Samstag, 14. März 2020

Stellwerksmodelle im Deutschen Technikmuseum in Berlin

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Vor zwei Wochen war ich dienstlich in Berlin und habe mir die Zeit genommen, eine Vitrine im Deutschen Technikmuseum anzuschauen: Zufällig war ich am Tag davor draufgekommen, dass dort eine Reihe von Modellen von Stellwerksapparaten stehen, die in den 1880er Jahren von diversen "Signalbauanstalten" (wie das damals hieß) zu Demonstrationszwecken gebaut worden waren. Ich stelle sie hier nicht im Detail vor – das wäre eine Forschungsarbeit für sich –, sondern will nur einen kurzen Überblick geben.

Hier ist ein Blick auf die Vitrine mit den fünf Modellen, die alle im Maßstab 1:5 gehalten sind:

Vitrine mit Stellwerksmodellen, Deutsches Technikmuseum Berlin, 2.3.2020

Folgende fünf Modelle sind aufgestellt – ich verlinke hier auch jeweils zum museum-digital, wo Bilder und kurze Erklärungen der Modelle vorhanden sind (die Erklärungen sind allerdings teils etwas obskur oder sogar offensichtlich falsch; vielleicht finde ich jemand, der das korrigiert):
Ein sechstes Stellwerk "nach Rüppell/Büssing", das auch online gezeigt wird, ist nicht aufgestellt.

Hier sind ein paar eher zufällige Bilder, die ich von Details gemacht habe (leider hat die SD-Karte meines Fotoapparats ihren Geist aufgegeben, daher sind mir einige Fotos verloren gegangen – egal, man kann ja hinfahren):

Kurbelstellwerk Witten

Weichen- und Signalstellwerk Witten, Kurbelstellwerk

Weichen- und Signalstellwerk Witten, Kurbelstellwerk

Weichen- und Signalstellwerk Witten, Kurbelstellwerk

Hebelstellwerk Witten

Weichen- u. Signalstellwerk der Eisenbahn-Hauptwerkstätte Witten

Weichen- u. Signalstellwerk der Eisenbahn-Hauptwerkstätte Witten

Weichen- u. Signalstellwerk der Eisenbahn-Hauptwerkstätte Witten

Zimmermann & Buchloh

Weichen- und Signalstellwerk Zimmermann & Buchloh

Weichen- und Signalstellwerk Zimmermann & Buchloh

Jüdel

Weichen- und Signalstellwerk Jüdel

Weichen- und Signalstellwerk Jüdel

Siemens

Weichen- und Signalstellwerk Siemens

Soviel zu diesen Modellen – in einem nächsten Posting zeige ich dann ein weiteres Modell eines mechanischen Stellwerks, das allerdings viel jüngeren Datums ist ...

Montag, 9. März 2020

Rätsel der italienischen Signalhebel - letzte Folge: Bahnhöfe zwischen Terni und L'Aquila, 1990

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Hier sind meine letzten Bilder dieser Italienreise – auch sie werfen Fragen auf, wie die Hebelbänke in Pollenza und Cerreto d'Esi. Die Fotos stammen alle von der Strecke Terni–L'Aquila. Die meisten der Bilder zeigen – endlich einmal – eine ganze Menge von Eisenbahnern an den Signalhebeln oder -kurbeln oder in deren Nähe.

In Marmore standen zwei einfache Signalhebel. Auf dem ersten Bild sieht man sie im Hintergrund, neben der Fahne, die den Haltepunkt für einen kreuzenden Zug anzeigt:

Hebelbank, Schrankenkurbel und Haltefahne, Marmore, Mai 1990

Hier sieht man sie noch einmal aus dem vorherigen Bild herausvergrößert. Ich unterstelle, dass hier beide Hebel in Grundstellung stehen – bin mir dabei aber sehr unsicher, denn die Handfalle würde dann "falsch herum" stehen: Handfallen praktisch aller Hebel weltweit befinden sich in Grundstellung hinter dem Hebelgriff. Da hier zwei Züge kreuzen, kann es auch sein, dass beide Einfahrsignale auf frei stehen, d.h., dass beide Hebel umgelegt sind; und sie in der Grundstellung nach unten (oder eher nach vorne) stehen.

Frage 6: Wie ist die Grundstellung dieser einfachen Signalhebel?

Hebelbank, Marmore, Mai 1990

Auf dem nächsten Bild sieht man den Bahnhofsnamen, umrahmt von einer Dampflok und dem Symbol der Ferrovie dello Stato, aufwendig aus lauter kleinen Steinchen zusammengesetzt ... Von den Hebeln steht nun einer nach vorne, und wie bei den Hebeln in Cerreto d'Esi oder in Pollenza ist auch hier (mir) nicht klar, wie die eindrähtigen Signalleitungen an die offenbar doppeldrähtigen Hebel angeschlossen sind:

Frage 7: Wie sind die einfachen Drahtzugleitungen an diee Hebel angeschlossen?

Neben der Haltefahne steht der zugehörige Mitarbeiter: Wie in guten alten Zeiten – auch bei der ÖBB – waren auf einem Bahnhof immer (noch) mindestens zwei Bedienstete tätig ...

Hebelbank, Schrankenkurbel und Haltefahne, Marmore, Mai 1990

Auf den folgenden fünf oder sechs Bahnhöfen standen keine Hebel, sondern Signalkurbeln des Standardtyps, die ich schon in Asciano fotografiert hatte. Interessanterweise waren bei manchen die Signaldrähte noch oben gespannt (wie wir das in Albano gesehen haben), bei manchen aber schon unter die Erde verlegt.

In Greccio habe ich das Einfahrsignal aus dem Zug aufgenommen:

Einfahrsignal 2, Greccio, Mai 1990

Am nächsten Bild sehen wir die Signalkurbeln und links daneben eine Schrankenkurbel. Der capo stazione macht gerade irgendwas an einem Wecker – waren das Fallklappenwecker, die man zurücksetzen musste?

Schrankenkurbel, Signalkurbeln und capo stazione, Greccio, Mai 1990

In Contigliano sehen wir zum ersten Mal Signalleitungen, die nach oben gelenkt sind. Die zugehörigen Kurbeln stehen beide in Grundstellung, rundherum sind nicht weniger als vier Schrankenkurbeln vorhanden – wobei alle Schranken geöffnet sind: Unsere Ausfahrt muss also noch ein wenig auf sich warten lassen:

Schrankenkurbeln und Signalkurbeln, Contigliano, Mai 1990

In Cittaducale gab es auch vier Schrankenkurbeln und eine Fahrdienstleiterin; sowie Signalkurbeln, deren Leitungen schon nach unten verlegt worden waren:

Schrankenkurbeln und Signalkurbeln, Cittaducale, Mai 1990

Das Einfahrsignal habe ich Rückschuss aufgenommen – es steht außergewöhnlicherweise auf der rechten Seite des Gleises, mit einem zum Gleis hinweisenden Flügel:

Einfahrsignal, Cittaducale, Mai 1990

Rocca di Corno: Auch hier waren die Signaldrähte schon unter die Erde verlegt worden, die alten Rollen für die oben verlaufenden Drähte waren aber an der Wand belassen worden:

Signalkurbeln und Schrankenkurbel, Rocca di Corno, Mai 1990

Irgendwo zwischen Rocca di Corno ("Hornburg") und Sella di Corno (dem "Hornsattel") habe ich diesen Masten der Streckentelefonleitung aufgenommen – die Abspannungen links sind nicht mehr sauber gespannt, aber sonst ist alles noch sehr ordentlich:

Telefondrähte - noch in Betrieb!, Rocca di Corno, Mai 1990

Nächste Station: Sella di Corno, wo die Drähte schon unter der Erde verliefen und ebenfalls die Rollen an der Wand überlebt hatten. Der Gegenzug hat vorschriftsmäßig vor der roten Fahne angehalten:

ALn668 3335, Schrankenkurbeln und Signalkurbeln, Sella di Corno, Mai 1990

Und hier sind meine letzten Fotos von einem italienischen Bahnhof – zuerst das Einfahrvorsignal von L'Aquila in einem engen bewaldeten Abruzzental:

Einfahrvorsignal, L'Aquila, Mai 1990

Die Signalkurbeln hatten hier noch Drähte nach oben, über die Umlenkrollen:

Signalkurbeln, L'Aquila, Mai 1990

Und neben dem Toilettenhäuschen habe ich noch einmal einen Masten aufgenommen, an dem oben verlaufende Signaldrähte nach unten in einen Drahtkanal umgeleitet wurden:

Drähte von oben nach unten, L'Aquila, Mai 1990

Und hier enden die Fotos unserer Italienreise von 1990.

Sonntag, 8. März 2020

Zwischen mechanischen Stellwerken ein elektrisches: Macerata, 1990

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Eine einzige Aufnahme habe ich vom Stellwerk in Macerata gemacht:

Stellwerk, Macerata, Mai 1990

Die Hebel auf dem Apparat scheinen mir praktisch selbsterklärend, mit Ausnahme des ganz rechts stehenden, der für das Vorsignal gelb sein sollte; und des hellgrauen Hebels, der eventuell die isolierte Weiche stellt, die oberhalb des Ausfahrsignals erkennbar ist. Interessant ist, dass die Gleisfreimeldung noch nach der alten Methode erfolgte, bei der freie Gleise ausgeleuchtet waren – wie in Ciampino oder, in Österreich, damals noch bei den Stellwerken der Wiener Stadtbahn in Michelbeuern und an der Nußdorfer Straße:

Stellwerk, Macerata, Mai 1990

Signal- und Gleisbesetztanzeige, Macerata, Mai 1990

Draußen habe ich noch zwei Bilder der Fiat-Triebwagen aufgenommen, die überall auf diesen Nebenbahnen zu sehen waren:

ALn668 1403, Macerata, Mai 1990

ALn668 1480, Macerata, Mai 1990

Auf der Fahrt von Macerata zurück nach Foligno habe ich dann gar keine Fotos mehr geschossen – nur noch dieses eine, vermutlich in Fabriano:

E646 037, Fabriano(?), Mai 1990

Donnerstag, 16. Januar 2020

Die nächsten rätselhaften italienischen Signalhebel - Folge 3: Pollenza

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Auf der Fahrt nach Macerata sind wir an diesem Warnzeichen für einen Bahnübergang vorbekommen. Weit im Hintergrund, nach der Straßenüberführung, sieht man das zugehörige Blinklicht:

Warnsignal vor Bahnübergang, bei Tollentino, Mai 1990

Das nächste Bild zeigt ein typisches Vorsignal (in einiger Schieflage und nach hinten fotografiert) samt zugehöriger Ankündigungstafel – wo es stand, weiß ich nicht mehr sicher:

Einfahrvorsignal, Tollentino?, Mai 1990

Aber nun kommt die nächste Hebelbank. Hier ist das Foto, das ich von ihr gemacht habe – viel ist darauf nicht zu sehen:

Signalhebelbank einer interessanten Type, Pollenza, Mai 1990

Die folgende Vergrößerung aus dem Originalbild zeigt sie etwas besser: Rechts ist eine übliche Schrankenkurbel aufgesetzt. Daneben stehen vier Signalhebel, diesmal mit gleich großen und sehr großen Seilrollen. Ziemlich sicher sind die vier Hebel für zwei Einfahrvorsignale und zwei Einfahrsignale vorgesehen; und die gleiche Größe könnte sich damit erklären, dass entweder alle Signale einen Kompensator in der Eindraht-Leitung haben oder keines. Wenn ich raten müsste, würde ich auf "alle" tippen, weil eben die Seilrollen so groß sind und damit der Drahtweg lang. Allerdings: Was man leider nicht sieht, weil alle Hebel in der Grundstellung stehen, ist, wie weit die Hebel umgelegt werden. Es könnte daher auch sein, dass verschiedene Drahtwege über einen verschiedenen Umlegwinkel erreicht werden. Meine Fragen sind also:
Frage 3: Wie sind diese Signalhebel (mit Seilscheiben) mit den Eindrahtleitungen zu den Signalen verbunden?
Frage 4: Wieso sind die Seilscheiben für Vor- und Hauptsignale gleich groß? – weil in allen, oder gar keinen, Leitungen Kompensatoren vorhanden sind? oder weil der Umlegwinkel für Vor- und Hauptsignale verschieden ist?

Die Schlösser scheinen hier übrigens unten am Querträger der Hebelbank befestigt zu sein, von wo aus "irgendeine Mechanik" die Seilrollen (oder die Handfallen?) der Hebel sperren können muss.

Signalhebelbank einer interessanten Type, Pollenza, Mai 1990

Leider ist das der einzige "Vorbeifahrtschuss" dieser Hebelbank.

Auf der Fahrt zum nächsten Bahnhof habe ich das Einfahrvorsignal von hinten aufgenommen:

Einfahrvorsignal im Rückschuss, Pollenza, Mai 1990

... hier noch einmal herausvergrößert, um diese stimmungsvolle Situation ein wenig schöner darzustellen:

Einfahrvorsignal im Rückschuss, Pollenza, Mai 1990

Und dann habe ich bei der Gelegenheit noch dem unbesetzten Führerstand unseres Triebwagens ein Foto gegönnt:

Rückwärtiger Führerstand eines ALn 668 der FS, Pollenza, Mai 1990

Mittwoch, 15. Januar 2020

Italienische Signalhebel ohne neue Rätsel - Folge 2: Matelica und Castelraimondo-Camerino

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In Matelica habe ich die Signale bei der Einfahrt aufgenommen:

Einfahrvorsignal, Matelica, Mai 1990

Einfahrsignal, Matelica, Mai 1990

Der Bahnhof hatte irgendwann ein massives und nicht allzu schönes, aber sicher nützliches Vordach bekommen:

Bahnhof, Matelica, Mai 1990

Die Hebelbank war von derselben Bauart wie in Cerreto d'Esi:

Hebelbank, Matelica, Mai 1990

Auch hier ist noch eine Detailvergrößerung von den Schlössern, von denen es hier mehr gibt, wieso auch immer:

Schlösser über der Hebelbank, Matelica, Mai 1990

Der folgende Detailausschnitt zeigt den unteren Teil der Hebelbank, mit den Seilen, die nach unten verschwinden (und den Buchstaben A, B, C, D auf den Hebelböcken – aber das nur nebenher). Es ja so, dass die Einzeldrähte zu den Hauptsignalen gezogen werden, weil dort kein Kompensator in die Leitung eingeschaltet ist; jene zu den Vorsignalen aber nachgelassen werden, weil dort der Kompensator die Bewegungsrichtung des Drahtes ändert. Ich hätte erwartet, dass man diesen Unterschied hier irgendwie erkennen kann – kann man aber nicht. Das bedeutet doch wohl, dass sich zwischen diesen Seilen hier und den Eindrahtleitungen noch irgendeine "Mechanik" befinden muss, die auch die nötigen Gegengewichte enthält. Und das alles muss sich hier in einem Schacht unter der Hebelbank befinden ...

Seile unter der Hebelbank, Matelica, Mai 1990

Auch in Castelraimondo-Camerino stand dieselbe Type, von der leider nur ganz wenig zu sehen ist:

Hebelbank, Castelraimondo-Camerino, Mai 1990

Hier ist eine Vergrößerung aus dem unscharfen Foto:

Hebelbank, Castelraimondo-Camerino, Mai 1990

Bei der Ausfahrt habe ich wieder Signale im Rückschuss aufgenommen. Beide sind auf Auslegern montiert, und beide hatten Solarzellen erhalten – eine interessante Modernisierung dieser uralten Technik:

Einfahrsignal auf Ausleger, Castelraimondo-Camerino, Mai 1990

Einfahrvorsignal auf Ausleger, Castelraimondo-Camerino, Mai 1990

Das waren also zwei Hebelbänke ohne neue Rätsel – im nächsten Posting dann aber neue Fragen.

Montag, 13. Januar 2020

Rätsel der italienischen Signalhebel - Folge 1: Cerreto d'Esi

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Die folgenden paar Postings zeigen lauter im Vorbeifahren geschossene Bilder von Signalen und Hebelbänken, bei denen ich mir immer mehr Fragen stelle. Schon die Anzahl der verschiedenen Hebeltypen ist erstaunlich – aber noch viel mehr, dass es praktisch bei jedem Typ Einzelfragen gibt, deren Antwort ich nicht sehe. Daher schon hier der Aufruf: Wenn jemand mehr über diese italienischen Hebel weiß, bitte ich um Informationen!

Hier ist ein erstes Bild einer solchen Hebelbank im Bahnhof Cerreto d'Esi an der Strecke von Albacina nach Macerata und weiter an die Adriaküste. Schon diesen Bild wirft zwei Fragen auf, die ich gleich darunter stelle:

Hebelbank, Cerreto d'Esi, Mai 1990

Wir sehen eine simple Hebelbank für Einfahrvor- und -hauptsignale, mit einfachen Sicherheitseinrichtungen: Schlössern an der Wand sowie einfachen Rückhaltungen an den Hebeln, damit ein Vorsignal erst nach dem Hauptsignal freigestellt werden kann. Aber – wie funktioniert das mit der Doppeldrahtzugleitung? Wir werden gleich sehen, dass dieser Bahnhof typische italienische Semaphore mit Eindrahtleitung hatte; und dass in der Leitung zum Vorsignal ein Kompensator vorhanden war, wie jener, den ich im Posting zu Rapolano Terme ausführlich beschrieben habe. Was mit dem zweiten Ende des um die Hebelrolle geschlungenen Drahtseils passiert, ist unklar – als Frage formuliert:
Frage 1: Wie sind die Hebel mit umschlungener Rolle mit Eindrahtleitungen verbunden?
Eine mögliche Antwort darauf ist natürlich, dass am Seil, das auf der Hinterseite des Hebels nach unten verschwindet, ein Gewicht hängt. Diese Erklärung befriedigt mich nicht ganz, erstens, weil ich ein solches Gewicht gern irgendwo – auf einer Zeichnung oder einem Foto – sehen würde. Zweitens müsste ein solches Gewicht angepasst werden können, weil ... man das so macht: Bei den einfachen Hebeln in Rapolano Terme sieht man, dass das Gegengewicht am Hebel verschiebbar ist und damit an Reibung und Gewichtskräfte des Systems in Maßen angepasst werden kann. Wie geht das, wenn das Gewicht unter der Erde hängt? Klar: Aufgelegte Scheiben mit einem Schlitz für das Seil könnten dafür ausreichen – jetzt wird es aber schon sehr hypothetisch ...

Ein nächstes Problem: In die Leitungen für die Vorsignale sind, wie gesagt, Kompensatoren eingeschaltet. Das erklärt, wieso die Rollen der Vorsignalhebel größer sind als jene für die Einfahrsignale: Denn der Kompensator untersetzt die Drahtweglänge. Irritierend ist allerdings, dass das Durchmesserverhältnis der Rollen nicht, wie ich erwarten würde, gleich ist (oder gleich aussieht) wie bei den Kompensatoren: Dort ist es eher 1:2, hier ist es annähernd 2:3.
Frage 2: Wieso ist das Durchmesserverhältnis auf der Hebelbank nicht 1:2, sondern 2:3?
Im selben Bahnhof stand auch noch diese Schrankenkurbel:

Schrankenkurbel, Cerreto d'Esi, Mai 1990

Zurück zu den Signalen: Vom Bahnhof wegfahrend, habe ich aus dem Zug die Einrichtungen von hinten her aufgenommen. Als erstes sehen wir daher ein typisches, eindrähtig gestelltes Einfahrsignal:

Einfahrsignal, Cerreto d'Esi, Mai 1990

Zwischen dem Einfahrsignal und dem zugehörigen Vorsignal sehen wir dann den Kompensator für Letzteres. De Leitungen sind eindeutig als eindrähtige zu erkennen (zumindest, wenn man das Bild in Originalauflösung vergrößert), und das Durchmesserverhältnis am Kompensator ist ebenso eindeutig praktisch genau 1:2:

Spann- und Ausgleichswerk, Cerreto d'Esi, Mai 1990

Dann kommt das Vorsignal, einmal von der Rückseite aufgenommen, als wir uns ihm nähern (die eindrähtige Signalleitung ist gut zu erkennen) ...

Einfahrvorsignal, Cerreto d'Esi, Mai 1990

... und dann im Rückschuss die Vorderseite des Vorsignals:

Einfahrvorsignal, Cerreto d'Esi, Mai 1990

Als letztes sind hier die Ankündigungstafeln für das Vorsignal zu sehen, mit dem Signal weit im Hintergrund:

Vorsignaltafeln, Cerreto d'Esi, Mai 1990

Das war's von der Vorbeifahrt an diesem Bahnhof – ähnliche Anlagen folgen in den nächsten Postings, mit neuen und ganz eigenen Rätseln!