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Samstag, 18. Oktober 2014

Noch ein (ehemaliges) Hauptbahn-12SA, und ein Exkurs zum Wagenstandgeld: Windischgarsten, 1987

Ich besitze ja ein 12SA-Stellwerk – allerdings steht es nun gut und verwendbar in der Sammlung Grafenberg. Es war ursprünglich auf der Pyhrnbahn im Bahnhof Steyrling im Einsatz – und dort gibt es ein weiteres museales 12SA, nämlich jenes in Windischgarsten. Ich gestehe, dass ich das letzte Mal 1987 dort war – vielleicht sollte ich wieder einmal vorbeischauen? –, und von diesem Besuch sieht man hier ein paar Fotos.

Davor kommen aber drei Bilder des SpDrL (Spurplanstellwerk von ITT), das das alte 12SA ersetzt hat, samt einer Fernsteuerung von Pießling-Vorderstoder. Hier sieht man das ganze Bedienpult – leider ist das Bild ziemlich unscharf:

SpDrL mit Fernsteuerung Pießling-Vorderstoder, Fdl, Windischgarsten, 5.8.1987

Viel besser ist dieses Bild, das kurz darauf eine bevorstehende Kreuzung in Pießling-Vorderstoder zeigt: Die Blockabschnitte auf beiden Seiten sind besetzt, und beide Einfahrsignale stehen auf Frei. Oberhalb der Weichen sieht man zwei Transparente, die die Freigabe zur Ortsbedienung (oder "Nahbedienung") anzeigen:

SpDrL, Fdl, Windischgarsten, 5.8.1987

Das folgende Bild zeigt den Bahnhof Windischgarsten auf dem Bedienpult, und auch, dass ein solches Bedienpult prächtig als Magnettafel für diverse Formulare und Notizen verwenden lässt:

SpDrL, Fdl, Windischgarsten, 5.8.1987

Einen dieser "Zettel" müssen wir uns genauer ansehen: Am folgenden Bild sieht man, herausvergrößert aus der unteren Mitte des vorherigen Bildes, eine Rechnung, und zwar eine "Nebengebührenrechnung" für Wagenstandgeld. Die Firma Kallinger hatte einen Zementwagen zu entladen, der ihr am 20.7. um 12 Uhr beladen (Eintrag: 20 12 /) bereitgestellt worden war. Das Ende der Ladefrist wäre am Tag darauf um 10 Uhr (Eintrag: 21 10) gewesen, tatsächlich wurde der Wagen aber erst am 5.8. (also dem Tag meines Besuchs) um 6 Uhr früh leer retourniert (Eintrag 05 6 –). Als Konsequenz fielen 356(!) "wagenstandgeldpflichtige Stunden" an, in Summe "Oes 8270" netto, mit einer Umsatzsteuer von 20% ergab das eine Gesamtsumme von 9924 Schilling, das sind knapp 730€ – für nichts und wieder nichts? Vielleicht war es für Kallinger ja billiger, den aus irgendeinem Grund (noch) nicht benötigten Zement auf diese Art zu lagern (wurde damals nicht gerade die Pyhrnautobahn gebaut?).

Wie hoch wäre das Wagenstandgeld heute? Die angegebene Wagennummer ist nicht wirklich gut lesbar, aber nach einigem Herumprobieren mit der Selbstkontrollziffer entpuppt sie sich als 21-81-237 2 515-0. Im aktuellen "Österreichischen Gütertarif" ist für die Typennummer 2372 ein Wagenstandgeld von 60€ je angefangene 24h angegeben, das wären in diesem Fall 900€: Also – sag' ich einmal – praktisch gleich viel, oder vielleicht ein bisschen mehr.

Nebengebührenrechnung für Wagenstandgeld, Fdl, Windischgarsten, 5.8.1987

Aber nun kommen Fotos vom Museums-12SA. Das Bild der Hebelbank ähnelt stark der von Steyrling, allerdings waren doppelt so viele Riegelhebel vorhanden, weil sich die Weichen zum Ladegleis auch im durchgehenden Hauptgleis befanden:

Museales 12SA, Windischgarsten, 5.8.1987

Hier sieht man, dass die Signale nach österreichischer Norm mit R und Z (und am anderen Ende wohl mit A und H) bezeichnet waren – auf meinem 12SA waren sie nach alter Konvention mit A, B, C und D "durchbuchstabiert":

Museales 12SA, Windischgarsten, 5.8.1987

Einige der Hebel hatten noch die schönen geprägten Schilder, die bei meinem 12SA schon alle fehlen:

Museales 12SA, Windischgarsten, 5.8.1987

Im mittleren Abschnitt ist erstaunlicherweise kein einziger besonderer Ausschluss zu sehen – sie müssen sich an den Seiten der Anlage verbergen:

Museales 12SA, Windischgarsten, 5.8.1987

Ziemlich unscharf wurde das Foto der linken Seite, wo eine Fahrstraße eingelegt zu sein scheint:

Museales 12SA, Windischgarsten, 5.8.1987

Das Stellwerk befindet sich in einer kleinen Hütte:

Behausung des musealen 12SA, Windischgarsten, 5.8.1987

Und daneben ist ein Einfahrsignal samt seinem Vorsignal aufgestellt, die vom Stellwerk aus als Signal A und a bedient werden können:

Museumssignale zum 12SA, Windischgarsten, 5.8.1987

Zuletzt sieht man auf diesem Bild das wuchtige Bahnhofsgebäude, nebst einem "Postler" mit Postsack Richtung Linz samt einem der damals weit verbreiteten VW Golf der Österreichischen Post:

Bahnhof Windischgarsten, 5.8.1987

Sonntag, 27. April 2014

Erster Probebetreb in der Sammlung Grafenberg mit 12SA und 5007, 2014

English version of this posting

Zwischendurch was ganz Aktuelles, woran ich enormes Vergnügen hatte: Werner hat nun in seiner Sammlung Grafenberg
  • den Bahnhof "Steyrling" fertiggestellt,
  • das Einfahrsignal und zwei Weichen an das 12SA angebunden
  • und die Telefonleitung vom Bahnhof "Absdorf" her in Betrieb genommen ...
... und dann haben wir testhalber eineinhalb Stunden "echte Eisenbahn gespielt".

Damals haben noch nicht alle Dinge ganz perfekt funktioniert – beim Signal ist der untere Flügel noch ein wenig falsch eingestellt und belastet, die noch handverlegten Gleise führen dazu, dass man hin und wieder ein Wagerl verliert, und bei der ersten Zugvormeldung hat sich rausgestellt, dass die Telefonverbindung nur in eine Richtung ordentlich funktioniert – das hat Werner aber live während des Telefonats noch in Ordnung gebracht.

Aber mittlerweile ist das alles korrigiert:
  • Kupplungen aller Wagen und Loks sind verdoppelt (Haken an beiden Seiten),
  • alle Loks fahren mit Magneten, um signalbeeinflusst zu fahren, 
  • die Gleisunebenheiten sind perfekt beseitigt, das Gewicht des zweiten Flügels am Flügelsignal ist so genau angepasst, dass sich der Flügel ideal zurückstellt ("des war eine Tüftlerei," schreibt Werner),
  • und zuletzt sind die Kontakte aller Weichen in Steyrling zuverlässig und alle stellwerksbeeinflusst in Betrieb
Nebenher muss ich gestehen, dass mein Vorschriftenwissen – nun ja – ziemlich eingerostet ist in den letzten 30 Jahren ... wir haben uns daher z.B. das Anbieten und Annehmen auf der eingleisigen Strecke erspart (man kann sich ja einreden, dass die Kleinbahntrafos als technischer Schutz vor Gegenfahrten dienen!).

Ich stelle hier einmal ein paar Videos und Bilder, die bei diesem ersten Probebetrieb entstanden sind, vor.

Hier sieht man das 12SA-Stellwerk in der alten Rottenhütte von der NÖVÖG, das nun den Bahnhof "Steyrling" stellt:

12SA-Stellwerk "Steyrling", Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Um manche der Hebelrollen hat Werner Ketten gelegt, die die passenden Kontakte schalten. Die Ketten gehen also nicht nach außen, sondern sind sozusagen "kurzgeschlossen":

"Kurzschluss-Kettenrolle", 12SA-Stellwerk "Steyrling", Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Betrieben wird eine Gartenbahn – hier ein erstes Bild, ein paar Videos kommen noch:

Die Gartenbahn, Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Und hier aus schrägem Winkel das alte Einfahrsignal A von Hetzmannsdorf-Wullersdorf, das nun als Einfahrsignal D von "Steyrling" dient:

Einfahrsignal D von "Steyrling", Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Update: Werner hat mir ein Bild des neuen Ausfahrsignal C geschickt, das auch schon an das 12SA angebunden ist:

Ausfahrsignal C von "Steyrling", Sammlung Grafenberg, 23.4.2014

Außer "meinem" 12SA steht ja schon länger das Stellwerk 1 von Absdorf-Hippersdorf in Grafenberg, das hier zusammen mit dem "Herrn über die Sammlung Grafenberg", Werner Prokop, zu sehen ist:

5007-Stellwerk "Absdorf", Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

5007-Stellwerk "Absdorf", Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Hebelbank und Blockapparat, 5007-Stellwerk "Absdorf", Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Gleisanzeiger, 5007-Stellwerk "Absdorf", Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Aber nun zu unseren Fahrereien! Hier sieht man meinen Arbeitsplatz:

Fahrdienstleiter-Arbeitsplatz "Steyrling", Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Lageplan und Anweisungen für die 12SA-Stellwerksbedienung "Steyrling", Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Die Kleinbahntrafos und Gleisschalter für "Steyrling", Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Und nun gibt's Betrieb. Der erste Zug wird mir vorgemeldet:



Und hier kommt er:



Ein Kontakt löst den Einfahrwecker aus, und dann gibt's einiges zu tun:



Tatsächlich bin ich ein wenig zu spät gekommen, was man hier sieht. Mit den Kleinbahntrafos war ich noch nicht ganz vertraut, und die Gleislage hatte damals noch einen kleinen Knick mit unschönen Konsequenzen:



Trotzdem stelle ich das Signal zurück:



Bald drauf habe ich meinen Zug nach "Absdorf" vorgemeldet ... aber ganz drauf vergessen, ihn zu stürzen. Also auf und wieder arbeiten:



Vorher hat mir Werner aber noch einen Lokzug geschickt, um einen Güterwagen abzuholen:





Der Knick im Gleis war noch immer unangenehm (die beiden Metallprofile dienen der Übersetzung der Drahtzugbewegung für das Einfahrsignal, wie man schon im zweiten Video von oben sieht; abgeschaut haben wir uns das Patent von den slowenischen Eisenbahnen, auf die uns wiederum km179.3 in diesem Posting im EBFÖ verwiesen hat. Diese Konstruktion ist einfacher als ein voller Drahtnachzughebel, wie man in z.B. in diesem Posting von Greifenburg-Weißensee sieht, und passt hier auch besser zur Lage von Ketten und Drähten):



Aber wie oben geschrieben, ist das mittlerweile alles perfekt hergerichtet!

Hier noch zum Abschluss zwei Bilder der Zugmeldebücher, die wir geführt haben – immerhin ist die Anzahl der Einträge in beiden gleich :-). Bis zum nächsten Mal werde ich wohl ein bissl die Vorschriften büffeln, denke ich!

Zugmeldebuch "Absdorf" unserer Fahrereien, Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Zugmeldebuch "Steyrling" unserer Fahrereien, Sammlung Grafenberg, 16.4.2014

Sonntag, 5. Januar 2014

... und Aufbau des 12SA in der Sammlung Grafenberg!

Ich komm mit dem Schreiben des Blogs gar nicht nach: Gerade haben wir das Stellwerk abgebaut, schon haben Werner und sein Vater das Stellwerk in der Sammlung Grafenberg wieder aufgebaut – und nicht nur das, sondern auch
  • geputzt!,
  • geschmiert!! (laut Werner geht es nun "butterweich"!),
  • und mit Ketten versehen!!!
Hier ist ein erstes Foto, schon gegen Ende des Aufbaus geschossen:

Vom Aufbau des 12SA, Sammlung Grafenberg, 1.1.2014

Und hier ist eine Serie von Fotos vom aktuellen Zustand. Auf den ersten beiden Bildern sieht man zwei Weichenhebel – der linke ist schon fertig gereinigt, rechts klebt noch der Löss von der Überschwemmung 2002, bei der das Stellwerk zweimal vollständig unter Wasser stand:

12SA, Sammlung Grafenberg, 5.1.2014

12SA, Sammlung Grafenberg, 5.1.2014

12SA, Sammlung Grafenberg, 5.1.2014

12SA, Sammlung Grafenberg, 5.1.2014

Über die Weichenhebel und darunter aufgebaute Umlenkrollen laufen nun Ketten, die später einmal die Kontakte zum Stellen der Weichen der Gartenbahn umschalten sollen:

12SA, Sammlung Grafenberg, 5.1.2014

12SA, Sammlung Grafenberg, 5.1.2014

Eine Einfahrt auf Gleis 2 auf Signal D (ehemals Einfahrsignal von Selzthal) ist gestellt:
  • Weiche 5 steht in die Minusstellung (hinterer schwarzer Hebel nach oben)
  • und ist verriegelt (Hebel mit Steigbügelgriff nach unten),
  • Fühlschienenhebel steht nach oben,
  • Fahrstraße ist elektrisch festgelegt (grüne Blende im Fahrstraßenfeld),
  • Signal D steht zweiflügelig auf Frei (beide Hebel nach unten) und
  • Vorsignal auf "Frei erwarten" (Hebel d steht nach oben):

12SA, Sammlung Grafenberg, 5.1.2014

12SA, Sammlung Grafenberg, 5.1.2014

Das Stellwerk hat nun eindeutig seinen Platz gefunden, auf den es lange Jahre – zuerst wo immer, dann in einem Waggon in Mauterndorf und zuletzt mehr als 15 Jahre im Keller eines Einfamilienhauses – warten musste!

Sobald Anlage und Signal im Frühling eingebunden werden, gibt es dann weitere Fotos!

Der Abbau meines 12SA ...

Zwischen Weihnachten haben Werner Prokop, sein Vater und ich das 12SA, das bisher im Haus meiner Mutter im Keller stand, abgebaut. Wieso? Weil es, wie ja angekündigt, nun in die Sammlung Grafenberg von Werner übersiedeln wird und dort aller Voraussicht nach
  • an die Weichen einer Gartenbahn
  • und ein zweiflügeliges Signal
angebunden wird! Hier sind zuerst einige Fotos von der ersten Hälfte dieses Abbaus am 27.12.. Man kann hier auch einige Details erkennen, die man auf den bisherigen Bildern nicht so gut oder gar nicht erkennen konnte.

Werner beim Abbau meines 12SA, 27.12.2013

Werner und sein Vater beim Abbau meines 12SA, 27.12.2013

Abbau meines 12SA, 27.12.2013

Abbau meines 12SA – ein paar Teile sind schon abgebaut, 27.12.2013

Abbau meines 12SA, 27.12.2013

Abbau meines 12SA – die ersten Hebel sind abgebaut, 27.12.2013

Abbau meines 12SA – alle Hebel sind abgebaut, 27.12.2013

Abbau meines 12SA – alle Hebel sind am Anhänger verstaut, 27.12.2013

Abbau meines 12SA, 27.12.2013

Am 31.12. haben wir den Rest der Hebelbank zerlegt:

Abbau meines 12SA, 31.12.2013

Abbau meines 12SA – nur mehr 4 Fahrstraßenschieber, 31.12.2013

Abbau meines 12SA – Fahrstraßenschieber mit Verschlusselementen, 31.12.2013

Abbau meines 12SA, 31.12.2013

Abbau meines 12SA, 31.12.2013

Abbau meines 12SA, 31.12.2013

Abbau meines 12SA, 31.12.2013

Abbau meines 12SA – die Schieber sind auch schon abgebaut, 31.12.2013

Abbau meines 12SA – die letzten (Fahrstraßen-)Hebel, 31.12.2013

Abbau meines 12SA – was ist das? ich weiß es nicht ..., 31.12.2013

Abbau meines 12SA – die besonderen Verschlüsse, 31.12.2013

Abbau meines 12SA, 31.12.2013

Abbau meines 12SA – der letzte Bock steht noch da, 31.12.2013

Abbau meines 12SA – die stolzen Abbauer, 31.12.2013

Eine alte Bahnübergangstafel (von einer EK bei Abfaltersbach) ist beim Abbau auch noch aufgetaucht:

Abbau meines 12SA – Abtransport, 31.12.2013

Abbau meines 12SA, 31.12.2013

Abbau meines 12SA, 31.12.2013

Und hier ein paar Fotos vom Ziel – Werners "Sammlung Grafenberg". Am folgenden Bild sieht man die Gartenbahn, die für das 12SA links unter dem Baum einen neuen Bahnhof bekommt. Dort steht auch die Rottenhütte der NÖVOG, in der das Stellwerk aufgestellt wird. Im Hintergrund sieht man das Einfahr-Formsignal von Hetzmannsdorf-Wullersdorf, das mit dem Signalhebel D des Stellwerks verbunden werden soll:

Werner vor der Außenanlage seiner Sammlung Grafenberg, 31.12.2013

Hier soll das Stellwerk aufgebaut werden, 31.12.2013

Der Drahtkanal für die Doppeldrahtzugleitung zum Signal ist schon fertig, 31.12.2013

Und jetzt muss es nur noch aufgestellt werden!

Update 6.1.2014: ... ist schon passiert!