Sonntag, 7. Oktober 2012

K47 im Stellwerk 11 am Wiener Südbahnhof, 1986

Am 21.Juni 1986 habe ich das Befehlsstellwerk 11 in Wien Süd besucht, von dem aus die Zugfahrten in und aus den Bahnsteiggleisen gestellt wurden. Im Gegensatz zu den meisten Aufnahmen in meinem Blog ist hier seither nicht nur das Stellwerk selbst, sondern der ganze Bahnhof dazu verschwunden.

Ergänzung 2014: Das Stellwerksgebäude verschwindet eigentlich erst in diesen Tagen. Die Sicherungsanlage ist allerdings schon lange außer Betrieb.

Ergänzung 10.4.2015: Aufnahmen des gegenüberliegenden Stellwerks 11a von 1987 sind hier zu sehen.

Ergänzung 24.5.2019: Zwei Aufnahmen dieser Anlage von 1949, noch mit Felderstreckenblock Richtung Meidling, sind in diesem Thread im EBFÖ zu sehen.

Am Stellwerk 11 stand seit ca.1949 eine Anlage des Typs K47, von der auch im Hager einige Bilder zu sehen sind:

Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

Neben dem Schalterwerk war ein kleines Pult ergänzt worden, von dem aus die Ersatzsignale gestellt werden konnten. Am Schalterwerk sieht man mehrere Fahrstraßenschalter für Ausfahrstraßen und ganz rechts den Signalschalter R, mit dem das jeweilige Ausfahrsignal auf frei gestellt wurde:

Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

Auf der Signalanzeigetafel sieht man, dass die Gleise hier von 10 bis 19 durchnummeriert waren (wie auch am Franz-Josefsbahnhof):

Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

Hier sieht man mehrere Schalter für Einfahrstraßen und links den Signalschalter Z für das Einfahrsignal.

Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

Links daneben lagen die Weichenschalter. Einer ist hier wegen Gleisbesetzung mit einer Hilfssperre versehen:

Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

Der Schieberkasten war wie bei fast allen elektromechanischen Stellwerken mit einer Glasplatte abgedeckt, sodass man die Bewegung der Schieber verfolgen konnte:

Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

Dies ist, wenn ich mich nicht irre, die Zugnummerneinwahlanlage für den "Super-Matz", das Zentralstellwerk am Matzleinsdorfer Platz. Am Gleis 301 ist der Zug 2969 unterwegs, die führende Lenkziffer 2 steuert in Matzleinsdorf den Selbststellbetrieb aus. Rechts oben wartet schon die Zugnummer für den Schnellzug 135 mit der Lenkziffer 1 auf ihre Einwahl:

Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

Auch hier stand noch ein Fernschreiber, in dem sich allerdings nach der Ausgabe von "Graz Hbf-Beograd" das Papier irgendwie verklemmt hatte:

Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

Vom Stellwerk 11 hatte man einen direkten Blick auf das Gleisvorfeld des Südbahnhofes:

1042.704 mit 2705, Wien Süd, 21.6.1986

1042 und 4010, Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

1062.001 als Reserve, Stw.11, Wien Süd, 21.6.1986

Samstag, 6. Oktober 2012

Reste vom Mai 1986

Im Mai sind ein paar Fotos übriggeblieben, die ich hier kommentarlos untereinanderstelle:

1044.107 mit einem Güterzug, Verbindungsbahn, Mai 1986

1042.30 mit einem Güterzug, Verbindungsbahn, Mai 1986

4020 als 24447, Obersdorf-Pillichsdorf, 10.5.1986

4020 als 24447, Obersdorf-Pillichsdorf, 10.5.1986

1046.007, Mistelbach, 10.5.1986

1042.30+1110.xx in Hütteldorf-Hacking, Mai 1986

1042.001, Sigmundsherberg, 31.5.1986

1042.001, Sigmundsherberg, 31.5.1986

Votivkirche, Mai 1986

Votivkirche, Mai 1986

Votivkirche, Mai 1986

Freitag, 5. Oktober 2012

Zellerndorf, 1986

Guntersdorf, Hetzmannsdorf-Wullersdorf, Retz – und Zellerndorf! Ist das nicht eine schöne Steigerung?

In der Fahrdienstleitung stand auch hier ein Rankapparat mit einem Siemens-Blockwerk. Die Blockwerke beider Richtungen waren wie häufig in getrennten Kästen untergebracht. Der Sinn dieser Aufteilung war, dass bei Arbeiten am Blockwerk die Signalabhängigkeiten nur für eine Bahnhofsseite aufgehoben waren und daher auch nur dort auf schriftlichen Befehl gefahren werden musste.

Befehlswerk, Fdl, Zellerndorf, 31.5.1986

Eine weitere Aufnahme des Befehlswerks zeigt links den Fernschreiber – zwar schon eine moderne Type, aber doch eine Technik, die bald Vergangenheit sein würde. Zwischen beiden Blockwerken ist hier wieder einmal eine Zwischenkurbel angebracht:

Befehlswerk und Fernschreiber, Fdl, Zellerndorf, 31.5.1986

Oberhalb des Befehlswerks befand sich der Gleisplan mit den farbig markierten Fahrstraßenprüfbereichen. Im Holzaufbau über dem Blockapparat sieht man rechts den Umschalter, mit dem der Induktor auf Gleichstrom umgeschaltet werden konnte, um für die Rücknahme eines Befehls eine Hilfsauslösung einer Tastensperre im Stellwerk durchführen zu können. Bei den Signalanzeigen Richtung Norden sieht man von links nach rechts Lampen für
  • RWD = Anzeige, dass ein Ausfahrsignal Richtung Wildendürnbach (Laa) auf frei steht ;
  • Y = rot und grün für das Einfahrsignal von Wildendürnbach (Laa);
  • RUR = Anzeige, dass ein Ausfahrsignal Richtung Unter-Retzbach (Retz, Schattau) auf frei steht;
  • Z = rot und grün für das Einfahrsignal von Retz:

Befehlswerk und Gleisplan, Fdl, Zellerndorf, 31.5.1986

Den Aufsatz über dem linken Teil des Befehlswerks habe ich auch im Detail fotografiert. Im Gegensatz zum rechten Teil sind hier getrennte Anzeigen für die Einfahrvorsignale vorhanden (wobei ich annehme, dass diese Anzeigen die Lage der Hebel anzeigen, nicht – über Scheiben- oder Flügelkupplungen – die die Flügel oder Vorsignalscheiben. Kabel dafür zu legen wäre viel zu aufwendig gewesen). Darunter sieht man die üblichen Tasten:
  • Einerseits Auslösetasten, mit denen nach dem Umschalten des Induktors (siehe oben) die Tastensperren ausgelöst werden konnten.
  • Andererseits Gleisanzeiger-Tasten, mit denen am Gleisanzeiger im Stellwerk die Gleisnummer angezeigt wurde.

Befehlswerk und Signalanzeigen, Fdl, Zellerndorf, 31.5.1986

Die folgende Einfahrt eines Güterzugs von Retz her zeigt von links nach rechts die Ausfahrsignale (deutscher Bauart) R5, R3, R1, R2 und R4. Über den ersten Wagen des Zuges lugt das Stellwerk 2 hervor. Dahinter steht, wie in vielen niederösterreischischen Bahnhöfen, das Getreidelagerhaus der landwirtschaftlichen Genossenschaft:

2143.066 + 2050.03 mit 61065, Zellerndorf, 31.5.1986

Auf dem Weg zum Stellwerk 1 habe ich dunkel eine alte Einserlok aufgenommen:

2045.01 vor 6264, Zellerndorf, 31.5.1986

Update Mai 2013: Eine großartige Reportage zu den letzten 2045ern befindet sich hier im EBFÖ.

Auf der Wiener Seite standen österreichische Ausfahrsignale:

H4, H2, H1, H3, Stellwerk 1, Zellerndorf, 31.5.1986

Am Stellwerk 1 selbst stand eine klassische vollständige Anlage der Type 5007:

Hebelbank, Gleisanzeiger und Blockapparat, Stw.1, Zellerndorf, 31.5.1986

Für die zweiflügelig gekuppelten Ausfahrsignale H5-7, H2 und H4 waren Knaggen für einen Neutralschieber nötig, da diese Signale für zwei verschiedene Ausfahrten (nach Floridsdorf; und nach Sigmundsherberg) mit dem gleichen Hebel freigestellt werden konnten. Für die Signale H3 und H1 war das nicht nötig, weil sie als zweiflügelig ungekuppelte Signale durch einen Doppelhebel bedient wurden, sodass je Strecke ein eigener Hebel vorhanden war:

Signalhebel und Blockapparat, Stw.1, Zellerndorf, 31.5.1986

Wie in Retz, so waren auch hier alle Signalhebel makellos lackiert – von rechts nach links sieht man hier:
  • Einfacher Hebel für das Einfahrvorsignal a von Wien
  • Doppelhebel für das Einfahrsignal A
  • Einfacher Hebel für das Einfahrvorsignal b von Sigmundsherberg
  • Doppelhebel für das Einfahrsignal B
  • Zwei einfache Hebel für die zweiarmigen gekuppelten Ausfahrsignale H4 und H2
  • Zwei Doppelhebel für die zweiarmigen ungekuppelten Ausfahrsignale H1 und H3
  • Ein einfacher Hebel für das zweiarmige gekuppelte Ausfahrsignal H5-7
Wieder waren für die Ausfahrsignale, die keinen Doppelhebel hatten, Knaggen für den jeweiligen Neutralschieber nötig. Man sieht diese drei Knaggen hier teilweise verdeckt hinter dem Signalhebel für H3 – und besser auf dem vorherigen Bild:

Signalhebel, Stw.1, Zellerndorf, 31.5.1986

Hier noch eine eher künstlerische Aufnahme, die fast alle technischen Details elegant ausspart:

Signalhebel, Stw.1, Zellerndorf, 31.5.1986

Vom Stellwerk hatte man einen Überblick über den ganzen Bahnhofsbereich:

5145.09 als 2231, Zellerndorf, 31.5.1986

Auf dem folgenden Bild sieht man, wenn man genau schaut, links unten eine "kleine Grenzmarke", die dort angebracht ist, wo der Gleisabstand ein grenzfreies Vorbeifahren erlaubt. Die "große Grenzmarke" mit ihrem schwarz-weiß-schwarzen Anstrich befand sich hier erst an jener Stelle, wo die isolierte Schiene für die jeweilige Einfahrt endete:

Ausfahrsignale H1 und (genau dahinter) H3, Zellerndorf, 31.5.1986

Am folgenden Bild sieht man knapp neben der Lok eine solche große Grenzmarke und gleich links daneben den Anschaltkasten der Isolierschiene. Wenn man ganz genau schaut, sieht man neben der Grenzmarke in der rechten Schiene auch den Isolierstoß der isolierten Schiene:

2045.01 mit 6264 nach Sigmundsherberg, Zellerndorf, 31.5.1986

Eine 2050 schleppte eine 2060 als Lokzug Richtung Wien. Am Gleis 3 machten sie Rast, wahrscheinlich um einen Gegenzug abzuwarten:

2050.004 und 2060.100 als Lz 82205, Zellerndorf, 31.5.1986

2050.004 (mit 2060.100) als Lz 82205, Zellerndorf, 31.5.1986

Auch am Stellwerk 2 stand noch eine vollständige Anlage der Bauart 5007. Auf dem folgenden Foto sieht man den Gleisanzeiger von Wildendürnbach (Laa), jener von Retz muss wohl ganz links angebracht gewesen sein – allerdings ist dort nicht mehr viel Platz ...

Stw.2, Zellerndorf, 31.5.1986

Dieses Bild zeigt die Reihe der Signal- und Weichenhebel. Und wenn man oben genau schaut, sieht man zwei schwarze Glocken-Kästchen – das linke muss sich über dem Gleisanzeiger von Retz befinden, der mir im vorherigen Foto abgegangen ist:

Stw.2, Zellerndorf, 31.5.1986

Auf dieser Seite des Bahnhofs waren als Signale deutsche Schmalmast-Formsignale aufgestellt. Die Höhe des Lagerhauses wird einem umso bewusster, als dass das davor sichtbare Stellwerk 2 ja eigentlich ein relativ hoher Bau ist:

Ausfahrsignale R1 und R2, Zellerndorf, 31.5.1986

Ausfahrsignal R4, Zellerndorf, 31.5.1986

Die deutschen Signale erforderten Spannwerke im Freien, weil auch im Untergeschoss zweistöckiger österreichischer Stellwerke dafür kein Platz vorgesehen war (oder weil der Abstand der Hebel bei den 5007ern geringer war als bei der Deutschen Einheit und daher deren Innen-Spannwerke nicht verwendbar waren?):

Spannwerke für die Ausfahrsignale Richtung Retz, Zellerndorf, 31.5.1986

Auch in Zellerndorf habe ich mich auf den Fußmarsch zu den Einfahrsignalen auf der Wiener Seite aufgemacht. Weit im Hintergrund sieht man das Stellwerk 1:

Einfahrsignale B und A, Zellerndorf, 31.5.1986

Noch weiter draußen standen die zugehörigen Vorsignale:

Einfahrvorsignale b und a, Zellerndorf, 31.5.1986

In der Abenddämmerung konnte ich die Fahrt eines Güterzuges aufnehmen. Auf dem ersten Bild kann man links hinten noch die Einfahrsignale erahnen:

2143.065 mit 69927, Zellerndorf, 31.5.1986

2143.065 mit 69927, Zellerndorf, 31.5.1986

2143.065 mit 69927, Zellerndorf, 31.5.1986

2143.065 mit 69927 bei den Einfahrvorsignalen b und a, Zellerndorf, 31.5.1986

Güterzug 69927 bei den Einfahrvorsignalen b und a, Zellerndorf, 31.5.1986

Nachschuss auf Güterzug 69927, Zellerndorf, 31.5.1986

2143.065 mit 69927, Zellerndorf, 31.5.1986

2143.065 mit 69927, Zellerndorf, 31.5.1986

2143.065 mit 69927, Zellerndorf, 31.5.1986