Samstag, 1. November 2014

Neukirchen b. Lambach, 1987

1987 fuhr die Haager Lies noch zwischen Lambach und Haag am Hausruck. Sie zweigte in Neukirchen von der Westbahn ab; die dortige Abzweigung war mit einem Fahrdienstleiter besetzt:

Fdl, Neukirchen b.Lambach, 7.8.1987

Am Blockapparat für die Fahrstraßenfestlegung hängt wegen der Sperre eines Streckengleises eine kleine Halttafel. Von Salzburg ist die Fahrstraße festgelegt:

Blockapparat, Fdl, Neukirchen b.Lambach, 7.8.1987

Auch auf dem Signalstellpult ist die entsprechende Hilfssperre angebracht – allerdings sieht man, dass noch eine Fahrt von Lambach Richtung Attnang stattfindet, weil das Signal A1 Frei zeigt. Die erwähnte Fahrt in der Gegenrichtung ist auch unterwegs – Z1 zeigt Frei, der ZG-Pfeil ist rot und die Isolierung für den Abschnitt "31" ist auch rot ausgeleuchtet:

Signalstellpult, Fdl, Neukirchen b.Lambach, 7.8.1987

Hier sieht man ein Eck des Signalpults kurz später: Die Fahrt Richtung Salzburg hat den nächsten Blockabschnitt belegt, und auch der Block von Lambach herauf ist nun rot:

Signalstellpult, Fdl, Neukirchen b.Lambach, 7.8.1987

Am Streckengleis 1 befand sich eine Anschlussbahn der Firma Linde (daher auch die Bezeichnung der Anschlussweichen: 1Li und 2Li). Zu ihrer Sicherung konnte die Richtung des Streckenblocks auf diesem Gleis umgedreht werden, obwohl natürlich kein vollständiger Gleiswechselbetrieb eingerichtet war: Mit der RZTAB (ich denke: Richtungszustimmungstaste Anschlussbahn) und der ABGT (Anschlussbahn-Gruppentaste) konnte die Richtung nach Lambach gegeben werden, wodurch dieses Streckengleis von dieser Seite her gedeckt war, d.h., es konnten keine Fahrten auf Signal Z1 oder Y1 stattfinden:

Signalstellpult, Fdl, Neukirchen b.Lambach, 7.8.1987

Hier sieht man das kleine Gebäude dieser Betriebsstelle von außen. Es hatte aber immerhin einen kleinen Wartesaal und Fahrkartenverkauf, wie man an den Symbolen auf der rechten Türe an der Stirnseite sieht:

Abzweigung, Neukirchen b.Lambach, 7.8.1987

Kurz drauf kam auch netterweise noch ein Zug vorbei:

1042.566 und 1141.028 mit 3403, Neukirchen b.Lambach, 7.8.1987

Alles lang schon Vergangenheit – das mechanische Stellwerk der Abzweigung sowieso, aber auch die Haager Lies ist wegen der Beschleunigung der Westbahn eingestellt, weil sie sich nicht in deren Fahrplan eingliedern ließ. So ist das.

Denkmalloks vor der Bundesbahndirektion Linz, 1987

Vor der Bundesbahndirektion waren bis 2001 zwei Dampfloks aufgestellt:

"Fusch" ex KEB, Park der Bundesbahndirektion Linz, 6.8.1987

97.73 ex Zuckerfabrik Enns, Park der Bundesbahndirektion Linz, 6.8.1987

Die Baureihe 97 ("Kaffeemühle") hatte eine Allan-Trick-Steuerung mit gekreuzten Stangen (wer sich in die Theorie der äußeren Steuerungen einlesen will, dem sei dieser Artikel im alten Röll empfohlen):

Allan-Trick-Steuerung der 97.73 ex Zuckerfabrik Enns, Park der Bundesbahndirektion Linz, 6.8.1987

Freitag, 31. Oktober 2014

Stellwerke 2 und 1 am Linzer Hbf, 1987

Am (Behelfs-)Stellwerk 2 des Linzer Hauptbahnhofs waren die Schlösser für die Weichenschlüssel im Gegensatz zu den Stellwerken 3 und 4 unterhalb der Knebel angebracht:

Stw.2, Linz Hbf, 6.8.1987

Der Blockapparat ist gleichartig wie jener am Stellwerk 4 aufgebaut – auch hier sind die Tastensperren über den Be-Feldern. Wozu zwei Ff-Felder für Fahrten über das Gleis 503 nötig sind, ist mir nicht klar – für diese "eingleisige Strecke" hätte auch eines gereicht. Allerdings erspart man sich so vielleicht einen Neutralschieber:

Blockapparat, Stw.2, Linz Hbf, 6.8.1987

Stw.2, Linz Hbf, 6.8.1987

Der Grund für die Anordnung der Schlösser unter den Knebeln mag sein, dass sich hier die 30 Weichenknebel und die zugehörigen Schlösser bis unter den Blockapparat erstrecken:

Stw.2, Linz Hbf, 6.8.1987

Zuletzt sind hier noch zwei Detailbilder des Gleisbildes für die Signalanzeige und -bedienung sowie die Weichenanzeige zu sehen:

Gleistafel, Stw.2, Linz Hbf, 6.8.1987

Praktisch alle Weichen waren während des Bauzustandes ohne Isolierung, was man an den Ausleuchtungssymbolen mit den zwei Querstrichen erkennt. Vier Weichen sind auf dem folgenden Bild allerdings mit den üblichen Symbolen ohne Querstriche dargestellt, sie sollten also schon isoliert gewesen sein:

Gleistafel, Stw.2, Linz Hbf, 6.8.1987

Auch dieses Stellwerk ist wie die anderen aus drei mal zwei Containern zusammengesetzt:

Stellwerk 2, Linz Hbf, 6.8.1987

Ruhe am Hauptbahnhof: Alle Bahnsteiggleise sind hier leer:

Bahnsteige, Linz Hbf, 6.8.1987

Dia Anlage am Stellwerk 1 war wie jene am Stellwerk 2 aufgebaut:

Stw.1, Linz Hbf, 6.8.1987

Am Blockapparat waren allerdings Felder für drei Strecken vorhanden. Die Summerauer Strecke ist eingleisig, sodass hier prinzipiell ein Ff-Feld gereicht hätte (allerdings gab es ausgerechnet auf dieser Strecke auch auf anderen Bahnhöfen doppelte Ff-Felder!).

Hier sieht man ein letztes Mal aufgesetzte Tastensperrfelder, die sich ein Gehäuse teilen:

Blockapparat, Stw.1, Linz Hbf, 6.8.1987

Der Gleisplan zeigt, dass die äußeren Weichenverbindungen schon isoliert waren – sie waren auch vom Stellwerk schwer zu sehen:

Gleistafel, Stw.1, Linz Hbf, 6.8.1987

Weichenknebel gab es hier noch mehr als am Stellwerk 2 ...

Stw.1, Linz Hbf, 6.8.1987

... nämlich 35 Stück:

Fahrstraßen- und Weichenknebel sowie Ersatzschlösser, Stw.1, Linz Hbf, 6.8.1987

Fahrstraßen- und Weichenknebel sowie Ersatzschlösser, Stw.1, Linz Hbf, 6.8.1987

Und zuletzt habe ich das Stellwerk von der Seite aufgenommen – auch dieses letzte besteht aus drei mal zwei Containern:

Stellwerk 1, Linz Hbf, 6.8.1987

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Behelfsstellwerke in Linz Hbf, 1987

Der Linzer Hauptbahnhof wurde damals groß umgebaut. Während des Umbaus waren Behelfsstellwerke in Betrieb, bis dann nach dem Umbau das Spurplanstellwerk in Betrieb gehen sollte. Diese Behelfsstellwerke – aber leider nicht die dazugehörige Fahrdienstleitung – habe ich am 6.8.1987 von Westen nach Osten besucht. Leider habe ich keinen Gleisplan vom damaligen Zustand, sodass ich einzelne Spezialitäten (wie etwa Zustimmungsfelder für einzelne Weichenverbindungen) nicht detailliert erklären kann – die Kommentare zu den Bildern werden daher eher spärlich ausfallen.

Das Stellwerk 3 war das westlichste, es war für die ersten Gleisverbindungen zwischen den Strecken nach Selzthal und nach Wels verantwortlich. Auf den Anlagen vom Typ sieht man, dass für jede Weiche (genauer: Weichenverbindung – das sehen wir uns gleich an) oberhalb des Knebels zum Umstellen auch ein Schlüsselpaar vorgesehen war. So konnte bei baubedingtem Ausbinden von Weichenantrieben nach dem Anbau von Schubriegelschlössern weiter die Signalabhängigkeit erhalten bleiben:

Stw.3, Linz Hbf, 6.8.1987

Am Blockapparat sind nur vier Fahrstraßenfestlegefelder zu sehen, das Stellwerk war daher offenbar ein Fahrdienstleiterstellwerk (im Gegensatz zu den Stellwerken 4, 2 und 1, die Befehlsempfangsfelder hatten):

Stw.3, Linz Hbf, 6.8.1987

Hier sieht man auf der Signalanzeige eine Einfahrt von der Pyhrnbahn auf Gleis 503, wo ein Ze-Transparent die nötige Zustimmung vom Stellwerk 2 anzeigt. Die Strecken sind noch auf reinen Richtungsbetrieb ausgelegt. An den "falschen" Gleisen 1 und 4 vom Hauptbahnhof her waren allerdings Deckungssignale vorhanden, die mit Ersatzsignalen ausgerüstet waren. Die Funktion der zwei "BPT"-Tasten und ihre vollständige Bezeichnung kenne ich nicht ("Block-Prüftaste"?):

Stw.3, Linz Hbf, 6.8.1987

Ein wenig später kommt ein Zug aus dem Nahverkehrstunnel – man sieht das auf Frei stehende Signalsymbol:

Stw.3, Linz Hbf, 6.8.1987

Hier sieht man einige Fahrstraßen- und Weichenknebel im Detail. Praktisch alle Knebel haben hier Weichenpaare gesteuert, und auch die Behelfsschlüssel waren jeweils für ein Weichenpaar vorgesehen (was beim Ausbinden von Weichenantrieben eine A/C-Abhängigkeit bedingte – wo ich mir die Frage stelle: können Schubriegelschlösser für eine A/C-Abhängigkeit ausgerüstet werden, d.h. zwei wechselweise gesperrte Schlösser tragen?):

Stw.3, Linz Hbf, 6.8.1987

Etwas zu sehr "aus der Hüfte" habe ich diesen Kranwagen erwischt – dafür sieht man im Hintergrund die Rampe des Nahverkehrstunnels:

Stw.3, Linz Hbf, 6.8.1987

Und zuletzt ein Bild des Stellwerks von außen: Man sieht den "modularen" Aufbau aus 40'-Containern und die etwas spannende Außentreppe:

Stellwerk 3, Linz Hbf, 6.8.1987

Irgendwo am Weg bin ich auf diesen alten, schon sehr fest installierten (Fallrohr des WC!) Bauwagen gestoßen:

Bauwagen, Linz Hbf, 6.8.1987

Der Lagerdeckel war tatsächlich noch aus kaiserlichen Zeiten:

Bauwagen, Linz Hbf, 6.8.1987

Ein Stück weiter stand das Stellwerk 4 mit einer ähnlichen Anlage. Auch hier gab es für alle Weichen zusätzliche Schlösser, um bei ausgebundenen Weichenantrieben die Signalabhängigkeit zu erhalten:

Stw.4, Linz Hbf, 6.8.1987

Das Blockwerk war klassisch für Endstellwerke aufgebaut, mit gekoppelten Be+Ts-Feldern, wobei hier alle Ts-Felder oberhalb der Be-Felder angeordnet waren – eigentlich eine ältere Bauform, die hier wohl aus Platzgründen angewendet worden war:

Stw.4, Linz Hbf, 6.8.1987

Auf dem Gleisplan der Signal- und Weichenanzeige sieht man nach links die mit ZG versehene Strecke durch den Nahverkehrstunnel, während direkt darüber die "Umfahrung Gl.408" liegt (ich rate einmal, dass das die "Umfahrung des Tunnels" während dessen Bau war):

Stw.4, Linz Hbf, 6.8.1987

Zusätzlich zu den Schlössern am Schieberkasten gab es hier noch ein Zentralschloss für Fahrten von und nach dem Umfahrungsgleis 408. Das links daneben sichtbare Schlüsselbrett – zweckentfremdet als Aufhängung eines Flaschenöffners – lässt mich vermuten, dass die Fahrstraßenschlüssel aus dem Zentralschloss nicht im Stellwerksapparat gesperrt wurden (wozu auch? die Abhängigkeit von den Weichenschlüsseln war dort ja direkt vorgesehen), sondern nur auf dem Schlüsselbrett bei der Abgabe von Ersatzsignalen aufgehängt wurden:

Stw.4, Linz Hbf, 6.8.1987

Was mich zu diesen zwei Blicken auf die Gleise vor dem Stellwerk verleitet hat, weiß ich wirklich nicht ...

, Linz Hbf, 6.8.1987

, Linz Hbf, 6.8.1987

Dafür habe ich dann auch brav das Stellwerk 4 von außen aufgenommen:

Stellwerk 4, Linz Hbf, 6.8.1987

Die beiden anderen Linzer Stellwerke 2 und 1 zeige ich dann im nächsten Posting!

Montag, 27. Oktober 2014

Kletterweiche auf der Linzer Straßenbahn, 1987

Auf meinem Fußmarsch von Urfahr zum Hauptbahnhof habe ich am Linzer Hauptplatz den Einsatz von Kletterweichen aufgenommen:

Kletterweiche und Tw83, Straßenbahn Linz, 6.8.1987

Kletterweiche und Tw83, Straßenbahn Linz, 6.8.1987

Kletterweiche, Straßenbahn Linz, 6.8.1987

Ein Video, das das Befahren von Kletterweichen in Linz (im Jahr 1991) zeigt, gibt es übrigens bei Youtube.

Samstag, 25. Oktober 2014

Von der Flexibilität des Schlüsselbretts: Umfahrstraße in Linz Urfahr, 1987

Ergänzungen 29.11.2014: Ein ÖBBler, der wiederum mit anderen Eisenbahnern gesprochen hat, hat ein paar interessante Informationen über Urfahr aufgetrieben, die ich weiter unten eingearbeitet habe.

Sicherungsanlagen dienen unter anderem dazu, in Bahnhöfen Zugfahrten von einem Punkt A zu einem Punkt B sicher durchzuführen. Dazu gehört vor allem, dass die Weichen zwischen A und B richtig gestellt sind und sich während der Zugfahrt nicht umstellen lassen. Man führt die Fahrt von A nach B dabei normalerweise immer über dieselben Weichen, und zwar über jene, wo man (a) möglichst wenig andere Fahrmöglichkeiten behindert und (b) mit der höchsten Geschwindigkeit fahren kann. Hier ist ein Beispiel, wo man natürlich nicht entlang des roten Weges, sondern entlang des grünen auf Gleis 2 einfährt, weil man dabei alle Weichen in gerader Stellung befahren kann:


Für Einfahrten auf Gleis 4 muss der Zug auf jeden Fall langsam fahren, aber das Kriterium (b) – behindere möglichst wenig andere Fahrten! – fordert noch immer, dass man nicht im "Zick-Zack" fährt.

In manchen Fällen hat man aber solche alternativen Fahrten trotzdem planmäßig auf Stellwerken vorgesehen. Hier ist ein (erfundenes) Beispiel: Im Regelfall wird man von Gleis 4 auf das Streckengleis S1 über die Weichenverbindung 5/6 ausfahren. Der Grund ist, dass dann Einfahrten von S2 auf Gleis 6 über die Weichen 2 und 4 nicht behindert werden. Allerdings könnte man eine alternative Fahrmöglichkeit über die Verbindung 2/1 vorsehen, wenn häufig genug Fahrten vom Gleis 1 auf die abzweigende Strecke S' stattfinden, um diese nicht zu behindern:


Auf mechanischen und elektromechanischen Stellwerken habe ich so etwas nie gesehen oder davon gehört, auf Relaisstellwerken der ersten Generation ("Drucktastenstellwerken") wurden einzelne solche Fahrstraßen projektiert – was aber teuer war und daher nur für einzelne, betrieblich besonders "ertragreiche" Fahrstraßen vorkam –, erst in Spurplanstellwerken wurde es aufgrund der anderen Technik des Fahrstraßenaufbaus rentabel, alle vom Spurplan her möglichen Fahrstraßen zu erlauben.

Nun aber – vorerst – zu etwas ganz anderem ("And now for something completely different" ...): Die einfachste Sicherungsanlage, die man sich vorstellen kann, ist das Schlüsselbrett. Es "funktioniert" so: Auf einem Holzbrett wird aufgemalt, welche "Fahrwegelemente" (i.d.R. nur Weichen) wie stehen müssen, damit auf ein Gleis eingefahren oder davon ausgefahren werden kann. Die Weichen erhalten Schlüssel, und wenn durch Augenschein festgestellt wird, dass alle passenden Schlüssel vorhanden sind, dann darf das jeweilige Signal auf Frei gestellt werden. Ein Schlüsselbrett ist also mehr "Erinnerungsmaßnahme" als wirkliche Sicherungsanlage – es stellt allerdings sicher, dass niemand draußen eine Weiche umstellen kann.

Schlüsselbretter sind nur zum Einsatz unter einfachen Betriebsbedingungen zugelassen. Dazu gehören allerdings auch längerdauernde Bauzustände wie in Krems, und in Sillian tat ein Schlüsselbrett lange auf einer Hauptbahn regulär Dienst.

Wie auch immer, man würde erwarten, dass man unter solchen einfachen Betriebsbedingungen nicht mehrere Fahrmöglichkeiten auf ein und dasselbe Gleis benötigen würde. In Linz Urfahr wurde allerdings tatsächlich auf einem Schlüsselbrett so etwas vorgesehen! Wir können ja, nachdem wir den folgenden Gleisplan studiert haben, überlegen, was das bringen sollte.

Die Weichen sind hier übrigens weitgehend nach deutscher Norm nummeriert, was man nicht nur daran sieht, dass die Nummern am westlichen Bahnhofskopf einfach weiterlaufen, sondern auch daran, dass bei zwei DKWs die zwei Seiten nicht wie in Österreich üblich getrennte Nummern erhielten, sondern mit a/b und c/d bezeichnet waren. Der Grund dafür ist allerdings nicht ein Umbau zu Reichsbahnzeiten, sondern einer im Jahr 1956, als mehrere Stumpfgleise samt den erforderlichen Weichen ergänzt wurden (offenbar um 1988 wurden übrigens erneut Weichen eingebaut, dabei erhielten dann alle Weichen Nummern nach österreichischer Regelnummerierung). Klick auf das Diagramm öffnet wie üblich eine PDF-Datei.


Bevor wir uns die Fahrtmöglichkeiten genau ansehen, sieht man hier zuerst die ganze Sicherungsanlage – ein interessanter, "kompakter" Aufbau verschiedener Teile: Links ist von oben nach unten
  • der Gleisplan mit den Fahrstraßenprüfbereichen (Zitat: "Fahrdienstleiter: Von Einfahrweiche 1 bis km 0,100 (Höhe des Lademaßes); Verschieber: Von km 0,100 (Höhe Lademaß) bis zur Verschubhalttafel km 0,573"),
  • dem Zentralschloss für Fahrten am westlichen Bahnhofskopf, also Richtung Aigen-Schlägl,
  • und dem Schlüsselbrett für Fahrten auf der Ostseite, also Richtung Linz Hbf
zu sehen. Auf der rechten Seite befindet sich
  • ganz oben links eine Relaisgruppe für ein "Ers.sig. 1B" (woher auch immer diese Bezeichnung kommt: Das Einfahrsignal von Aigen-Schlägl her hatte jedenfalls die Bezeichnung Z),
  • daneben der Netzumschalter sowie die Tag-Nacht-Umschaltung der zwei Signale,
  • darunter ein Bedienkästchen für die Überwachung und Bedienung zweier EKs sowie des Einfahrsignals (samt Ersatzsignal)
  • darunter ein minimales Blockwerk mit einem Ff-Feld für Fahrten von und nach Aigen-Schlägl (links daneben Schlüsselschalter mit Zählwerk und Taste für die Hilfsauflösung)
  • dann mehrere Relaissätze (ich nehme an für die Signale)
  • und zuletzt die Stromversorgung.
Alles schön wie bei einer Junggesellenküche auf engstem Raum zusammengebaut!

Sicherungsanlage, Fdl, Linz Urfahr, 6.8.1987

Hier sehen wir eine weitere Aufnahme vom oberen Teil dieser Anlage:

Sicherungsanlage, Fdl, Linz Urfahr, 6.8.1987

Das Zentralschloss hat, was ich sonst nie gesehen habe, den Sperrenplan wie eine Schlüsselbrett aufgemalt (üblicherweise waren die Weichenstellung neben den Fahrstraßenschlüsseln vermerkt).

Interessant ist, dass vom Gleis 6 nur Ausfahrten zulässig waren (bei den Einfahrten sind für das Gleis 6 keine Schlüsselsymbole angebracht!). Auf der rechten Seite sieht man die vier Fahrstraßenschlüssel. Bei einer Fahrt wurde der passende im Ff-Feld eingeschlossen:

Zentralschloss, Fdl, Linz Urfahr, 6.8.1987

Aber nun endlich eine Detailansicht des Schlüsselbretts, herauskopiert aus der ersten Aufnahme oben. Bemerkenswert ist neben dem Gleis 4, über das ich mir gleich den Kopf zerbreche, die Zwirnspule am Schlüsselhaken der Weiche 3. Ihr Zweck erschließt sich mir nicht wirklich:

Schlüsselbrett, Fdl, Linz Urfahr, 6.8.1987

Und man sieht, dass für das Fahrten in und aus Gleis 4 hier tatsächlich jeweils zwei Fahrmöglichkeiten erlaubt sind:
  • Einmal "u.W.2.3",
  • aber außerdem "ü.Kanal".
Sehr erstaunlich. Ich habe keine Ahnung, was der Grund dafür sein könnte. Interessant ist zumindest, dass auf das Gleis 6 – auf dem nur Fahrten in Richtung Aigen zulässig waren, also auf diesem Bahnhofskopf nur eine Einfahrt – überhaupt nur über den "Kanal" eingefahren werden konnte. Da diese Gleise nur von Güterzügen befahren wurden, könnte der Grund sein, dass längere Züge in diesem sehr gedrängten Bahnhof nicht das durchgehende Hauptgleis 2 zustellen sollten. Dann aber hätte auch für Gleis 4 eine Fahrstraße nur über den "Kanal" ausgereicht. Aber vielleicht war der Kanal des öfteren zugestellt – vielleicht mit einer Lok des Fahrverschubs? (eine Reserve gab es m.W. in Urfahr nicht). Rätselhaft, rätselhaft ...

Mittlerweile habe ich, wie oben erwähnt, Folgendes erfahren:
Einfahrten der Güterzüge von Linz Vbf nach Gleis 4 und 6 erfolgten immer über den „Kanal“, der üblicherweise nicht mit Fahrzeugen besetzt war. Tfz wurden auf den Gleisen 8a oder 8b bzw. auf Gleis 6 (Linzer Stutzen) hinterstellt.

Da damals zwei Güterzüge von Linz Vbf nach Linz Urfahr verkehrten (einer in der Früh, einer am Vormittag) und der erste bei Überlast Wagen stehen ließ, war ein zweites Einfahrgleis für Güterzüge sinnvoll.
Außerdem erhielt ich noch ein wenig Information über die Sicherungsanlage vor jener, die ich fotografiert habe:
Bevor die von Ihnen fotografierte Sicherungsanlage in Betrieb ging, hatte Linz Urfahr von Aigen-Schlägl ein einflügeliges Form-Einfahrsignal (dazu eine Kreuztafel), das in km 1,090 stand und vom dortigen Schrankenposten bedient wurde. Der Fahrdienstleiter hatte ein Blockfeld (Ba oder Za, das weiß ich nicht mehr), mit dem er den Wärter zum Freistellen beauftragte. Das Blockfeld selbst hatte zu den Fahrwegen des Bahnhofes, die nur mit einem Schlüsselbrett gesichert wurden, keinerlei Abhängigkeit.
Vielen Dank für diese Infos!

Ein letztes Bild von mir zeigt das Bahnhofsgebäude und im Vordergrund die DKW 5:

DKW 5a/b, Linz Urfahr, 6.8.1987

Die Gleise zum Hauptbahnhof laufen ja über die Urfahrer Eisenbahnbrücke, die auch eine Straßenbrücke ist. Wenn ein Zug sie überquert, wird der Straßenverkehr gestoppt – der dazu nötige EK-Sicherungsposten ist rechts (von der Brücke Richtung Norden) zu sehen (vielen Dank an Ph.Ringseisen, der mich hier ortskundig korrigiert hat):

Überwachungsposten für die Urfahrer Eisenbahnbrücke, EK-Signal, Linz Urfahr, 6.8.1987

Ich erlaube mir hier, Philipps Bild aus dem Inneren des Postens (aus neuerer Zeit) einzufügen:

Bedieneinrichtungen im Überwachungsposten für die Urfahrer Eisenbahnbrücke, Linz Urfahr (Foto von Ph.Ringseisen)

Und dann habe ich noch einen kurzen Zug auf der Urfahrer Eisenbahnbrücke gesehen (von der nun offenbar noch immer nicht klar ist, ob und wann sie abgerissen wird):

2043.039 auf der Urfahrer Brücke, Linz Urfahr, 6.8.1987

2043.039 auf der Urfahrer Brücke, Linz Urfahr, 6.8.1987

2043.039 auf der Urfahrer Brücke, Linz Urfahr, 6.8.1987