelbank, Fdl, Oberweiden, Frühjahr 1991

Im Anschluss bin ich zum Einfahrsignal und Vorsignal auf der Gänserndorfer Seite marschiert. Die Signale waren von Reichsbahnbauart, aber mit rückstrahlender Scheibe bzw. Flügeln ausgestattet:

Einfahrvorsignal a, Oberweiden, Frühjahr 1991

Einfahrvorsignal a, Oberweiden, Frühjahr 1991

Einfahrvorsignal a, Oberweiden, Frühjahr 1991

Einfahrsignal A, Oberweiden, Frühjahr 1991

Einfahrsignal A, Oberweiden, Frühjahr 1991

Einfahrsignal A, Oberweiden, Frühjahr 1991

Zuletzt noch einmal der 5047 auf einer Fahrt nach Gänserndorf:

5047 054, Oberweiden, Frühjahr 1991

5047 054, Oberweiden, Frühjahr 1991