Donnerstag, 22. März 2012

Frühjahr 1981

Acht nicht weltbewegende Fotos aus dem Frühling 1981 – darunter immerhin eine "Einser-Lok":

2043.03 in Klagenfurt Hbf., März 1981

1040.01 in Mürzzuschlag, März 1981

4010.12, Perchtoldsdorf, 1.5.1981

1042.583, Perchtoldsdorf, 1.5.1981

Die folgende Weiche habe ich in Brunn-Maria Enzersdorf aufgenommen. Die vollständigen Sicherungsanlagen dieses Bahnhofs habe ich 1986 fotografiert.

Weiche 1 mit gegenüberliegendem Riegel, Brunn-Maria Enzersdorf, 1.5.1981

Im Gegensatz zur Weiche 1 auf dem vorherigen Bild, deren Grundstellung im Stellwerk festgelegt war und deren Gewicht daher einheitlich grau gestrichen war, hat die Weiche im folgenden Bild ein schwarz-weiß gestrichenes Gewicht, sodass man auch direkt an der Weiche sieht, ob sie (wie hier) in den Grundstellung steht. Typischerweise bedeutet das, dass die Weiche über einen dreistelligen "Madnerhebel" gestellt werden konnte, der sie in der Mittelstellung für die Ortsbedienung freigab – und für diesen Fall war die Grundstellung wie bei ortsbedienten Weichen üblich sichtbar markiert. Allerdings hat auch das Weichengewicht der Weiche 1 einen Handgriff – konnte die Weiche also auch für Ortsbedienung freigegeben werden? Mhm!

Zwerg-Schutzsignal 4 und Weiche 32, Brunn-Maria Enzersdorf, 1.5.1981

Behelfsmäßiges Zwischensignal SM4 am Gleis M4, Liesing, 1.5.1981

Behelfsmäßiges Zwischensignal S2 am Gleis 2, Liesing, 1.5.1981

Stellwerke in Greifenburg-Weißensee, Abfaltersbach, Thal-Aßling

Im Februar 1981 habe ich endlich ein paar Stellwerke auf meiner Heimatbahn, der Drautalstrecke aufgenommen. Zuerst ein Bild eines kleinen Zuges im großen Drautal – wo auch immer:

2043 mit Personenzug im Drautal, 1980

Der erste Teil dieses Postings zeigt Bilder aus Greifenburg-Weißensee. Bei sporenplan.nl gibt es diesen Gleisplan von Greifenburg-Weißensee.

In der Fahrdienstleitung stand ein Befehlswerk der Baurt SBW500:

Befehlswerk SBW500, Fahrdienstleitung, Greifenburg-Weißensee, Februar 1981

Das Stellwerk 1 befand sich direkt neben dem Bahnhofsgebäude:

Stellwerk 1, Greifenburg-Weißensee, 1980

Innen stand eine artreine SBW500-Anlage:

Blockapparat und Signalhebel, SBW500, Stellwerk 1, Greifenburg-Weißensee, Februar 1981

Hebelbank SBW500, Stellwerk 1, Greifenburg-Weißensee, Februar 1981

Hebelbank und Gleisanzeiger SBW500, Stellwerk 1, Greifenburg-Weißensee, Februar 1981

Blockapparat und Signalhebel, SBW500, Stellwerk 2, Greifenburg-Weißensee, Februar 1981

Man beachte auf dem folgenden Bild die verzierte Holzkonsole über dem Gleisanzeiger (eine ähnlich sieht man andeutungsweise auf dem vorherigen Bild über dem Blockapparat):

Hebelbank und Gleisanzeiger SBW500, Stellwerk 2, Greifenburg-Weißensee, Februar 1981

Das zu diesem Stellwerk gehörige Einfahrsignal Z ist in diesem Posting von 1983 zu sehen.

Nach den Stellwerken noch ein aus dem Zug geschossenes Foto einer Zugkreuzung:

Zweimal 2043, Greifenburg-Weißensee, 1980

Einige Tage später war ich in Abfaltersbach, einer der zwei Bahnhöfe auf der Strecke Spittal-Millstättersee – Sillian, wo das Empfangsgebäude südlich der Bahn steht. Das Mittelstellwerk der Bauart 5007 hatte 4 Felder (Fa+Ff, Ff+Fa) sowie Knaggen zum Stellen der Lichtsignale:

Mittelstellwerk 5007, Abfaltersbach, 18.2.1981

Auf der Signalanzeigetafel sieht man noch Anzeigelampen für den Versuch mit elektrischen "Bahnhofsruhe-Signalen" – faktisch elektrisch nachgebildeten Ungültigskeitskreuzen:

Signalanzeigetafel, Abfaltersbach, 18.2.1981

Am selben Tag war ich dann noch in Thal-Aßling. Während auf den meisten Blockwerken der Strecke noch Spittal-M. stand, war hier der korrekte neue Anfangspunkt der Strecke "Abzw. Lendorf" angeschrieben:

Mittelstellwerk 5007, Thal-Aßling, 18.2.1981

Auf dem Stellpult ist schon die Anzeige für den Zeichengabe-Streckenblock vorbereitet (ob sie je in Betrieb ging, weiß ich nicht). Darüber sieht man den Bildfahrplan:

Stell- und Anzeigepult, Thal-Aßling, 18.2.1981

Bei sporenplan.nl gibt es auch Gleispläne von Abfaltersbach und Thal-Aßling.

Betriebsfotos fehlen diesmal – ich bin offensichtlich nur "mit einem Zug hin, mit dem nächsten zurück". So war das auch manchmal.

Meine Favoritin in grün, DB-Loks, und die "Strategische Reserve"

Meine große Liebe ist ja die rote 1042.5, aber ihrer grünen Schwester kann man eine gewisse Noblesse nicht absprechen. Nicht so fröhlich wie ihre Schwester, aber gediegen und sehr lady-like:

1042.49, Wien West, Oktober 1980

Im Oktober standen in Wien West eine 1018 und eine 1044 nebeneinander, und eine 2067 diente im Verschub:

1018.07 (Postzug?), 1044.59, Wien West, Oktober 1980

2067.102, Wien West, Oktober 1980

Am 6.7.1980 war ich auf der "deutschen" Seite in Salzburg. Das war damals keine Selbstverständlichkeit, weil dieser Bereich deutsches Zollgebiet war und daher nur nach einem "Grenzübergang" im Salzburger Bahnhof betreten werden durfte:

"Eingewickelte" 218 mit 5546, Salzburg Hbf, 6.7.1980

144 505-5 mit 5511, Salzburg Hbf, 6.7.1980

150 186-5, Salzburg Hbf, 6.7.1980

110 461-1 mit D219, Salzburg Hbf, 6.7.1980

Bis Ende der achtziger Jahre gab es in Österreich die "strategische Reserve": Verrostete Dampfloks (meistens 52er), die irgendwo herumstanden und beleibe nicht mehr zum Einsatz gedacht waren, sondern – so wurde zumindest kolportiert – in einem Kriegsfall auf vorhandenen Bahnstrecken zum Entgleisen gebracht werden und dadurch den Feind bei seinem Eisenbahnaufmarsch behindern sollten. Ausprobiert hat das vermutlich niemand ...

"Strategische Reserve", Bruck a.d.Mur, Herbst 1980

Und im Vorbeifahren habe ich an unschöner Stelle die Dampflok der Werksbahn der Schöller-Bleckmann-Werke in Hönigsberg erwischt:

Schöller-Bleckmann-Werksbahn, Hönigsberg, Dezember 1980

Mittwoch, 21. März 2012

Bischofshofen

Hier lasse ich ein paar Fotos von einer der interessantesten Blockanlagen in Österreich aus, nämlich dem Streckenblock zwischen Schönwies und Landeck. Grund? Ich war drei Jahre später nocheinmal in Schönwies und habe viel mehr Fotos gemacht. Ich möchte alle diese Bilder später auf einmal präsentieren. Hier sind sie nun!

Von Bischofshofen (oder B'hofen, wie's am Fernsprecher ausnahmslos hieß und wohl noch heißt) male ich zuerst einmal einen Überblicksplan hin:

Photobucket
Bei sporenplan.nl gibt es einen alten Gleisplan von Bischofshofen mit Jahreszahl 1959. Einen Gleisplan von 1980 werde ich noch erstellen.

Die folgenden Fotos zeigen die Befehlswerke und Stellwerke - allerdings werde ich (wie schon in St.Valentin) das Zusammenspiel der Anlagenteile, insbesondere der Blockfelder nicht erklären. Es scheint mir, dass man aus den Gleisplänen, die man auf den Rankapparaten sieht, und aus den Aufschriften auf den Blockfeldern dieses Zusammenspiel eigentlich rekonstruieren können müsste - das ganze ist also ein Rätsel, das ich hier Euch Lesern und auch mir selber stelle: "Gib für alle Fahrten in Bischofshofen an, in welcher Reihenfolge welche Blockfelder für die Fahrt und ihre Auflösung geblockt werden müssen". Allerdings gibt es da Spezialitäten, auf die man ohne die Hilfe meines Tagebuchs nicht kommen würde - eine davon erwähne ich unten bei den Fotos zum Stellwerk 2.

Befehlswerke

In der Fahrdienstleitung am Personenbahnhof befand sich das Befehlswerk für alle Stellwerke.

Befehlswerk mit Rankapparat, Fdl Pbf, Bischofshofen, 4.7.1980

Befehlswerk mit Rankapparat links, Fdl Pbf, Bischofshofen, 4.7.1980

Befehlswerk mit Rankapparat rechts, Fdl Pbf, Bischofshofen, 4.7.1980

In der Fahrdienstleitung für den Verschubbahnhof stand auch ein Rankapparat, der allerdings nur Zustimmungen an die Fdl Pbf (hier bezeichnet als "Bf.Blw." = Bahnhofsblockwerk) abgeben konnte. Die Fahrstraßenauflösefelder hingegen waren direkt mit den Stellwerken 2 und 3 verbunden:

Befehlswerk mit Rankapparat, Fdl Vbf, Bischofshofen, 4.7.1980

Stellwerke

Das Stellwerk 1 hatte - wie die anderen Stellwerke auch - noch mechanische Weichen, als Signale kamen allerdings schon Lichtsignale zum Einsatz, die über Knaggen gestellt wurden: Hst für "H Richtung Selzthal", HSb für "H Richtung Salzburg", und irgendwo muss es noch Knaggen für die Einfahrsignale A und B gegeben haben:

Blockapparat und Hebelbank, Stw. 1, Bischofshofen, 4.7.1980


Signalanzeiger, Gleisanzeiger, Hebelbank, Stw.1, Bischofshofen, 4.7.1980

Das Zwischen-Stellwerk 2 hatte Doppelstellerhebel für 250mm Stellweg, die ich sonst nirgends mehr gesehen habe (im Hager gibt es ein Bild davon beim Stellwerk für Tarnow): Vor der Bedienung musste man den Hebel nach vorne ziehen, dann konnte man nach unten oder oben freistellen. Dieses Blockwerk hatte folgende, oben schon angekündigte Spezialität: Wenn von Salzburg/Selzthal aus eingefahren wurde, dann konnte entweder
  • das Za-Feld "gegen Salzb.o.Selzth." geblockt werden (auf dem Feld steht "Za an Stw.1 zur Fahrt"): Das war die Information, dass das im Prüfbereich des Stellwerk 2 frei war, aber nicht weiter gefahren werden sollte;
  • das Ff-Feld "gegen Salzb.o.Selzth." geblockt werden: Dazu war ein Befehl "Be von ..." nötig, und dann konnte auf das Signal R11 in den Verschubbahnhof eingefahren werden.
Die Spezialität war nun, dass beim Blocken des Ff-Feldes die Taste des Za-Feldes mechanisch ebenfalls heruntergedrückt wurde und damit also das Festlegen zugleich die Zustimmung an Stw.1 für die Einfahrt gab. Solche "mechanischen Abhängigkeiten" waren bei älteren großen Blockwerken wohl verbreitet, wurden dann aber später (z.B. in St.Valentin) eher durch elektrische Abhängigkeiten ersetzt. Im Hager sieht man irgendwo, dass die Anzahl der Kontakte bei den Blockfeldern irgendwann einmal drastisch erhöht worden ist - vielleicht hing dieser Übergang von mechanischen zu elektrischen Abhängigkeiten mit dieser Änderung zusammen.

Blockapparat und Hebelbank, Stw.2, Bischofshofen, 4.7.1980

Auf dem folgenden Foto sieht man übrigens wieder (wie in Lienz) die einfachen Hauptsignalhebel mit 250mm Stellweg - erkennbar an den Anschlägen, wo der Stellhebel an der Kettenrolle anschlägt. Drei der Hebel stehen in Grundstellung, beim rechten (dessen Schildchen man leider nicht lesen kann) steht das Signal auf frei. Die zwei blauen Hebel für Verschubsignale (eines davon sieht man hier) haben übrigens wohl 500mm Stellweg gehabt, denn bei ihnen sind die Stellhebel fest mit der Kettenrolle verbunden:

Blockapparat und Hebelbank, Stw.2, Bischofshofen, 4.7.1980

Zuletzt noch ein Ausschnitt der Anlage am Stellwerk 3, wo offenbar gerade eine Einfahrt und eine Ausfahrt über die Gleise I und II gestellt sind (sowohl Signal S als auch Z in Freistellung, und zwei Ff-Felder geblockt, aber nicht das Ff-Feld "gegen Wörgl" aus dem Vbf):

Blockapparat und Hebelbank, Stw.3, Bischofshofen, 4.7.1980

Wenig Arbeit ist es nicht: Aber ich werde versuchen, in nächster Zeit die Gleisplanskizzen und Beschreibungen zu diesen Stellwerken aus meinem Tagebuch in lesbare Form zu übertragen - weil ich natürlich auch selbst neugierig geworden bin, wieviel der Logik dieser Stellwerke man noch rekonstruieren kann!

Wie schön langsam üblich, folgen hier zum Schluss noch ein paar Betriebsfotos für jene, die nicht ausschließlich "hardcore Stellwerksfreaks" sind:

1061.04 ohne Stangen - in Zug zur Verschrottung, Bischofshofen, 4.7.1980

1041.06 vor 76012, Bischofshofen, 4.7.1980

1041.06 und 1010.09 mit 57245, Bischofshofen, 4.7.1980

Soviel aus Bischofshofen!

M46-Stellwerke in Krems, 1980

In Krems standen Stellwerke der Bauart M46. Diese mechanische Bauform war aus den Teilen der 5007er Stellwerke aufgebaut, hatte aber vereinfachte elektrische Schaltungen und kam mit weniger Blockfeldern aus – mehr weiß ich darüber leider nicht. Der einzige andere Bahnhof, von dem ich weiß, dass er mit M46-Stellwerken ausgestattet war, ist Pottenbrunn – wo ich viel später auch einmal war. Auch von Krems habe ich nur schändlich wenige Aufnahmen gemacht – eine je Stellwerk:

Gleisplan und Blockaufsatz Fdl, Krems a.d. Donau, 30.6.1980

Bei sporenplan.nl gibt es diesen undatierten Gleisplan von Krems.

Rankapparat des M46-Befehlswerks, Fdl, Krems a.d. Donau, 30.6.1980

M46-Blockwerk, Teil der Hebelbank, Stw.1, Krems a.d. Donau, 30.6.1980

M46-Blockwerk, Teil der Hebelbank, Stw.2, Krems a.d. Donau, 30.6.1980

M46-Blockwerk, Teil der Hebelbank, Stw.3, Krems a.d. Donau, 30.6.1980

Zum Schluss noch ein Foto, das das wuchtige Bahnhofsgebäude mit einem eleganten Triebwagen zeigt, der hier schon eher sein Gnadenbrot verdient:

5145.09+6645.04 nach Sigmundsherberg, Krems a.d. Donau, 30.6.1980

Sonderfahrt mit der 52.7612

Ende Juni 1980 tat ich, was ich selten tu' – auf einer Sonderfahrt mitfahren. Die 52.7612 von Brenner & Brenner fuhr am 29.6.1980 von St.Pölten über den Gerichtsberg nach Gutenstein. Die folgenden Fotos sind von dieser Fahrt. Bei den meisten Orten bin ich mir leider ziemlich unsicher – vielleicht kann mir ja ein geneigter ortskundiger Leser sagen, woher die Aufnahmen stammen.

Ergänzung 6.7.2021: "2043.502" hat im EBFÖ einige Stellen identifiziert - besten Dank!

52.7612, Gerichtsberg ?, 29.6.1980

52.7612, kurz vor Wittmannsdorf, 29.6.1980

52.7612, Wittmannsdorf ?, 29.6.1980

52.7612, Wittmannsdorf ?, 29.6.1980

52.7612, Gutenstein, 29.6.1980

Während der Pause in Gutenstein habe ich einen Abstecher nach Leobersdorf gemacht:

4020.27, Leobersdorf, 29.6.1980

1046.07, Leobersdorf, 29.6.1980

52.7612, Gutenstein, 29.6.1980

52.7612, Gutenstein, 29.6.1980

52.7612, St. Pölten, 29.6.1980